Urlaub in Polen: Epilog

Eine Geschichte muß ich noch erzählen:

In Breslau wollten wir uns für zwei Tage ein Auto leihen, also gingen wir zur Touristeninformation im Zentrum, um uns nach einer entsprechenden Firma zu erkundigen. Es gab mehrere, und der Herr in der Information bot uns an, er könne sich für uns telefonisch erkundigen, ob noch ein Auto zur Verfügung stehe. Gesagt, getan – ja, umgerechnet 40 Euro pro Tag solle es kosten, und ein Mitarbeiter der Verleihfirma „polandcars.com“ würde es sogar herbringen. Hallo? Ist Polen das Sevice-Paradies? – dachten wir. Nach einer halben Stunde erschien ein junger Mann, schnell waren wir uns einig: Für weitere 10 Euro waren wir vollkaskoversichert, und nach Abbuchung der Sicherheisbetrages in Höhe von 1500 Zloty (=370 Euro) von meinem Konto, einer schnellen Unterschrift unter den Vertrag und der Übergabe der Fahrzeugpapiere wurden wir zum Leihwagen kutschiert. Die Gebühren würden, so der junge Mann, mit dem Sicherheitsbetrag verrechnet und der Rest gleich am Folgetag auf mein Konto zurücküberwiesen.

Nach zwei Tagen gaben wir Schlüssel und Papiere wie verabredet bei der Touristeninfo ab, schickten dem jungen Mitarbeiter von polandcars.com eine SMS und baten um eine Kostenabrechnung. Inzwischen hatte ich nämlich den Vertrag, den ich quasi blind unterschrieben hatte, genauer studiert und dabei festgestellt, daß all diese kleinen Serviceleistungen – das Herkommen, das Zum-Wagen-Bringen, das Arbeiten außerhalb der Bürozeiten (es war ein Samstag), das Arbeiten außerhalb des Büros etc. – extra kosten, auch wenn niemand davon gesprochen hatte, weder der Touristenbüromitarbeiter noch der von der Verleihfirma. Wir schrieben eine SMS, dann noch eine … und noch eine – bekamen aber keine Antwort, der junge Mann reagiert einfach nicht.

Als wir nach drei Wochen wieder zu Hause waren, erschien auf meinem Kontoauszug zwar der abgebuchte Betrag, aber keine Rückbuchung. Also schrieben wir emails an die Firma – keine Reaktion. Im Geiste formulierte ich schon Briefe an die Breslauer Stadtverwaltung und an die dortige Polizei – gar nicht, um das Geld zurückzuerhalten, das hatte ich schon aufgegeben, sondern um diesem schändlichen Treiben Einhalt zu gebieten. Meine Begleiterin machte noch einen letzten Versuch – sie rief direkt bei der Firma an. Ausflüchte – „Sommerzeit, kein Personal“ – aber immerhin, man gab man zu, uns noch etwas zu schulden, bräuchte aber noch die internationalen Banknummern etc.

Es vergingen weitere zwei Wochen, und plötzlich erhielt ich tatsächlich eine Überweisung: 166 Euro von polandcars.com, die Rechnung per email. Zur Erinnerung: Zu Anfang war von 40 x 2 Tage = 80 Euro + 10 Euro Versicherung die Rede, tatsächlich beliefen sich die Kosten nun auf über 200 Euro. Tja. Immerhin sind wir nicht betrogen worden, man hat uns nur kräftig über den Tisch gezogen.

Lange Rede, kurzer Sinn:
1. Leiht nie ein Auto bei polandcars.com.
2. Wenn euch als Tourist in Polen jemand ungefragt eine „Gefälligkeit“ erweist, seid euch darüber im Klaren, daß ihr wahrscheinlich dafür bezahlen müßt.

PS: Wenn es gerechte Götter gibt, werden sie das nicht ungesühnt lassen! Allein – mir fehlt der Glaube. 😉

0 Antworten zu “Urlaub in Polen: Epilog

  1. Naja, es lässt sich verschmerzen, denn was ich so mitgelesen habe, war es eine sehr interessante schöne Reise. Ich wollte dich sowieso schon fragen, mit welchem Transportmittel ihr die Reise gemacht hattet, eigenes Auto ja nicht, nur zu Fuß ja wohl auch nicht, auch wenn’s die Wanderschuhe verschlissen hat. Also Bus oder Bahn, organisiert oder nicht? Es erscheint mir nämlich nachahmenswert.
    Gruß marana.

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  2. Ja, läßt sich verschmerzen, zumal Polen (noch) ein günstiges Reiseland ist, und das gilt auch für die Preise bei Bus und Bahn. Meistens wahren wir mit dem Zug unterwegs, nach Zakopane und zurück nach Krakau ging es mit dem Bus schneller. Für die Rückfahrt nach Hause hätten wir aber über 20 Stunden gebraucht, deswegen sind wir von Krakau aus geflogen. Wir sind nicht organisiert gereist, per Internet kann man das alles ganz gut selbst machen: Vorher planen, wie lange man wo bleiben will, dann Unterkünfte suchen und buchen. In Polen hatten wir jeweils relativ zentral gelegene Ferienwohnungen, also mit eigenem Bad und Küche, die immer sehr gut waren.

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  3. hoffentlich ist es ein polnischer gott, damit er auch die richtigen erwischt. echt schade, solche ereignisse, durch die man so misstrauuisch werden muss! aber gut, dass sie euch nicht richtig betrogen haben, so etwas kann einen jahre verfolgen, wie ich aus eigener erfahrung weiß.

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