Koblenz – Rüdesheim (2)

Etwa sechs Stunden dauert die Fahrt von Koblenz nach Rüdesheim auf dem Rhein. Angenehm saßen wir bei milden Temperaturen auf dem Deck und ließen die Gegend an uns vorbeistreichen. Einziger Wermutstropfen: Die Musik von der Bordanlage. Permanente Berieselung mit deutschen Schlagern wie z.B. „Holde Maid, hast Du heut für mich Zeit“ ist eine Folter, mit der wir nicht gerechnet hatten.

Hey – den Biergarten kennen wir doch! Wären wir am Abend vorher daran vorbeigefahren, hätten wir uns dort sitzen sehen können. Ich hätte mir zugewunken!

An den Ufern jede Menge Schlösser …

… und Burgen, man könnte sich fast wie im Mittelalter fühlen – wenn Freddy nicht gerade „Junge, komm bald wieder“ singen würde. So einen Hut hätte ich mir übrigens auch besorgen sollen, die Bewölkung war so aufgelockert, daß ich am Abend einen Sonnenbrand im Gesicht hatte.

Je weiter man nach Süden kommt, desto zahlreicher werden die Weinhänge und geben, je nach Perspektive, interessante Muster.

Neulich habe ich zum ersten Mal in meinem Leben den Begriff ‚Fruktarier‘ gehört – als solcher darf man nichts zu sich nehmen, wofür ein Lebewesen sterben muß. Kartoffeln zum Beispiel sind nicht drin. Und Pommes? Auch nicht, Himmel! Aber Wein darf man trinken, wenn ich mich nicht irre, Früchte aller Art, wenn sie nicht, wie gesagt, zum Dahinscheiden der Pflanze führen. Da haben die Veganer noch ein größeres Angebot.

An Bord hatte man ernährungstechnisch gar keine Skrupel, die ausländischen Gäste am Nachbartisch verlangten schon um 10 Uhr traditionelle deutsche Speisen und Getränke.

Insgesamt eine sehr schöne Fahrt, ich kann sie nur empfehlen – rate aber zu Ohrstöpseln oder Kopfhörer mit überdeckendem Sound.

„Anlegen verboten“ stand auf dem Schild an dem Anleger, an dem wir gerade anlegten … hmm, vielleicht ist was anderes damit gemeint? „Auf jemanden anlegen verboten“ vielleicht? Mit anderen Worten: „Schießen Sie nicht auf den Kapitän!“ – oder wer sonst für das Gedudel verantwortlich ist.

0 Antworten zu “Koblenz – Rüdesheim (2)

  1. Zuerst einmal wünsche ich Dir ein super neues Jahr.
    Als Kind sind meine Eltern im Sommer alle paar Wochen „in See gestochen“. Oft ging es zum Drachenfels, aber auch weitere Fahrten wurden unternommen. Immer ein Abenteuer, mit übernachten in billigen, gemütlichen Pensionen.
    Deine schönen Fotos wecken da so manche Erinnerung.

    Ach ja: Das „Anlegen verboten“ bezieht sich auf Sportboote. Der Steg wäre sonst wahrscheinlich für die KD nicht mehr nutzbar, kann ich mir vorstellen. 😉

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  2. kann es sein, dass sich da jemand nach dem frühling sehnt? und wild entschlossen ist, das ganze schnee- und neujahrsgedöns zu ignorieren? fruktarier, kannt ich auch noch nicht. blog lesen macht halt doch manchmal schlau 😉

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  3. Das wünsch ich Dir auch.
    Ich habe gehört, daß es früher für viele Kölner Familien ein Muß war, einmal mit dem Boot zum Drachenfels zu fahren, der daher zu der Zeit der meistbesuchte Aussichtsfels weltweit war.

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  4. Ja, Stadt im Schnee bedeutet innerhalb kürzester Zeit: Stadt im Dreck. Aber vor allem überlegte ich, welche Geschichte von denen, die ich vor mir herschiebe, ich unbedingt noch im alten Jahr erzählen wollte.

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  5. Stimmt. Gehörte praktisch „zum guten Ton“. Aus diesem „Wahn“ machte der bekannte Karl Berbuer schon 1936 ein Lied gemacht:

    Eimol em Johr dann weed en Scheffstour jemaht,
    denn su en Faht, hät keinen Baat.
    Eimol em Johr well mer der Drachenfels sin
    wo köme mer söns hin?

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  6. aha, also doch eine neujahrsorientierung … musste an dich denken, als ich neulich vom brandstätter verlag eine buchankündigung mit titel „nur in köln“ las, offenbar mit kleinen geschichten zu merkwürdigkeiten in köln … ob der wohl bei dir abschreibt????

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