Palmstr.


Die Bar „Chez Moi“ ist eine Striptease-Bar. Das Bier kostet hier pro Flasche 6 Euro, härtere Sachen 11 Euro. Wie – woher ich das weiß?! Ich – äh – habe da in den Schaukasten gekuckt, die drei Fotos waren nicht sehr werbewirksam, unter Erotik stell ich mir jedenfalls was anderes vor. Noch in den 80ern wimmelte es hier von solchen und ähnlichen Läden, Pornokinos reihten sich aneinander, und der Straßenstrich war nicht weit entfernt (habe ich gehört). Heute ist nicht mehr viel davon zu sehen, noch ein Dr.-Müller-Sexshop, eine große Table-Dance-Bar um die Ecke und vielleicht die ein oder andere Bar mit Animierdamen, das war’s.
Die Kirche im Hintergrund ist … ist … verflixt, wie heißt die nochmal …

Breite Str./Ecke Tunisstr.

Die WDR-Arkaden wurden Anfang der 90er Jahre vom hochdekorierten Architekten Gottfried Böhm erbaut, der übrigens auch die Entwürfe für die umstrittene Moschee in Köln-Ehrenfeld erschaffen hat. Im dekonstruktivistischem Gebäude befinden sich nicht nur Studios und Büros des WDR, sondern auch jede Menge Geschäfte: In dem Café auf der Ecke soll man angeblich den besten Espresso der Stadt trinken können (die Leute haben meinen noch nicht probiert ;-), außerdem findet man alles, was man woanders auch kaufen kann: Super- und Elektromarkt, Bäckerei, Schuhgeschäft, Tier- und Buchhandlung, Ökoschokoladerie etc. bieten an einem Ort ihre Waren feil. Ich kenne hier besonders ein chinesisches Restaurant, ein All-you-can-eat – für 5,90 Euro kann man hier so viel essen, wie man will und kann.
PS vom 16.12.: Alles falsch, Asche auf mein Haupt – diese Läden befinden sich alle im Du-Mont-Carré ein paar Schritte weiter in der selben Straße. Habe ich velwechsert, tze tze, vielen Dank an den lieben Lemming für den Hinweis.

Hafenstr.

No ice in no sunshine. Ein Winterdienst ist nicht vorgesehen. In der Tonne könnte man vielleicht ein Feuer entfachen, um sich an ihm zu wärmen. Aber hierhin verschlägt es nicht einmal Obdachlose, außerdem sind wir nicht in New York. In der Nähe lag übrigens das Hausboot der Kelly Family, lange haben sie es allerdings nicht ausgehalten.

Luxemburger Str.

Hä?! – was soll das denn? Nix zu sehen auf dem Bild. Noch passiert ja auch nichts, aber gleich, gleich geht’s los, wenn das Licht gedämmt wird, der Vorhang geht auf, und wenn die Werbung vorbei ist, ist es endlich da: Kino!!
Das „Weißhauskino“ ist ein Familienbetrieb, die Süßigkeiten und Getränke werden gleich an der Kasse mitgekauft, der Kartenabreißer ist ein ca. 12-jähriger Junge (jedenfalls nachmittags). Das Programm ist ambitioniert, viel französische Filme, aber auch internationale kleine Produktionen, die vermutlich kein großes Publikum finden, werden hier in zwei Sälen gezeigt. Nur ab und zu, vermutlich, um nicht einzugehen, gibt es Blockbuster à la ‚Harry Potter‘. ‚Betty Blue‘ war wahrscheinlich der Lieblingsfilm des Besitzers, denn der lief monatelang im Sonntagsmatiné, und zur Zeit läuft nebenbei ein Charles-Bronson-Festival … warum auch nicht, Mut zum Ausgefallenen. Ich hoffe, das Kino gibt es noch lange, obwohl es bestimmt schwierig ist, es zu halten.

Ausflug: Siegburger Weihnachtsmarkt

Natürlich bin auch ich nicht frei von Weihnachtssentimentalität, besonders nicht, wenn sie einem so schön abgerungen wird wie hier.

Siegburg ist ein ein kleiner Ort ungefähr 25 S-Bahn-Minuten entfernt von meiner Stadt. Ein Kaff (die Siegburger mögen mir verzeihen), in dem ich nicht begraben sein möchte, aber der alljährliche mittelalterliche Weihnachtsmarkt ist eine kleine Reise wert.

Es gibt fast nur Handwerksarbeit zu kaufen, elektrisches Licht mußte Kerzen- und Petroleumslicht weichen (weshalb fast alle Fotos nichts geworden sind) und Bratwurst ist verpönt – stattdessen gibt es frisch gekochte Hausmannskost: Linsensuppe, Fleischspieße und Spätzle mit Pilzsoße. Der Glühwein ist echt gewürzt und heißt euphemistisch Liebestrank, und es gibt sogar Met. Zwischendurch spielen Schausteller in mittelalterlichen Gewändern auf der Bühne Musik der Renaissance auf Dudelsäcken und Trommeln und machen für die Kinder allerlei Faxen. Ich find’s nett.

Hauptbahnhof

Sehnsuchtsort Bahnhof, der Ort, an dem Sehnsüchte entstehen – wegfahren, aufbrechen, fort fort … wohin? Egal, ins Bessere, erstmal in Bewegung sein, alles hinter sich lassen, dem persönlichen Eldorado entgegen.

Alles hinter sich lassen? Wohl kaum, das eigentliche Problem bleibt immer im Gepäck, vorm „Ich“ ist auch mit ICE und Thalys keine Flucht möglich …