Die hohe Zeit der irischen Pubs in Deutschland ist, glaube ich, vorbei, und da die Leute immer weniger Geld für die Gastronomie haben, weil die Preise dort immens gestiegen sind, lohnt es sich wahrscheinlich immer weniger, das wohlschmeckende, aber noch mal extra teure Bier anzubieten. Und da weniger Leute kommen, ist auch das Essen nicht immer so frisch, wie es sein sollte, und man geht woanders hin, selbst wenn man es sich leisten will – eine Abwärtsspirale, die nicht selten zur Schließung führt. Ich kenne noch vier irische Kneipen in der Stadt, zwei liegen im Touristenviertel und leben von den Besuchern aus Großbritannien, eine liegt im Studentenviertel, und die auf dem Bild, die etwas abseits liegt – ich gebe ihr nicht mehr lange.
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Blücherpark
„Ja, ist es denn gut, daß Marla um halb sieben noch auf den Spielplatz geht?!“ fragt der junge Vater mit gespielter Sorge, in der die Hoffnung mitschwingt, daß es viel zu spät ist – die Sportschau ist noch nicht zu Ende. „Aber sicher,“ antwortet die Mutter scharf, dann zuckersüß im antiautoritären Singsang zu ihrer Tochter: „Du möchtest doch noch gerne auf den Spielplatz, oder Marla?“
Hätte die ca. vierjährige Marla schon die nötige Urteilskraft und den entsprechenden Wortschatz, würde sie wahrscheinlich antworten: „Ich bin vier Jahre alt und objektiv weitgehend gefühlsgesteuert in meinen von Kurzfristigkeit geprägten Entscheidungen, ihr seid meine Eltern, ich habe ein Recht darauf, daß ihr wißt, was gut für mich ist!“ Stattdessen nickt Marla nur ergeben, vermutlich spürt sie nur, daß ihre Rolle die des Prellbocks ist zwischen ihren Eltern.
Der Blücherpark wurde zwischen 1911 und 1913 angelegt. Er ist ein Rechteck von 700 x 200 m, entsprechend streng geometrisch ist die ganze Gestaltung. Auf dem bei Sonnenschein leicht brackig riechenden Weiher kann man Ruderboot fahren, an einer Stirnseite befindet sich ein kleiner Biergarten, mehr ein Kiosk mit Außengastronomie. Bier, Säfte und Kaffee gibt es hier in Selbstbedienung, aber auch kleine Gerichte, wie z.B. Bockwurst mit Kartoffelsalat oder der obligatorische Salat mit Putenbrust, alles allerdings in guter Qualität (und entsprechenden Preisen).
Volksgarten
Der Volksgarten macht seinem Namen alle Ehre: Viel Volk, das es sich hier gut gehen läßt. Man kann auch einfach nur mal so durchfahren und schauen, ob man jemanden kennt.
Oder – rechts im Bild – mit den Schwänen um die Wette Tretboot fahren (also – äh … die fahren natürlich nicht Tretboot).
Kindergeburtstag ist im Freien relaxter, Grill und ein kleines Fäßchen Bier dabei, da kann nichts schief gehen.
Schokoladenmuseum
In direkter Nachbarschaft zum Sportmuseum (s. gestern) befindet sich das Schokoladenmuseum.
Durch die hohe Besucherzahl trägt es sich selbst: Es ist das meistbesuchte Museum der Stadt und bundesweit unter den Top-Ten (Quelle: Wikipedia), der Eintritt kostet 6,50. Kurz nachdem es 1993 geöffnet wurde, war ich mal da, und soweit ich mich erinnere, lohnt der Besuch nicht: Jede Menge großformatige Fotos, eine miniaturisierte Produktionsstraße und ein Schokoladenspringbrunnen – blöd.
Im Gewächshaus wachsen – na, was wohl? Schokoladentafeln? Marzipanbrote? Falsch, das gibt’s woanders: Im Eingangsbereich ist ein Schokoladengeschäft, das man auch ohne Eintritt betreten kann – sehr verführerisch.
Das Gebäude, die Verbindung von Alt und Neu, finde ich sehr gut gelungen. Von der frei zugänglichen Terrasse hat man einen schönen Rundblick auf den Rhein.
Sportmuseum
In einer ehemaligen zweistöckigen Zollhalle aus dem 19. Jahrhundert im Rheinauhafen ist seit ein paar Jahren das „Deutsche Sport und Olympia Museum“ untergebracht. Nach eigener Aussage wird neben den Wechselausstellungen dem Besucher mit der ständigen Ausstellung 2500 Jahre Sport nahegebracht – da mich kaum etwas weniger interessiert als Sport, scheue ich die Ausgabe von 5 Euro Eintritt, um zu überprüfen, ob das auch stimmt.
Auf dem Flachdach sind ein Tennisplatz und ein 18×40 Meter großer Fußballplatz (sic!) angelegt … Sachen gibt’s!
Südfriedhof
Der Südfriedhof ist relativ jung: 1901 wurde er geöffnet und hat heute ein Ausdehnung von 63.000 m². Er ähnelt einer großen Parkanlage mit üppigem Baumbestand und lichten Flächen. Auffallend sind weite Flächen mit begrasten Reihengräbern: Hier liegen über 10.000 Opfer der beiden Weltkriege, Fliegeropfer, Kriegsgefangene, ‚gefallene‘ Soldaten. Es gibt sogar zwei Ehrenfriedhöfe, wo Angehörige der britischen bzw. der italienischen Armeen begraben sind. Seit 1997 wird eine kleines Areal nur für verstorbene Obdachlose reserviert, die keine Angehörigen hatten, die Pflege wird von Spenden finanziert.
Roonstr.
Das Atelier-Theater, in den 80ern von Kalle Pohl gegründet, wird inzwischen von der Kabarettistin Rosa K. Wirtz geführt. Das Theater ist klein und gemütlich, es treten fast täglich nur Kabarettisten und Comedians auf. Im Sommer gibt es im angegliederten Café die Reihe „Gratis – aber nicht umsonst“, bei freiem Eintritt kann man sich junge Nachwuchskünstler anschauen und -hören. Eine gute Sache, ich hoffe, ich schaffe es dieses Jahr endlich, auch mal hinzugehen.
Händelstr.
Nanu – ein neues asiatisches Viertel geplant? Warum auch nicht? – die Deutschen sterben aus, also sollten uns Gäste aus anderen Ländern willkommen sein, die bei uns arbeiten wollen. Daß die dann auch ihre eigene Kultur mitbringen, ist klar – und gut so, nur so kann sich eine Gesellschaft weiterentwickeln.
Aber bislang ist das Viertel nur in einem überdimensionalen Schuh, keine Ahnung, was uns die Werbeleute damit sagen wollen.
Himmel über Köln
Huh – da braut sich was zusammen. Meinetwegen kann’s ruhig ordentlich donnern, der Regen soll heftig fallen, daß die Autos anhalten müssen, weil ihre Scheibenwischer nicht gegen die Fluten ankommen – vom prasselnden Regen abgesehen tritt in der Stadt eine unnatürliche Ruhe ein. Aber dann soll es auch gut sein, alles soll blitzen wie blank geputzt, und die heiße Sonne soll die Straßen schnell wieder trocken dampfen.