imm cologne

Wer, bitte, kauft sowas? Wer gibt dafür über 3300,- Euro aus? Und wer hat Platz, sich ein solches Trum von Möbelstück in die Wohnung zu stellen? Offensichtlich lebe ich hinterm Mond, denn wie jetzt anläßlich der „imm cologne“ (Internationale Möbelmesse) zu lesen war, blüht das Möbelgeschäft in Deutschland: 2011 gab es in der Branche einen Zuwachs von 6 Prozent, insgesamt wurden 16,7 Milliarden Euro umgesetzt. Kein Wunder, daß die Hersteller gern nach Köln kommen: 1150 Aussteller haben sich einen Platz auf dem Messegelände gesichert.

Ich kann mich kaum erinnern, wann ich mein letztes Möbelstück gekauft habe, von einem CD-Ständer mal abgesehen. Vor Jahren habe ich mir zwei Barhocker von Ikea mitbringen lassen – die ich gar nicht brauche, aber man kann sie zusammenklappen, also stören sie auch nicht. Ikea ist übrigens auf der Messe nicht vertreten, aber das brauchen sie ja auch nicht, haben sie doch in fast jeder größeren Stadt mindestens eine Daueraustellung.

Manchmal gibt es auch Funktionsmöbel: Nach dem Abendessen kann man mit der Lehne dieses Stuhls die Krümel auf dem Boden zusammenfegen. Praktisch.

Wer Bilder von der „imm“ sehen möchte, schaut sich einfach das wunderbare Blog von Karin Henjes an.

0 Antworten zu “imm cologne

  1. 3300 Euro für ein Sofa ist doch wirklich nicht viel.
    Schließlich sollte so ein vielbenutzes Möbel auch mindestens 10-15 Jahre halten.
    Das letzte Teil von Ikea hab ich vor 2 Jahren gekauft und eigentlich gehört es schon jetzt auf den Müll.

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  2. Wahrscheinlich hast Du recht, es erscheint mir nur viel Geld, weil ich mir das nicht leisten könnte und wohl auch nicht würde, von dem Platz, den das Sofa beansprucht, mal ganz abgesehen.
    Die Erfahrung habe ich auch gemacht, Ikea hat inzwischen viel billiges Zeug, nicht nur im Preis, sondern auch billig in der Herstellung. Allerdings, das Regal, das ich da vor 30 Jahren günstig gekauft habe, begleitet mich immer noch und wird wohl auch noch weiter halten.

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  3. …nicht nur die Armut wächst, sondern auch der Reichtum und was sollen die Leute mit all ihrem Geld machen? Wenn sie von ihrem Reichtum profitieren wollen, muss es Objekte geben, die nur sie sich leisten können, was ihnen dann das richtige Gefühl gibt, dass sie eben reich sind, weil sie sich solche Sofas kaufen können und andere nicht…ätsch…

    …ich find‘ das alles nicht so wichtig…

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  4. Für mich auch total unwichtig, aber trotzdem interessant: Ein Blick in die Auslagen eines Möbelgeschäfts ist wie ein Blick in eine andere Welt, die bei den verwunderlichen Umsätzen allerdings weiter verbreitet zu sein scheint, als ich gedacht hätte.

    Das gibt es bestimmt, daß Leute sich Möbel als Prestigeobjekte kaufen. In der Tageszeitung hatten sie noch eine andere Theorie: Weil der Geldmarkt so unsicher geworden sei, würden die Leute nicht mehr so gern in spekulative Bankgeschäfte investieren, sondern lieber in die handfeste „Verschönerung“ ihres Heims. Gut, da könnte man sagen, daß sie einen Unsinn gegen einen anderen ausgetauscht haben, aber den Handel freut’s.

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  5. Nach der Abschaffung der Lohnarbeit wird auch der Grundbesitz abgeschafft, wußtest Du das etwa nicht? Dann braucht niemand mehr Miete zu zahlen, das ist ja sowieso absurd, das der Boden, die Erde irgendwelchen einzelnen Leuten gehört, die Geld für Wohnen von einem verlangen, das ist ja geradezu lächerlich.

