Urlaub in Polen: Kazimierz

Während man in der historischen Altstadt von Krakau den Eindruck haben kann, die Menschenmassen auf der Straße bestehen zu zwei Drittel aus Touristen und der Rest aus Leuten, die die Touristen bedienen, trifft man im Stadtteil Kazimierz auf „echte“ Einwohner.

Ursprünglich war Kasimierz eine eigene Stadt, 1335 gegründet von König Kasimier dem Großen, wahrscheinlich, um die Pilgerscharen aufzufangen, die zu den Königskrönungen und anderen Events anreisten. Etwas abseits vom Gewusel in der Altstadt, ist man zu Fuß doch in 10 Minuten dort.

Zufällig und glücklicherweise ist unsere Unterkunft mitten im Herz dieses Viertels – sollten wir nochmal nach Krakau kommen, werden wir uns wieder hier einquartieren, soviel steht fest.

Viele Menschen auf der Welt haben die Straßenzüge schon einmal gesehen, ohne es zu wissen: Spielbergs „Schindlers Liste“ wurde hier teilweise gedreht. Nach der Vertreibung der Juden aus Krakau im Jahre 1494 siedelten sie sich hier an, und nach der Eingemeindung 1867 sprach man vom jüdischen Viertel Krakaus. Die Nazis dezimierte die Bevölkerung während der deutschen Besetzung drastisch, soll heißen: Sie quartierten die Juden erst um und ermorderten sie dann.

Nach 1945 verkam der Stadtteil völlig, erst seit den 90er Jahren wurde er besonders von jungen Leuten „reanimiert“: Überall gibt es Kneipen, günstige Restaurants und Bars, besonders am Wochenende ‚herrscht reges Treiben auf den Straßen und Plätzen‘ (1 € Strafe für die Verwendung von Allgemeinplätzen – ist bezahlt).

Man kann nur hoffen, daß hier keiner auf die Idee kommt, alle Häuser sauber zu sanieren, die Eigenheit des Viertel wäre dadurch weitgehend zerstört.

Fortsetzung folgt.

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