Ausflug ins Naafbachtal

„Mama, warum fotografiert der denn unsere Gießkanne?“ „Das sind Städter, mein Kind, die kennen sowas nicht.“

Man steigt in die S-Bahn Richtung Overath, fährt eine halbe Stunde, läßt sich von einer lieben Freundin abholen, noch eine viertel Stunde im Auto, und schon ist man im wunderschönen Naafbachtal.

Schon Anfang der 30er Jahre entwickelte man Pläne, hier zur Wasserversorgung von Köln und Bonn eine Talsperre zu errichten, anderes war dann aber wichtiger. Gut vierzig Jahre später war es dann so weit: Die zuständigen öffentlichen Stellen kauften viel Land auf und machten sich schon mal daran, alten Baubestand abzureißen: Viele Wassermühlen und andere historischen Gebäude wurden den Bulldozern zum Fraß übergeben. Bald bildete sich Bürgerprotest, Bürgerinitiativen und das Erstarken von Umweltbewußtsein und der Erfolg der Grünen verhinderten die weitere Durchführung.

Ganz vom Tisch ist die Gefahr aber noch nicht: Im Landesentwicklungsplan des Landes NRW ist das Naafbachtal immer noch als mögliches Talsperrengebiet verzeichnet. Das hat aber auch sein Gutes: Um mögliche Entschädigungszahlungen klein zu halten, gilt schon seit Langem ein striktes Bauverbot. Inzwischen sind viele Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und die ganze Gegend als FFH-Gebiet deklariert worden.

Ist es wirklich erst zwei Wochen her, daß wir nach einem Spaziergang im Garten diesen ausgezeichneten „Sylter Apfelkuchen“ gegessen haben? Das zufriedene Lächeln im Antlitz des Buddhas, dessen Lotusblütenlampe übrigens mit einem Sonnenkollektor betrieben wird, war gar nichts gegen das, was ich im Gesicht hatte.

Ein kleines Paradies, so kommt es jedenfalls uns Besuchern vor, und ich hoffe, es bleibt noch lange bestehen – das Pferd macht sich jedenfalls erstmal keine Sorgen.

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