Apostelnkloster

Der Kabarettist Jürgen Becker erzählte gern folgende Geschichte: Als der erste Bundeskanzler der BRD Konrad Adenauer einmal in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag gönnerhaft sagte: „Auch in der SPD gibt es wertvolle Leute.“, rief der SPD-Abgeordnete Arndt wütend dazwischen: „Das zu beurteilen liegt nicht in Ihrem Ermessen!“ Darauf Adenauer: „Beruhigen Sie sich, Herr Arndt, Sie habe ich doch gar nicht gemeint.“

Die Statue des ehemaligen Oberbürgermeisters von Köln (1917-1933, 1945) ganz in der Nähe des Neumarktes wurde 1995 aufgestellt. 500.000 DMark hat sie gekostet, Geld, das unter der Schirmherrschaft von Helmut Kohl, dem selbsternannten Enkel Adenauers, privat gesammelt wurde. Der Bildhauer Hans Wimmer erhielt den Auftrag, verstarb aber vor Fertigstellung. Der Kopf fehlte noch, er wurde von Gerd Weiland, einem Schüler Wimmers, modeliert.

0 Antworten zu “Apostelnkloster

  1. Und das ist nur das Bekannteste – wenn man regelmäßig den Lokalteil der Tageszeitung liest, könnte man sich alle Haare einzeln rausziehen vor Verzweiflung: Murks an allen Ecken und Enden und daneben Bilder von grinsenden Politikern, die gerade irgendwas eröffnen, vorzugsweise eine neue Straßenbahnstation oder irgendwas mit Kindern, das kommt immer gut.
    Politikerdenkmäler halte ich für völlig überflüssig, aber dieses gefällt mir. Wenn man mal davon absieht, daß es Adenauer ist, sieht man einen verdrossenen alten Mann mit eingezogenem Kopf in einem zu großen Mantel, der an einer quirligen Stelle der Stadt im Weg steht. Würde mich nicht wundern, wenn der gleich seinen Hut hebt und die Passanten um eine Mark anbettelt.

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  2. …hast Du die beiden Betrachter links davor posiert oder stehen sie „zufällig“ in der selben Haltung mit der Tasche in der selben Hand dort???

    jedenfalls sehr geglückt, diese Aufnahme…wie so oft bei Dir…

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  3. Zufällig, jedenfalls weitgehend. Inzwischen mache ich oft ein paar Fotos mit und ohne Passanten – in der Stadt braucht man ja meist nicht lange zu warten, bis jemand vorbeiläuft – und schau mir hinterher an, was besser wirkt. Auch mit dem Lichteinfall hatte ich Glück, daß die da geradewegs in die Sonnenschneise gehen.

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  4. Mensch, das nennt man Patina! *lach*
    Im Ernst, das ist ja oft so, Bronzestatuen laufen grün an, wenn sie Wind und Wetter ausgeliefert sind. Und wenn sie dann noch eine rauhe Oberflächen haben, wo der Regen nicht gleichmäßig abläuft, kommt es zu solchen Schattierungen. Ich finde das eigentlich nicht so schlecht, man sieht, wie die Statue altert. Mich schreckt es eher ab, wenn immer alles auf Hochglanz geputzt und tiptop sauber gewienert ist.

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