Filmpalast am Hohenzollernring

Seit über einem halben Jahr ist er nun schon geschlossen, was damit wird, weiß man nicht: Der Ufa-Palast, 1931 nach Plänen des Architekten Riphahn (der auch die Oper und die Messe entworfen hat) erbaut, war lange Zeit das größte Kino Deutschlands. In den 70er Jahren folgte man der Mode und teilte den Innenraum in 13 Säle, die meisten davon Schachtelkinos. Das kleinste hatte gerade 16 Sitze und eine Leinwand von der Größe eines Badetuches – ich habe vermieden, da hin zu gehen, fernsehen kann ich auch zu Hause. Vor acht Jahren hatte die Cinestar-Gruppe den Komplex übernommen und plante, in diesem Jahr zu sanieren, allerdings nur bei einer Mietminderung, von der der Vermieter aber nichts wissen wollte. Durch die Schließung dieses Hauses, nach dem Cinedom das zweitgrößte der Stadt, gibt es nur noch ein Multiplex, in dem Blockbuster gespielt werden. Die sogenannten Arthouse-Kinos sind in der Überzahl – das dürfte in Deutschland einzigartig sein, im Cinedom reibt man sich vermutlich die Hände. Bleibt nur zu hoffen, daß die Arthouse-Kinos nicht in Versuchung kommen, auch Blockbuster anzubieten, das wäre ganz schlecht für die „kleinen“ Filme, denen die Abspielstätten verloren gingen.

PS: Wer wissen will, was gestern in der Karnevalshochburg Köln los war: Der mutige Blogfreund ich-bin-es war da und hat ein paar Eindrücke eingefangen.

0 Antworten zu “Filmpalast am Hohenzollernring

  1. ja, diese Unsitte Kinos zu teilen- entsetzlich!
    Das herrlichste Kleinkino Berlins ist auf der Kastanieallee, dort sind etwa 30 Sitze im Hinterhof, die Leinwand ist aber recht groß. Und wenn draußen die Tram durchrattert, wackelt das ganze Kino. Ich sah da den aufregend surrealen Film „Black moon“.

    PS: Nein danke.

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  2. Den kenn ich gar nicht, gibt’s doch gar nicht, klingt sehr interessant, was bei Wikipedia steht, habe ich gleich bestellt.
    Ganz kleine Kinos sind nur dadurch gerechtfertigt, daß sie auch nur ganz „kleine“ große Filme zeigen, die also sonst kein Kino finden würden.

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  3. Ich warne vor, der ist absolut strange. Aber wenn man sich drauf einlassen kann, hat er was. Zu dem Kinoambiente paßte er total und ich hatte damals ja auch meinen Lieblings-Kinobegleiter an meiner Seite. (Er hatte niemanden gefunden, der mit ihm in diesen Film gehen wollte, mich brauchte er nicht lange fragen, ich hab ja einen Faible für strange Filme.)

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  4. Im Frühjahr machte bei uns in Frankfurt der Turmpalast dicht. War ursprünglich auf ein UFA-Kino mit langer Tradition, das ausschließlich Filme in ihren Originalversionen gezeigt hat. Ich vermisse es, auch wenn ich während der Semester kaum Zeit für Kinobesuche habe.

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  5. Inzwischen kann man so viel im Internet sehen, daß die Leute sich vermutlich immer mehr das Geld sparen. Bin gespannt, wann der erste Film herauskommt, der speziell für den Handy-Bildschirm gedreht wird.

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