MaxCologne, Deutz

Ah – viele neue Wohnungen entstehen hier in zentraler Lage, der Wohnungsmarkt wird entlastet, die Mieten werden billiger, ein würdevolles Wohnen in der Stadt wird für alle möglich …

… träum weiter, Videbitis! Was hier schon von Anfang an war und in aufgemotzter Form wieder wird: Büroräume. Mitten in der Stadt, am Fluß gelegen, deshalb lohnt sich die Kernsanierung. Große Firmen, sogenannte „Global Player“, die nichts herstellen außer Geld und ihre Zirkulation, protzen wenigsten mit ihrer Niederlassung und einem Blick auf den Dom, wenn sie außer Zahlen sonst schon nichts vorzuweisen haben (das habe ich mir nicht ausgedacht, das sagte neulich so ähnlich der Leiter eines solchen Dienstleistungsbetriebes, allerdings benutzte er nicht das Wort „protzen“).

Im Hochhaus auf 22 Etagen, im niedrigeren auf 11, kann der Interessent bis zu insgesamt 45.000 m² mieten, 1.900 m² pro Etage. 2012 soll es fertig sein.

So sah das alte Lufthansagebäude früher aus. 1969 direkt gegenüber der Kölner Altstadt gebaut, war es in meinen Augen schon immer ein Schandfleck, ein Negativbeispiel par excellence für verfehlte Stadtarchitektur. Ich befürchte, das wird sich auch in Zukunft nicht ändern:


Bild: Hochtief/Worring, ksta

0 Antworten zu “MaxCologne, Deutz

  1. Tja. Immer wieder fragt man sich, warum einfache, gute Konzepte keinerlei Gehör finden. Dachbegrünung z.B. oder mehr Häuser im Hundertwasser-Stil. Aber nein, immer nur Schema F.
    Die ersten Bilder erinnern mich an Dokumentarfilme der frühen 60er. Stimme aus dem off: „Und auch hier geht es wieder kräftig aufwärts, was der Krieg zerstört hat, bildet jetzt neuen Wohnraum für Familien. Zentral und doch im Grünen….“
    Erst später begriff man, was solche Wohnungen aus Menschen machen.
    Ich hab oft das Gefühl, daß ich ein ganz anderer Mensch bin, seit ich ruhig und naturnah leben kann. Und wenn ich aus dem Haus komme, werde ich nicht gleich in Abgasen und Lärm erstickt.

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  2. Es dreht sich alle nur um Geld. Wenn es nur nach einigen Stadtratsmitgliedern ginge, hätten wir hier eine Skyline wie Frankfurt. Lärm und Abgase, da sagst Du was, besonders bei so ungemütlichem Wetter kann einem das auf den Keks gehen. Auf meinen Vorschlag, den ganzen Innenstadtbereich komplett für Motorfahrzeuge zu sperren, hört seltsamerweise keiner, dabei wäre das das Vernünftigste.

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  3. Ja. Und das ist auch ein Teufelskreis: die Leute, die wirklich auch etwas dafür tun könnten, daß eine Stadt schöner wird, leben ja nicht in ihr. Die wohnen im Grünen, in Villengegenden, in Außenbezirken oder gleich in Kleinstädten drum rum. (Und deren Pendelei sorgt dann auch noch mal für Diskusssionsstoff.)
    Die, die in ihr leben müssen, haben nichts zu melden.
    Und dann gibt es noch die, die sich Nischen schaffen, Leute die alte Häuser schön sanieren, die Innenhöfe begrünen, die alternative Projekte ins Leben rufen usw.. An die muß man sich halten. (und deren Leben wäre sicher sehr erleichtert, wenn dein Vorschlag durchkäme.)
    Aber das ist wie mit dem bedingungslosen Grundeinkommen. Eine geniale Idee. Nur wird das niemals verwirklicht werden.

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  4. Stimmt wahrscheinlich überwiegend, und selbst, wenn sie doch in der Stadt wohnen, dann natürlich in den besseren, „grünen“ Vierteln mit Park- oder Stadtwaldanbindung.
    Bedingungsloses Grundeinkommen würde ich sofort mitmachen und einem Arbeitslosen die Hälfte meines Jobs zu Verfügung stellen (mönsch, bin ich sozial!). Das wäre zwar mit finanziellen Einbußen verbunden, aber der Zugewinn an Freizeit wäre es mir wert, und da wahrscheinlich noch mehr so denken, hätten wir wahrscheinlich ganz schnell Vollbeschäftigung.

