Mitten in der hektischen Stadt eine Ort der Ruhe, nicht nur für uns Besucher, sondern natürlich besonders für die, deren Körper hier liegen. Als der Friedhof (zusammen mit dem direkt benachbarten Französischem Friedhof) um 1770 angelegt wurde, befand er sich noch außerhalb der Stadtmauern.
Bert Brecht und Helene Weigel haben hier ein weißes Bett, viele seiner einzigartigen Liebesgedichte sind vermutlich an sie gerichtet, …
… und auch Heinrich Mann liegt hier begraben. Wer kennt noch nicht seinen Roman „Der Untertan“? Unbedingt lesen, sehr empfehlenswert.
Aber daß er gleich neben dem dichtenden Stalinisten Johannes R. Becher liegt, muß das sein? Moment, gleich mal nachlesen (Wikipedia weiß Genaueres)… aha: Heinrich Mann war der erste Präsident der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin, konnte sein Amt aber nicht antreten, weil er 1950 vor der Reise in die DDR im amerikanischen Exil verstarb. Eben dieses Amt hatte Becher von 1953-56 inne. Er war übrigens der Verfasser des Textes der Nationalhymne der DDR – und irgenwie auch eine tragische Person, mag er bleiben, wo er ist. Flanieren wir ein wenig weiter …
Viele Trauerfiguren gibt es hier natürlich auch …
Der Schinkel hat doch mal einen schönen Grabstein! Ein bißchen kitschig zwar, aber so einen will ich auch. Wer kennt Schinkel nicht? Aufzeigen! Er war ein sehr berühmter Architekt des Klassizismus Anfang des 19. Jahrhunderts, der mit seinem Stil ganze Generationen beeinflußte. Noch heute sind viele Bauten von ihm zu bewundern, besonders in Berlin. Außerdem setzte er sich sehr für die Vollendung des Kölner Domes ein, der ja seit ein paar hundert Jahren wie ein fauler Zahn in den Himmel ragte. Danke dafür!
Zu guter Letzt das Grab vom idealistischen Staatsphilosophen Hegel – sehr unspektakulär, quasi „auf die Füße“ gestellt. Da ist kein Weltgeist, der zu sich selbst findet, da ist nur Endlichkeit.
Ha! Eine Wienerin! 🙂
Und Schinkel kannte ich nicht.
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Die Weigel hatte bestimmt kein leichtes Leben an der Seite des Schwerenöters Brecht.
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Brechts Schwerenötertum geht sogar so weit, dass sein Werk dahingehend mal genauer unter die Lupe genommen werden sollte, was denn eigentlich wirklich von Brecht stammt … Aber das nur mal so nebenbei.
Als waschechter Berliner war ich noch nie auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof …
(man sagt ja auch, ein echter Berliner war noch nie auf dem Funkturm )
Wenn ich aber Deine Fotos so sehe, sollte ich da wohl mal hin.
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Genau, in Fachkreisen ist bekannt, daß er seine Stücke zusammen mit seinen vielen Frauen entwickelt hat, und es wird vermutet, daß in einigen deren Anteil sogar größer ist als seiner – vor nicht allzulanger Zeit ist darüber ein Buch erschienen, müßte ich nochmal recherchieren.
Geh am besten im Frühling, mach schöne Fotos, setz sie ins Netz – und sag mir Bescheid. Denn ich kenne bis jetzt ja nur die Winteransicht. 😉
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…ähhh und Du willst tatsächlich so ein schönes grosses Schinkelgrab haben?
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Na gut – das war wohl eher eine Spontanreaktion, eigentlich wäre mir die Vorstellung lieber, als anonyme Asche auf einer namenlosen Wiese den Gräsern Dünger zu sein. Aber wenn schon ein Grab, dann mit einem Kunstwerk, an dem die Friedhofbesucher vorbeigehen und denken: Hach – schön!
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Das war ein Hallodri, gell!
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Jaja, an Schinkel kommt man in Berlin irgendwie nicht vorbei.
Tolle Fotos, vor allem die Birkenallee ist ja toll. Ganz starkes Bild. Und immer wieder: Friedhöfe! Die weißen Betten, das gefällt mir auch.
Auf Friedhöfen sind Regen, Schnee oder fallendes Laub ein Muß. So gehört sich das.
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Danke. 🙂 Mit der relativ frischen FZ38 gemacht, die endlich die Linien nicht so verzerrt wie die alte Kamera. Und dieser Friedhof ist ein sehr dankbares Motiv.
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Absolut. Ja die Kamera ist ein Schätzchen, finde ich auch. Auch für Innenräume- wow!
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