Dominikanerkloster in der Lindenstr.

Die Kirche des Dominikanerklosters, 1904 erbaut, 40 Jahre später in Schutt und Asche gelegt, aber bereits 1947 bis 52 wieder aufgebaut, ist von Innen recht schlicht gehalten, Farb- und Lichtakzente sind sparsam und wirkungsvoll eingesetzt.

Und auch von Außen fällt das Gotteshaus kaum auf, dieses Tor ist das Markanteste der ganzen Fassade, und hätte es nicht wie neulich weit offen gestanden, würde ich vielleicht immer noch achtlos daran vorbeigehen.

Was man aber dringend einmal renovieren sollte, ist das:

Wer, zum Teufel, ist für diese Decke verantwortlich? Genau der, oder? Oder der Zeitgeschmack der 50er Jahre? Okay, dann ist es natürlich ein historisches Dokument, und mir kann es ja auch egal sein – ich denke dabei nur an die Dominikaner … vielleicht könnte man sie wenigstens zuhängen …

Sonntagnachmittag

Was macht man an einem verregneten Sonntagnachmittag in der Großstadt? Man spielt Herbst von seiner angenehmen Seite: Die Museumsbuchhandlung lädt wie immer zum Stöbern ein. Dann läßt man alle Starbucks und Bäckereikettencafés links liegen und geht schnurstracks ins Antik-Café, um bei ausgezeichnetem Kuchen und Milchkaffee seine Nase in die Neuerwerbungen zu versenken. Der Tag ist gerettet.

Rheinpark, Teil 1

Früher war Köln eine rein linksrheinische Stadt. Das änderte sich erst, als 1888 der der Innenstadt direkt gegenüberliegende heutige Stadtteil Deutz eingemeindet wurde. Etwas später (1907 – 1913) wurde dort am Rheinufer eine 48 ha große Parkanlage angelegt, die bis zum nächsten Stadtteil reicht.

(1855)

Der Park hat zum großen Teil das Flair der 50er Jahre, da im 2. WK natürlich alles zerstört wurde, so daß zur 3. Bundesgartenschau 1957, die hier stattfand, alles neu gebaut wurde. 2007 wurde er zum schönsten Park Deutschlands gekürt, 2008 zum zweitschönsten Europas.

Die Architektur des Parkcafé ist typisch für diese Zeit, eine Schande, daß man es nun verfallen läßt. Unten wird nur noch ein Kiosk betrieben.

Zwischen Blumen und Brunnen geht es weiter …

… zu weitläufigen Liegewiesen. Hier kann man seine Ruhe haben, wenn mal will, man findet immer einen Fleck ohne laut spielende Kinder oder Ghettoblaster-bewehrte Jugendliche.

Mit der Seilbahn kann man über den Rhein bis zum Zoo auf der anderen Seite schweben – das ist etwas, was ich unbedingt noch machen muß, aber nur bei schönerem Wetter.

Tanzbrunnen im Rheinpark

Am Tanzbrunnen, einem umzäunten Areal des Rheinparks, werden manchmal kleine Märkte veranstaltet, wie zum Beispiel dieser Blumenmarkt, auf dem man günstig Setzlinge und Gartenzubehörartikel kaufen kann.

Im Sommer finden hier Open-Air-Veranstaltungen statt, z.B. Black Föös und andere Lokalgrößen, aber Santana war auch schon da, demnächst kommt Neil Young. Und bei gutem Wetter gibt es Freiluftkino.

Blumensetzlinge gut und schön – aber ich bin auf solchen Märkten immer ganz froh, wenn es auch andere Motive gibt.

Nachdem ich mich an dem Stand mit den türkischen Spezialitäten an den Pröbchen sattgegessen hatte – Knoblauchfrischkäsepasten, Avocadocreme, eingelegte Tomaten, Oliven etc. – entdeckte ich diesen Stand:

Wenn man diese Früchte rechtzeitig pflanzt und immer schön pflegt, kann man zweimal im Jahr sogenannte „Kekse“ ernten. Schade, daß ich keinen Garten habe.

Am Rheinpark

„Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich;
das Meer brause und was darinnen ist;
das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist;
und lasset rühmen alle Bäume im Walde vor dem Herrn“,
steht da an der Wand.

Kann man machen, fröhlich sein im Sonnenschein, aber Meere brausen nicht in dieser Stadt, nur der Rhein fließt träge und angenehm gewissenhaft, und die Bäume können rühmen, wen sie wollen, hauptsache, sie rascheln schön und spenden Schatten, wenn man ihn braucht. Und wenn man müde ist von des Tages Lasten, kann man den Herrn einen guten Mann sein lassen und sich darüber freuen, daß da eine Bank steht.

PS: Psalm 96