Hohenstaufenring

Nachdem wir neulich bei Blogfreundin Karin darüber sinniert haben, welche Bücherattrappen ein Möbelhändler ins Regal stellen soll, ist mir diese Ausstattung aufgefallen: Es scheint sich um x-fache Ausgaben derselben Zeitung zu handeln. Also entweder ist das Regal für einen Zeitungsgrossisten gedacht (ich prophezeie keinen hohen Absatz des Regals, denn dafür ist es zu unpraktisch), oder vielleicht für jemanden, der seinen Kamin mit Zeitungspapier heizt und den Verteilern der kostenlosen Wochenzeitungen, die diese massenhaft vor die Haustüren deponieren, hinterherläuft, um alle wieder einzusammeln und bei sich zu Hause zu horten. Hm.

Im selben Laden kann man diese hübsche Lampe kaufen, also eigentlich zwei, neckisch ist die erste von einer zweiten umgeben. Das Blöde ist nur, daß das Plexiglas alle anderen Lichter der Umgebung spiegelt, aber vielleicht soll das ja so sein.

Wahlfang auf der Studentenwiese

Ob das der richtige Ort ist für diese (neo-)liberale Dame? – von der Partei übrigens, die auch in Krisenzeiten nicht müde wird, nach mehr Eigenverantwortung des Einzelnen zu schreien rufen, wobei in erster Linie natürlich nicht die Banker und Manager gemeint sind, die die Krise verursacht haben. Gut, die Zeiten, in denen man den Leuten an der Kleidung angesehen hat, was sie wählen, ist lange vorbei, die Studenten sind ja auch lange nicht mehr so politisiert, und so ein junges Gesicht – wer weiß, vielleicht fängt man doch ein paar Stimmen. Eine gegnerische Partei, die die Wählerstimmen für sich haben möchte (obwohl sie auch keine Ahnung hat, was zu tun ist), behauptet, daß die schöne Oberfläche eine häßliche Wahrheit verbirgt:

Koch
Fotoquelle unter GNU-Lizenz.

Welche Abbildung zeigt den „Finanzhai“? Wer übrigens eine Ähnlichkeit entdeckt, ist selbst schuld.

Lindenstr.

Wenn man bei der Maifeier zuviel getrunken hat, ist so ein würziges Sushi vielleicht gerade richtig, um den Mineralienhaushalt des Körpers wieder auf Trab zu bringen. Aber wieso stehen da keine Preise dran? Deshalb:

Der junge Mann hat das bloß auf seiner Badehose. Ich bin wahrscheinlich hoffnungslos altmodisch, in Geschmacksfragen vor ca. 30 Jahren stehengeblieben, aber ich kann nichts dafür, mich befällt ein tiefes Bedauern mit den jungen Menschen, die sich vom Modediktat beherrschen lassen und sowas tatsächlich tragen. Selbst in Schwarz wären die Hosen nicht mein Fall.

Richard-Wagner-Str.

Die Restornamente zeigen: Hier hat mal ein schönes Haus aus der Zeit des Historismus gestanden, das, vermute ich, im 2. WK zerstört wurde. An der Brandmauer kann man die alte Einteilung der Zimmer noch sehen. Heute hat der Ort den verrotteten Charme der 50er Jahre.

In diesem heruntergekommenen Flachdachbau ist überraschender Weise noch viel Leben: Eine Fahr- und Ballettschule – die Autos können nach Absolvierung Can-Can tanzen – und das „Café-Theatre amusette“.

Obwohl ich mich einerseits immer wieder wundere, daß es solche Lücken mitten in der Stadt in der besten Lage immer noch gibt, bin ich andererseits fast entsetzt, wenn man sie schließen will: Das ganze Gelände von 1566 qm steht zum Verkauf. Und was dann da hin kommt, ist wahrscheinlich die übliche abstoßende Charakterlosigkeit moderner Zweckarchitektur.
Aber vielleicht hat die Wirtschaftskrise ja auch mal was Gutes, und es findet sich kein Käufer.

PS: Zum Vergrößern bitte auf das jeweilige Foto klicken.

Frühling in der Stadt

Aah – es wird Frühling. Nicht nur die Bäume schlagen endlich aus, auch Ralf („meine Freunde nennen mich Ralle“) hat wieder sein Revier abgesteckt, mit frisch geputztem Rost und ausgewechseltem Öl geht’s in die neue Saison.
Die Kneipe in der Nachbarschaft hat beim ersten Sonnenstrahl die Stühle und Tische aufgestellt und kredenzt nicht nur Kölner Flönz und Berliner Weiße, sondern auch Chicken Wings mit Salat aus Bunte – keine Ahnung, wo das Örtchen liegt.

Jülicher Str.

Neue Frisur gefällig? Typ Medusa, wie an der Tür, ein Blick der Männer, und sie erstarren. Oder Typ Windsbraut im gothic style, das sorgt für geheimnisvollen Wirbel und macht die Frauen rätselhaft. Die ungesunde Hautfarbe könnte abschreckend wirken, aber vielleicht soll sie das ja auch. Termine nur nach Vereinbarung.

Eierplätzchen

Gemütlich am Sonntagnachmittag vorm Café Römerpark in der Südstadt einen Tee trinken – letzten Sonntag war’s möglich, auch wenn die Decken noch bereit lagen. Inzwischen haben uns die Polarwinde wieder fest im Griff, aber es gibt schon mal einen kleinen Ausblick.