Brüderstr.

Schön, daß das „Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie“ soviel Geld übrig hat, um sich in einer Plakatkampagne selbst zu loben, durchsichtig getarnt als Dank an „Deutschland“ – ein „Wir“-Gefühl soll erzeugt werden: „Wir, die Politiker, haben für euch gesorgt, und ihr habt mitgezogen. Wir alle sind gut!“, so die Botschaft. Tatsächlich ist das Plakat dreiste Propaganda, denn die Arbeitslosenstatistik ist so geschönt, daß es so aussieht, als gäbe es „nur“ 2,7 Millionen Arbeitslose. Wer aber z.B. mindestens 58 Jahre alt ist und wenigstens ein Jahr Hartz-IV bezieht, ohne ein bezahltes Arbeitsplatzangebot bekommen zu haben, gilt nicht als arbeitslos, obwohl er oder sie es faktisch ist. Das waren im November 2011 bereits 105.000. Außerdem werden für die Statistik alle die nicht mitgezählt, die gerade an einer sogenannten Maßnahme (Weiterbildung) teilnehmen, Kranke, Arbeitslose ohne Anspruch auf staatliche Hilfe, 1-Euro-Jobber. Bis zu 1,5 Millionen Bürger gelten als versteckt arbeitslos. „Wirtschaft. Wachstum. Wohlstand.“, hat das Bundesministerium in seinem Untertitel stehen – das gilt auf jeden Fall für die Rechenasse, die für die Statistiken verantwortlich sind.

0 Antworten zu “Brüderstr.

  1. Doch, da muß ich streng sein! Die Bevölkerung zu belügen, ist die Aufgabe anderer Institutionen, Boulevardfernsehen und -zeitungen sind dafür zuständig, das sind schließlich auch Arbeitsplätze. Wenn jetzt die Ministerien und Politiker auch damit anfangen … was? Die machen das auch schon immer? Ach so.

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  2. Aus dem Bericht der UN zur sozialen Lage in Deutschland im Juli 2011: 13 Prozent der Deutschen leben unterhalb der Armutsgrenze, 1,3 Millionen Menschen sind auf staatliche Unterstützung angewiesen, obwohl sie einer Arbeit nachgehen. In Deutschland leben 2,5 Millionen Kinder in Armut.
    Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung stellte ungefähr zur gleichen Zeit fest, dass die preisbereinigten Nettogehälter der drei untersten Einkommensstufen in Deutschland um 16 bis 22 Prozent gesunken sind (zwischen den Jahren 2000 und 2010).
    Danke, Herr Rösler. Danke, deutsche Wirtschaft.

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  3. Danke Deutschland. Sogar Christian Wulff hat Arbeit und überall Dächer überm Kopf.

    Und echten Dank dir für deine beherzten Worte zu einer schändlichen Plakataktion aus dem Wahrheitsministerium.

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  4. Gern. Tatsächlich habe ich mich gewundert, wieso uns die „frohe Botschaft“ eigentlich nicht von Frau von der Leyen und ihrem Bundesministerium für Arbeit offenbart wurde. Aber vielleicht schämt man sich dort zu sehr. Oder man braucht länger zum Ausdenken von Lügen.

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