Urlaub in Berlin, Tempelhof

Das ist tatsächlich mitten in Berlin: Eine riesige freie Fläche, 300 Hektar flaches Land. Der Tempelhofer Park war bis 2008 der Flughafen Tempelhof und steht nun den Berlinern als Freizeitgelände zur Verfügung. Noch.

So sieht es zur Zeit aus, die Läufer, Skater und Fahrradfahrer können sich hier genau orientieren, wo sie ihrer Sportart nachgehen können und sollen. Auch die Hunde haben ihre bestimmten Lauf- und Kackplätze, ich hoffe, sie halten sich daran.

Und so kann es in ein paar Jahren aussehen. Bis zum Jahr 2017 wird erstmal nicht gebaut, weil dann die Internationale Gartenbauausstellung hier stattfinden soll. Aber dann, die Investoren reiben sich vermutlich schon die Hände. Im Süden und Westen soll Gewerbe angesiedelt werden, im Norden und Osten Wohnungen. Ein Neuköllner Bezirkspolitiker hofft auf eine „lockere Bebauung“, um reiche Bewohner anzulocken, die das dann auch zahlen können und die Gegend drumherum „aufwerten“. Der im Osten angrenzende Schillerkiez hat eine tolle Gründerzeitarchitektur, ist aber bis heute eher ein Problembezirk: Wer wollte schon direkt in der Einflugschneise eines innerstädtischen Flughafens wohnen? Wer konnte, zog weg, übrig blieben Geringverdiener und Arbeitslose, Unterpriviligierte und Kranke, die sich keine bessere Wohngegend leisten konnten. Nun ist der Fluglärm weg, und es gehört nicht viel Scharfsinn dazu, sich vorzustellen, daß sich der ein oder andere Vermieter fragt, ob man die schönen Altbauwohnungen nicht auch teuerer vermieten könnte.

Auch das riesige Flughafengebäude soll Geld bringen: 100 Mieter gibt es schon, die die Räume als Büros nutzen, einige Hallen bieten Platz für Veranstaltungen wie z.B. Messen.

„VROOOOOOOOMM!“ So wird das nichts mit dem Abheben, wenn man quer zur Start- und Landepiste rollt. Aber das ist ja vielleicht auch besser so.

0 Antworten zu “Urlaub in Berlin, Tempelhof

  1. ich sag ja, es ist ein traum. meinetwegen können sie es so lassen. finde nichts schöner, als im sommer in meiner mittagspause von der oberlandstraße dorthin zu radeln und die lande/-startbahn hoch und runter zu fahren inmitten von grün grün grün 🙂

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  2. stelle ich mir zum skaten toll vor. und was für ein gefühl muss das sein, mitten in der stadt vor einer fläche wie im oberen feld zu stehen, da merkt man dann sicher erst, wie sehr einem die stadt normalerweise die luft abdrückt. ja, ich zweifle nicht daran, dass nach der Gartenschau wieder einmal eine chance vertan werden wird, intelligente stadtwelten zu schaffen —- konnte ich hier in der nähe gerade erst wieder verfolgen, furchtbar, wie viel chancen vertan werden, dabei könnte man mit guter architektur so grandiose soziale strukturen schaffen —-

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  3. Ja, etwas Ähnliches findet in Köln-Ehrenfeld auch gerade statt – nach Außen hin beteiligt man die Anwohner, aber in Wirklichkeit möchte man nur die eigenen kapitalgesteuerten Interessen durchdrücken, das spült zumindest kurzfristig viel Geld in die Kassen, über die Langzeitkosten sollen sich dann andere Gedanken machen.

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  4. sehr interessanter bericht!
    klar, dass solch eine tolle fläche inmitten berlin nach einer gartenausstellung kommerzialisiert wird, werden muss …

    herrlich dieses foto mit dem kleinen wurschtel mitten auf der ehemaligen startbahn 🙂

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