Im Park am Decksteiner Weiher

Manchmal ist es schon so warm, da schleppt man sich mühsam in den Schatten und läßt sich schlapp fallen, alle Viere von sich gestreckt. Aber kaum will man sich daran gewöhnen, die Jacke bleibt schon mal zu Haus: Wolken! Auch schön, aber wie wär’s, wenn die mal Urlaub machen? Meinetwegen können sie in den Süden fliegen …

Zollstockhöfe

„Rad- und Mopedfahrer frei“ – aha, wie gut, daß ich zu Fuß bin, denn daß hier Mopeds hineingefahren sind, ist sicher schon lange her.

Und auch Fahrradfahrer hätten besser einen anderen Weg genommen, denn am anderen Ende des völlig vollgemüllten Weges kommt man hier heraus:

In einem Garten der neu gebauten Zollstockhöfe, eine große Neubausiedlung mit Eigentumswohnungen.

Dreizimmerwohnungen zwischen 82 und 91 qm, ich vermute, sie kosten um 200.000 Euro. Größtenteils sind sie bereits verkauft, aber würde ich hier wirklich wohnen wollen? Hm – ich weiß nicht … eher nicht. Immerhin: Die Autos sind unterirdisch untergebracht, und in der Balkongestaltung ist man völlig frei.

Rathenauplatz

Wenn man richtig Durst hat, nach Feierabend sich im zentralen Park trifft, um die letzten Sonnenstrahlen zu genießen – dann schmeckt sogar Kölsch. Wieso man das hiesige Bier allerdings in übergroßen Reagenzgläsern serviert, ist mir schleierhaft – aber dann auch egal. Prost!

Sommerabend

Sommerabend

Faltenlos sind alle Dinge,
Wie vergessen, leicht und matt.
Heilighoch spült grüner Himmel
Stille Wasser an die Stadt.

Fensterschuster leuchten gläsern.
Bäckerläden warten leer.
Straßenmenschen schreiten staunend
Hinter einem Wunder her.

… Rennt ein kupferroter Kobold
Dächerwärts hinauf, hinab.
Kleine Mädchen fallen schluchzend
Von Laternenstöcken ab.

Alfred Lichtenstein (1889–1915)

Richartzstr.

479,- Euro für ein Unikat von Coco de Bale, ca. 30 cm hoch – warum nicht, wer’s mag … Irritiert hat mich allerdings der Titel des Kunstwerks: „Ballerina“. Der Tänzerin, die da Modell gestanden hat, würde ich in keinem „Pas de deux“ begegnen wollen.

Dominikanerkloster in der Lindenstr.

Die Kirche des Dominikanerklosters, 1904 erbaut, 40 Jahre später in Schutt und Asche gelegt, aber bereits 1947 bis 52 wieder aufgebaut, ist von Innen recht schlicht gehalten, Farb- und Lichtakzente sind sparsam und wirkungsvoll eingesetzt.

Und auch von Außen fällt das Gotteshaus kaum auf, dieses Tor ist das Markanteste der ganzen Fassade, und hätte es nicht wie neulich weit offen gestanden, würde ich vielleicht immer noch achtlos daran vorbeigehen.

Was man aber dringend einmal renovieren sollte, ist das:

Wer, zum Teufel, ist für diese Decke verantwortlich? Genau der, oder? Oder der Zeitgeschmack der 50er Jahre? Okay, dann ist es natürlich ein historisches Dokument, und mir kann es ja auch egal sein – ich denke dabei nur an die Dominikaner … vielleicht könnte man sie wenigstens zuhängen …

Sonntagnachmittag

Was macht man an einem verregneten Sonntagnachmittag in der Großstadt? Man spielt Herbst von seiner angenehmen Seite: Die Museumsbuchhandlung lädt wie immer zum Stöbern ein. Dann läßt man alle Starbucks und Bäckereikettencafés links liegen und geht schnurstracks ins Antik-Café, um bei ausgezeichnetem Kuchen und Milchkaffee seine Nase in die Neuerwerbungen zu versenken. Der Tag ist gerettet.

Rheinpark, Teil 1

Früher war Köln eine rein linksrheinische Stadt. Das änderte sich erst, als 1888 der der Innenstadt direkt gegenüberliegende heutige Stadtteil Deutz eingemeindet wurde. Etwas später (1907 – 1913) wurde dort am Rheinufer eine 48 ha große Parkanlage angelegt, die bis zum nächsten Stadtteil reicht.

(1855)

Der Park hat zum großen Teil das Flair der 50er Jahre, da im 2. WK natürlich alles zerstört wurde, so daß zur 3. Bundesgartenschau 1957, die hier stattfand, alles neu gebaut wurde. 2007 wurde er zum schönsten Park Deutschlands gekürt, 2008 zum zweitschönsten Europas.

Die Architektur des Parkcafé ist typisch für diese Zeit, eine Schande, daß man es nun verfallen läßt. Unten wird nur noch ein Kiosk betrieben.

Zwischen Blumen und Brunnen geht es weiter …

… zu weitläufigen Liegewiesen. Hier kann man seine Ruhe haben, wenn mal will, man findet immer einen Fleck ohne laut spielende Kinder oder Ghettoblaster-bewehrte Jugendliche.

Mit der Seilbahn kann man über den Rhein bis zum Zoo auf der anderen Seite schweben – das ist etwas, was ich unbedingt noch machen muß, aber nur bei schönerem Wetter.