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  6. Für mich auch eine fremde Welt, in die ich etwas verwundert schaue, wo ich schlecht nachvollziehen kann, dass jemandem so etwas wichtig ist, ein bisschen wie die Kulissen eins Filmes, manches ganz schön, so wie das blaue Sofa, anderes sehr komisch, so wie die roten Stücke…doch, der eine rote Sessel ist sicherlich herrlich bequem…

    …ich denke, wer wirklich seine Werte sichern will, der legt Geld in Gold und Silber an, in Immobilien und lagert langsam Lebensmittel ein…aber Möbel?

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  7. Hihi, das oberste Foto hat für mich durchaus seinen Reiz, zumal Blau meine Lieblingsfarbe ist, allerdings ist der Preis total überzogen. Mon dieu, wie viele Kino- und Konzertkarten man dafür kaufen könnte! ;D

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  8. Ja, so geht’s mir auch: Wie der Blick in eine Wundertüte mit komplett überflüssigen Waren, und da ich keinerlei Verlangen danach habe, mich also nicht die Frage quält, was ich vom Angebot nun nehme und wie ich das finanzieren soll, finde ich es eigentlich ganz amüsant.

    Geldanlage Möbel – kommt mir auch komisch vor. Ob die dann in der Wohnung mit durchsichtigem Plastikschonbezug bedeckt werden, damit kein Wertverlust eintritt? Verrückte Welt.

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  9. Ja, aber wahrscheinlich hat aliasnimue in ihrem Kommentar recht, wenn sie sagt, daß der Preis (im Vergleich) ganz angemessen ist. Aber stell Dir vor, du liegst auf diesem Teil und siehst fern, plötzlich erscheint Lady Gaga auf dem Bildschirm – vor lauter Aufregung verschüttest Du den halben Becher Kaffee, den Du in der Hand hältst, auf dem Polster. Argh! – ein Wertverlust von mindestens ein paar hundert Euro. 😉

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  10. oh mann, vor lauter möbelmesse-nacharbeit habe ich noch gar nicht deinen wundervollen link gesehen!!! danke!!!!

    ja, die bretzsofas, immer wieder sehr polarisierend. ich mag die firma und ihre inhaber, weil sie pop in die vor zehn jahren noch völlig (und nicht mehr nur etwas) verstaubte möbelwelt brachten. und das obere modell könnte eigentlich ein recht gutes LESEsofa sein. ich hab von denen aber noch was viel schärferes auf lager, eine der wenigen momente auf der messe, wo ich mich wirklich fast totschmunzelte — es wird demnächst als frechstes sofa bei mir auftauchen —

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  11. Exquisit und unkonventionell, soso.
    Normalerweise ist Werbung hier nicht erwünscht und wird von mir sofort gelöscht, aber in diesem Fall mach ich eine Ausnahme, ich lese gern satirische Texte: Unter der Überschrift „Pimp my home“ steht da gleich der Satz: „Das eigene Zuhause wird zunehmend zum sozialen Mittelpunkt.“ Ach! Ach was.

    Und was bitte sind „naturelle Materialien“? Halt, antworten Sie nicht, ich ahne es: „Von Rattan bis hin zu Massivholzmöbeln: In fast allen Segmenten ist Holz auf dem Vormarsch.“ Da bin ich aber froh, daß Holz jetzt auch für Massivholzmöbel benutzt wird.

    Ein Brüller auch: „Am Möbel-Laufsteg findet sich Senfgelb neben nüchternem Grau, treten Kaffeefarben mit Cremetönen auf und zarte Sorbet-Nuancen. Starke Unis für die kommende Saison: Beerentöne sind weiterhin angesagt, und Blau wird wieder salonfähig. Muster in Bezugsstoffen sind bunt, ob als Streifen, Zacken, floral oder abstrakt.“ Kaffee-Creme-Sorbet mit Beeren – da kriegt man direkt Hunger. Wen lassen Sie den Text vortragen? Loriot lebt ja leider nicht mehr.

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