Limburger Str.

„Alibi“ ist der beste Krimibuchladen der Stadt, allerdings auch der einzige. In Anlehnung an den Titel eines Krimis von Edmund Crispin („Der wandernde Spielzeugladen“) kann man hier auch von einem wandernden Buchladen sprechen: Zuerst war er ganz klein in einer Nebenstraße, dann kamen größere Räumlichkeiten schräg gegenüber. Später eine Top-Adresse direkt am Ring, großzügig wie ein Haute-Couture-Geschäft, dann plötzlich für kurze Zeit im Keller einer anderen Buchhandlung. Ich dachte schon, das war’s, aber nein, wie Phönix aus der Asche tauchte der Laden in der Ehrenstr. wieder auf, super Lage, hier brummt’s, viel Fußgängerdurchgangsverkehr, aber die Situation für Krimis ist wohl nicht mehr so gut, und bei gleichzeitig steigenden Mieten ist es vermutlich schwer. Nun ist er wieder umgezogen, kleiner, bescheidener, die Lage nicht so günstig, wenn auch ganz in der Nähe.
Ich hoffe, es gibt ihn noch lange, denn Manfred Sarrazin, auch ein gern gesehener Gast im Fernsehen und Radio, und seine MitarbeiterInnen sind absolute Spezialisten, es gibt wohl nichts, was die nicht kennen. Hat man einen guten Krimi gelesen und möchte etwas Ähnliches: Kein Problem, die wissen garantiert zu helfen. Wenn Bücher nicht so teuer wären, wäre ich viel öfter da … nehmen wir an, von guten Krimis kann man zwei pro Woche lesen, 10 Euro das Stück, sind 80 Euro im Monat. Wer soll das bezahlen?

EDIT Anfang 2013: Kürzlich wurde der Laden leider geschlossen, da der Inhaber unheilbar erkrankt ist. Ich wünsche ihm alles Gute.

EDIT Anfang April 2013: Der Inhaber ist leider verstorben.

Palmstr.


Die Bar „Chez Moi“ ist eine Striptease-Bar. Das Bier kostet hier pro Flasche 6 Euro, härtere Sachen 11 Euro. Wie – woher ich das weiß?! Ich – äh – habe da in den Schaukasten gekuckt, die drei Fotos waren nicht sehr werbewirksam, unter Erotik stell ich mir jedenfalls was anderes vor. Noch in den 80ern wimmelte es hier von solchen und ähnlichen Läden, Pornokinos reihten sich aneinander, und der Straßenstrich war nicht weit entfernt (habe ich gehört). Heute ist nicht mehr viel davon zu sehen, noch ein Dr.-Müller-Sexshop, eine große Table-Dance-Bar um die Ecke und vielleicht die ein oder andere Bar mit Animierdamen, das war’s.
Die Kirche im Hintergrund ist … ist … verflixt, wie heißt die nochmal …

Breite Str./Ecke Tunisstr.

Die WDR-Arkaden wurden Anfang der 90er Jahre vom hochdekorierten Architekten Gottfried Böhm erbaut, der übrigens auch die Entwürfe für die umstrittene Moschee in Köln-Ehrenfeld erschaffen hat. Im dekonstruktivistischem Gebäude befinden sich nicht nur Studios und Büros des WDR, sondern auch jede Menge Geschäfte: In dem Café auf der Ecke soll man angeblich den besten Espresso der Stadt trinken können (die Leute haben meinen noch nicht probiert ;-), außerdem findet man alles, was man woanders auch kaufen kann: Super- und Elektromarkt, Bäckerei, Schuhgeschäft, Tier- und Buchhandlung, Ökoschokoladerie etc. bieten an einem Ort ihre Waren feil. Ich kenne hier besonders ein chinesisches Restaurant, ein All-you-can-eat – für 5,90 Euro kann man hier so viel essen, wie man will und kann.
PS vom 16.12.: Alles falsch, Asche auf mein Haupt – diese Läden befinden sich alle im Du-Mont-Carré ein paar Schritte weiter in der selben Straße. Habe ich velwechsert, tze tze, vielen Dank an den lieben Lemming für den Hinweis.

Hafenstr.

No ice in no sunshine. Ein Winterdienst ist nicht vorgesehen. In der Tonne könnte man vielleicht ein Feuer entfachen, um sich an ihm zu wärmen. Aber hierhin verschlägt es nicht einmal Obdachlose, außerdem sind wir nicht in New York. In der Nähe lag übrigens das Hausboot der Kelly Family, lange haben sie es allerdings nicht ausgehalten.

Luxemburger Str.

Hä?! – was soll das denn? Nix zu sehen auf dem Bild. Noch passiert ja auch nichts, aber gleich, gleich geht’s los, wenn das Licht gedämmt wird, der Vorhang geht auf, und wenn die Werbung vorbei ist, ist es endlich da: Kino!!
Das „Weißhauskino“ ist ein Familienbetrieb, die Süßigkeiten und Getränke werden gleich an der Kasse mitgekauft, der Kartenabreißer ist ein ca. 12-jähriger Junge (jedenfalls nachmittags). Das Programm ist ambitioniert, viel französische Filme, aber auch internationale kleine Produktionen, die vermutlich kein großes Publikum finden, werden hier in zwei Sälen gezeigt. Nur ab und zu, vermutlich, um nicht einzugehen, gibt es Blockbuster à la ‚Harry Potter‘. ‚Betty Blue‘ war wahrscheinlich der Lieblingsfilm des Besitzers, denn der lief monatelang im Sonntagsmatiné, und zur Zeit läuft nebenbei ein Charles-Bronson-Festival … warum auch nicht, Mut zum Ausgefallenen. Ich hoffe, das Kino gibt es noch lange, obwohl es bestimmt schwierig ist, es zu halten.