Urlaub in Polen: Hohe Tatra

„Und das ist ein Sessellift …“ – viel mehr kann dieser Vater auf dem Gipfel des 2000 Meter hohen Berges Kasprowy Wierch seinem Kind nicht erklären, außer vielleicht noch, wie dicht so ein Nebel doch sein kann.

Wenn man schon mal da ist, kann man ja mal Kaffee trinken, dann geht’s mit der Gondel wieder abwärts …

… zur Besichtigung von Häusern im Zakopane-Stil. Er wurde geprägt vom Architekten Stanisław Witkiewicz, von dessen berühmtem Sohn neulich schon mal die Rede war: Witkiewicz verband Elemente der traditionellen Bauweise der Guralen (eines hier ansässigen Volksstammes, der auch den Käse von gestern erfunden hat) mit solchen des Jugendstils. Das Bild oben zeigt das erste, das er gebaut hat.

Die Häuser sind zumeist komplett aus Holz gebaut. Auffällig sind die steilen Dächer …

… die oft durch aufwendige Dachgauben durchbrochen sind.

Jeder Stil wandelt sich mit der Zeit, wenn auch nicht unbedingt zum Besseren …

… die Grundformen jedenfalls begleiten die Einwohner bis zuletzt.

Am nächsten Tag: Strahlendes Wetter. Frohgemut, Proviant und Karte in der Tasche, wollen wir die Hohe Tatra erkunden – aber was ist das? Nach einer Viertelstunde Fußmarsch taucht eine Maut-Station auf – der Besuch der Wälder der Hohen Tatra kostet tatsächlich Eintritt! Überall an den Zugängen zum Wald stehen so kleine Häuschen, in jeder steht ein Mensch und nimmt pro Person umgerechnet ca. 1 Euro ein. Kaum zu glauben, daß sich das lohnt.

Das Gebirge – ist ein Gebirge, sehr schön natürlich: Mal geht es schweißtreibend endlos bergauf, dann wieder endlos bergab, auf daß einem die Knie wackeln, und zwischendurch läuft man zwischen lieblichen Wiesen, verputzt hungrig seinen Proviant und genießt die klare Luft und die schöne Aussicht. Aah – ein Bilderbuchurlaub … der nun aber leider auch schon wieder vorbei ist. Zu schade!

Ende.

0 Antworten zu “Urlaub in Polen: Hohe Tatra

  1. Menno… wie jetzt…? Ende?

    Eine Mautstation für Fußgänger habe ich auch noch nicht gesehen… aber die Natur hat da schon etwas von dem Südschwarzwald.
    Die Häuser im Zakopane-Stil finde ich klasse. Wobei ich wohl auch eher… ähem… zum traditionelleren Stil tendieren würde. 😉

    Danke mein Lieber für diese Fotostrecke. 🙂

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  2. Ja, leider, zu Ende. Schade, daß es schon so viele gibt, die mit Reiseberichterstattung ihr Geld verdienen, sonst würde ich das machen. 😉

    Ja, ich bin auch eher Anhänger des älteren Stils, so eine kleine Hütte würde mir völlig ausreichen (Zentralheizung und fließend warmes Wasser vorausgesetzt).

    Freut mich, daß es Dir gefallen hat. 🙂

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  3. Ich glaube, ich habe noch nie so eindrucksvolle Bilder eines Urlaubs gesehen. Normalerweise meide ich solche Urlaubsberichte, bin auch immer den Menschen ausgewichen, die mir mit ihren Urlaubserlebnissen kommen wollten, hab meistens gedacht, was will ich mit den Allerweltseindrücken, mit denen mir ein unverständiger Kopf die Zeit stehlen will. Aber hier bei dir ist’s anders. Da spürt man Hingabe, Verstand und den Willen, die vielen Eindrücke auf optimale Weise ins Bild zu rücken. Vielen Dank dafür!

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  4. …oh, oh, das Gebäude mit dem gewellten Dach ist ja umwerfend, auch der Zaun davor ist nicht schlecht…witzig ist, dass die Erbauer es sicher ernst gemeint haben…

    (und die Dächer sind so steil, damit der Schnee schnell abrutschen kann…sicher betreten die Bewohner ihre Häuser im Winter in der ersten Etage, weil die untere zugeschneit ist…)

    aber Eintritt in den Wald? …ist das nicht ein bisschen übertrieben?
    jedenfalls ein schöner Wald und wunderschöne Berge…

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  5. Das Haus ist auf jeden Fall ein Blickfang, vielleicht ist es das, was der Erbauer wollte.

    Ja, das mit dem Schnee ist eine gute Erklärung. Allerdings stehen inzwischen auch hier Schneekanonen auf den Pisten, da er nicht mehr, wie früher, garantiert fällt.

    Eintritt in den Wald, das entspricht leider einer immer häufiger anzutreffenden Abzockmentalität. Manchmal bin ich inzwischen verwundert, wenn mal was kein Geld kostet.

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  6. …das ist eine schlimme Entwicklung, es wird immer mehr vergessen, dass die Erde für alle da ist und alle Menschen, aber auch Tiere…die gleichen Rechte auf Leben und Wohlsein haben…manchmal ängstigt mich diese Entwicklung,

    was werden die machen, die ihr Wasser in Zukunft nicht bezahlen können…wenn es dann aufgeteilt ist…sie werden es sich mit Gewalt nehmen müssen…

    wer eigentlich regiert diese Welt…

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  7. Geld – Geld regiert die Welt, alter Spruch, aber immer noch wahr. Und da die verkaufbaren Güter immer knapper werden, überlegt man sich die absurdesten Dinge. Man kann wahrscheinlich nur im Kleinen dagegenhalten.

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  8. Ganz genau so. Außerdem könnte ich mir vorstellen, daß es noch mehr Menschen gibt, die angewidert sind von diesem seelenlosen Geschachere. Und wenn man die trifft, ist es schon nicht mehr ganz so schlimm.

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  9. Ich erinnere mich. Auch Wandern ist nicht so Dein Ding, oder? Beides zusammen, also Berge und Wandern, kann wirklich sehr anstrengend sein, auf Dauer ist mir flaches Gelände auch lieber.

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  10. Also ich bin normalerweise ein Wanderfeind. (no sports) ABER mit einem Ex-Bergsteiger und Wanderfreak zusammenzusein (Bayern!) bringt einen dann schon mal dazu längere Spaziergänge (Zwischenahner Meer, Watt) zu wagen und ich muß sagen: gar nicht übel! Ich gewöhne mich gerade dran und liebe es sehr. Und das tellerflache Friesland ist herrlich für mich.
    Berge: ich will weit gucken und das versperren sie mir. Nix natürlich gegen rolling green hills (Cornwall!), aber so Snowdonia und Konsorten: not my cup of tea.

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