Das ist eine moderne evangelische Kirche in Köln-Marienburg, dem Reichen-Viertel in Köln: Breite Alleen, in denen vielräumige Villen mit großen umzäunten und durch Überwachungskameras abgesicherten Anwesen stehen. Hier hat z.B. auch Tina Turner mit ihrem frisch angetrauten Ehemann gewohnt, als der noch stellvertretender Leiter von EMI-Deutschland, ihrem Plattenlabel, mit Sitz in Köln war, sie war zu der Zeit Köln prominenteste Bürgerin. Ich habe sie aber nie getroffen, offenbar ging sie woanders einkaufen als ich.
Schlagwort: Köln
Brüsseler Ecke Roonstr.
Kaum ein gastronomischer Betrieb, der bei Sonnenschein keine Tische und Stühle auf den Bürgersteig stellt,und sei er auch nur 1,50 m breit. Auf der einen Seite ist das ganz nett: Mediterranes Flair entsteht, wenn Angehörige aller Nationen bis spät abends an den Straßen sitzen, relaxt etwas trinken und den Tag Revue passieren lassen. Manchmal ist es aber auch sehr nervig, wenn man schnell mal irgendwo hin will, und überall steht die Möblierung im schmalen Weg, umringt von finanzkräftigen rücksichtslosen angetrunkenen Freizeitgenießern. Auf einem Platz freilich ist es immer in Ordnung.
Jülicher Str.
Nichts los im Café Central, fast ein Hauch von Nighthawks-Stimmung, wenn man von außen hinein schaut – aber der Eindruck täuscht, es ist so warm, die Leute sitzen alle draußen.
Panther
Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.
Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)
Sonntag
Und was macht man an einem sonnigen Sonntag in der Großstadt? Man geht Sehenswürdigkeiten betrachten …
… oder setzt sich in die Straßenbahn, fährt ein paar Stationen und landet im „Forstbotanischen Garten“.
Der ist ziemlich groß, viele alte Bäume, die Luft ist frisch und parfümiert …
… manchmal stinkt’s aber auch nach Moder und Abfall. Natur eben. Kein Wunder, wenn man sieht, daß die Büsche ihr altes Zeug einfach so auf den Boden schmeißen – das sollte ich mir mal erlauben!
Und mit Glück läuft einem eines jener seltenen Naturschauspiele über den Weg, weshalb sich der Ausflug allein gelohnt hat: Homo erectus germaniae im Sonntagsstaat – pssst, leise, sonst laufen sie weg!
Moltkestr., Ecke Jülicher Str.
Man kann sagen über die Einrichtungs-Mode der 70er Jahre, was man will, immerhin hatte sie Charakter. Orange und Brauntöne, viel Plastik und Furnier sollte sich abgrenzen von der Miefigkeit der 60er Jahre. Allerdings sollte man sich auch nicht täuschen lassen durch die heutigen Retroläden, die den Eindruck vermitteln, damals hätten alle so etwas gehabt: In den WG-Kreisen, in denen ich verkehrte, galt sowas wie auf dem Bild als fabrikneuer Schrott, man stellte sich lieber Omas alten Küchenschrank in die Wohnküche, zweiteilig, oben mit Glasscheiben in den Schranktürchen. Der war zwar ein Monstrum in seinen Ausmaßen, wurde aber liebevoll abgeschliffen und neu angemalt. Die Klamotten verstaute man in selbstgebastelten Regalen, und Designer-Lampen, wie sie oben zu sehen sind, wären höchster Ausdruck verabscheuungswürdiger Spießigkeit gewesen.
Händelstr.
Ich hatte keine Ahnung von „Emily the Strange“, bis mir der kleine Laden mit den „Emily“-Produkten aufgefallen ist. Ich gehöre zwar nicht zur Zielgruppe, aber ich bin aufmerksam geworden – Ziel erreicht, jetzt müßte ich nur noch kaufen, habe aber keine Verwendung für Mädchenklamotten. Die 13-jährige Emily ist eine Comicfigur, zu Anfang allerdings ohne Comic, man hat zuerst Merchandising-Produkte, also T-Shirts, Kalender etc., mit ihrem Motiv entwickelt, die Comics folgten später. Wer sich mehr für diese stilisierte Nonkonformisten-Figur interessiert, kann bei Wikipedia nachlesen.
Biergarten Alteburg
… heißt so, weil er an der Alteburger Str. liegt, etwas versteckt in einem alten Hinterhof. Klein und wirklich sehr gemütlich, überall hängen geheimnisvolle Kunstwerke an den Wänden. Der Kellner war so nett, uns ungefragt vom Holzfällersteak abzuraten – zu zäh und zu sehnig – und stattdessen etwas anderes zu wählen. Was wir dann auch taten, und es war ausgezeichnet.