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  5. Weißt du, was ich glaube, viele Menschen würden freiwillig soziale Arbeiten leisten. Ich bin sicher, daß die Mehrheit der Menschen (über 30 jedenfalls) so gestrickt ist, denn viele fühlen sich genau dann richtig wohl, wenn sie gebraucht werden.
    Wenn man also jetzt ein festes Grundeinkommen hätte (und damit auch schon alleine nicht mehr das Gefühl, der Dreck der Gesellschaft zu sein, denn man ist ja dann ein Mensch wie jeder andere auch) und keinen festen Job hätte, würde man sicher anfangen, sich irgendwo freiwillig zu engagieren, sei es bei der Essensausgabe einer Kantine oder für behinderte Kinder.
    Viele 1-euro-Jobs wären sicher für viele akzeptabel, wenn sie nicht so einen entwürdigenden Status hätten.
    Aber dazu müßte natürlich alles anders ticken. Am Ende kriegen wir noch eine Gesellschaft ohne Konkurrenz und wo kämen wir denn dann hin?

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  6. Du hast völlig recht, jeder Dritte in Deutschland ist jetzt schon ehrenamtlich tätig, unglaublich, was da an nichtbezahlter Arbeit zusammenkommt. Daß Arbeitslose faul sind und sich freuen, den ganzen Tag abhängen zu können, ist doch eine Erfindung von Politikern und Wirtschaftsleuten wie Henckel und Hundt, die eine Begründung dafür brauchen, die Sozialleistungen noch mehr kürzen zu können, und die Blödzeitung hilft bei der Stigmatisierung nach Kräften. Sogar ich, das Phlegma in Person, würde mich schnell langweilen und nach kurzer Zeit versuchen, irgendwas mit anderen zusammen zu machen.

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  7. Am Ende würdest du noch bei der Telefonseelsorge landen! 😉 Kleiner Scherz.
    Nein, das mach ich dann und du backst Kuchen mit Kindern, deren Mütter so degeneriert sind, daß sie lieber die Talkshows inhalieren, als ihre Kinder zu versorgen.
    Jaja, genau, wie Blödzeitung und ihre Sender (RTL & Co.) Menschen manipulieren ist so widerlich und wie Menschen sich manipulieren lassen noch widerlicher.
    Wie klein wir manchmal sind, bäh, pfui!

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  8. Jedesmal, wenn ich von Hannover nach Aachen fahre, freue ich mich auf den Rhein, und jedesmal staune ich über solche Irrsinns-Bauten auf der scheel Sick, aber auch nach Ehrenfeld raus. Da ist eine Sorte Großmannssucht am Werk, die du ja trefflich beschrieben hast. Und es scheint kein Kraut dagegen gewachsen. Wenn ich dann die Karnevalsheinis von „Uns Kölle“ schwärmen höre, da frage ich mich, wo die eigentlich leben und ob die zwischen den Auftritten mal hoch gucken, und sich ansehen, was da die sogenannten Stadtväter an Bausünden zu lassen.

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  9. Moderne Repräsentationsarchitektur, die zeigen soll: Hier ist die Macht, Bürgerwurm, schau nach oben, dann weißt du, wie klein und unbedeutend du bist. Wenn die so weitermachen – und sie sind auf dem besten Wege – machen sie die ganze Stadt kaputt.

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  10. Bei der Telefonseelsorge muß man nur zuhören, oder? Kein Problem, wenn ich nebenbei lesen kann … :>>

    Klein, genau, und damit wir nicht auf die Idee kommen, das nicht mehr sein zu wollen, setzt man uns solche Protzbauten vor die Nase, in denen wir Würstchen nichts zu suchen haben.

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  11. Bei Fotos, die mich beeindrucken, und davon hast du schon viele gezeigt, frage ich mich oft: „Wo stand der Fotograf?“, so auch hier beim dritten Foto, wo du wohl recht hoch gestanden hast. Hattest du ne Hebebühne?

    Danke übrigens für die Erklärung, wie du die stürzenden Linien vermeidest. Ich werde mir wohl bald eine gute Kamera zulegen, nachdem meine jetzige das Objektiv nicht mehr einfährt. Dann lohnt es sich auch, das von dir genannte Programm zu benutzen.

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  12. Gut gesehen! Ich war in einem der drei neuen Kranhäuser, die Du bestimmt auch schon aus dem Zug gesehen hast, und durfte eins der Büros besichtigen, von dessen Geschäftsführer oben auch die Rede ist. Ich erzähle demnächst mehr davon.

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  13. Wahrscheinlich hast Du recht, allerdings kann die Zerstörung manchmal schneller gehen, als man gucken kann: Eben war da noch ein Bau aus den 50ern, schwupp, ist er abgerisssen und man staunt jahrelang übr eine riesige Baugrube.

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