Im Laden des Schokoladenmuseums trifft der Blick unversehens auf eine Beleidigung: „Leck mich“, steht da, man erwartet „Hau bloß ab!“ oder
„Verp
dich, Du
!“. Ist das eine neue Verkaufsstrategie? Erwartet man, daß die Käufer denken: „Hey, geil, das muß ich haben, das schenke ich Onkel Kurt zu Weihnachten, hehe.“? Nichts dergleichen, es ist noch schlimmer: Man soll seinem oder seiner Liebsten Schokoladen-Body-Paint irgendwo auf die nackte Haut malen und das dann ablecken. Oder sich selbst und das dann ablecken lassen. Braucht man dazu Schokolade? Gut, jeder nach seinem Geschmack. Aber ich sehe schon karnevalistische Witzbolde, die sich während der tollen Tage damit einschmieren und zur allgemeinen Verfügung stellen, in der Hoffnung, so zu Kontakten zu kommen, die frau nicht einmal mit einem Ganzkörpergummi eingehen möchte.
Diese Herren in Uniform läßt das völlig ungerührt.
Schlagwort: Neustadt Süd
Innenstadt
Ein sicheres Geschäft ist nicht nur eine Kaffeebude am Rhein, sondern auch ein Abschleppunternehmen. Dazu ein paar Zahlen:
Köln hat eine Fläche von 405 qkm. Zieht man die bebaute Fläche (140), den Wald (55), Parks (41) und Wasserflächen (20) ab, bleiben 139 qkm übrig für Straßen, Gehwege und öffentliche Plätze.
In Köln sind ca. 410.000 Autos zugelassen. Angenommen, in Köln gäbe es keine Straßen und Plätze, sondern nur und ausschließlich Parkplätze, stünden jedem Auto 0,33 qm zur Verfügung, das sind weniger als 60 mal 60 Zentimenter.
Aber die Autos würden dann ja eng an eng stehen, keine Straßen, das macht doch keinen Sinn, außerdem müßten sie so klein sein, daß keiner reinpaßt. Deshalb gibt es nur eine Lösung: Die Autos müssen fahren! – auch mal ein bißchen außerhalb der Stadtgrenzen, dann funktioniert’s. Tja, und wer keine Lust mehr dazu hat, der hat gute Chancen, abgeschleppt zu werden, je nach Wochentag und Tageszeit kostet das 209 bis 247 Euro pro PKW. Morgen melde ich ein neues Abschleppunternehmen an.
Zülpicher Str. / Brad Bryxdale
In der Kneipe links habe ich schon öfter gesessen, als sie noch „Cuchini“ hieß, der Imbiß „Ferkulum“ ist ein Grieche und so làlà, nichts Besonderes also. Weshalb ich das Foto hier zeige: Es ist eine schlechte „Kopie“ eines Fotos von einem Fotografen, auf den mich Blogfreund BoDoW aufmerksam gemacht hat: Brad Bryxdale macht sehr sehenswerte Schwarz/weiß-Fotos aus Köln. Dabei kommt es ihm nicht so sehr auf den dokumentarischen Effekt an, ihn interessiert Bewegung, Zufall, der Augenblick, die Stadt ist meist (wenn auch sehr reizvoller) Hintergrund. Bestimmt schon über tausendmal bin ich an dieser Stelle vorbeigelaufen, daß sie allerdings so aussehen kann, wie auf seinem Bild, war mir bisher entgangen. Bemerkenswert, eindringlich.
Südbahnhof
Sieh an, die Graffiti-Künstler werden auch immer origineller, dachte ich, als ich an diesem kleinen Werk vorbeikam: Eine Kachel, im öffentlichen Raum an die Wand geklebt. Bei genauerem Hinsehen sah ich allerdings einen kleinen Zettel, der neben der Kachel hing, auf dem stand: „Blauer Sommer, 2007, Sifore, Acryl auf Kachel (20×25 cm), Bahnhof Süd Serie Part 6, Galerie Bahnhof Süd, 500 Euro “. Tja, irgendwie muß jeder mal zu Geld kommen. Wenn sich jemand findet, der sich damit das Badezimmer neu kacheln läßt: Herzlichen Glückwunsch! Ich bin das jedenfalls nicht.
Richard-Wagner-Str.
Tja – so kann’s kommen, 30 cm, und der Verkehr liegt lahm, solange jedenfalls, bis der Fahrer des PKW gefunden ist. Während der 5 Minuten, die ich das beobachtet habe, ist nichts passiert, die Kreuzung war in zwei Richtungen nicht mehr befahrbar. Fußgänger konnten drumherum laufen, daher hielt sich mein Mitleid mit den Autofahrern in Grenzen.
Eisenmarkt / Aachener Str.
Ein Denkmal zu Lebzeiten, das gab’s hier bis dahin noch nicht: Als es 1992 aufgestellt wurde, hatte der berühmte Volksschauspieler Willy Millowitsch (1909 – 1999) noch ein paar Jahre vor sich. Ich habe ihn nie live erlebt, das Theater Millowitsch gibt es aber noch, es wird von seinem Sohn Peter erfolgreich weitergeführt.
Die in künstlerischer Hinsicht mißlungene Figur wurde zum großen Teil von Harry Owens gestiftet, dem Begründer des „Traumtheater Salome“. Dieses Zelttheater, gekennzeichnet hauptsächlich durch Akrobatik, Tanz und (etwas zu gewollte) Poesie, versuchte, sich im Schweif von Zirkus Roncalli zu etablieren.
Hohenstaufenring
Und? Kennt den noch einer? Wie hieß noch mal gleich diese Versicherung mit Herrn Kaiser … oder diese Brillenwerbung: „Wenn ich noch mal anfangen könnte, würde ich gleich zu Fielfrau gehen.“ Am Ring gibt es einige trendige Möbelgeschäfte, wo kleine Tisch-Stehlampen 249,00 Euro kosten und es einfach ach so hip! ist, wenn ein Angestelltengesicht aus dem Osten einem beim Kochen zusieht. Was der sonst so gemacht hat? Ist doch egal, hauptsache trendy.
Unfall
Rumms! – oh je, da hat’s geknallt. Die ganze Nachbarschaft steht an den Fenstern, Polizei und Krankenwagen sind bereits unterwegs, die Fahrzeuginsassen sind aber anscheinend ohne größere Blessuren, wenn auch auf wackeligen Beinen stehend, davongekommen – Airbag sei Dank. Mein Fahrrad hat leider keinen – Airbag meine ich, man muß sehr defensiv fahren und gute Bremsen haben. Jeden Tag verbringe ich ca. eine Stunde auf dem Fahrrad, und wäre ich nicht vorsichtig, könnte ich mich jeweils in dieser Zeit im Schnitt drei mal ohne meine Schuld überfahren lassen.