Hinterhof

Ist es nicht herrlich, sich im Sonnenschein auf dem Gartenstuhl zu räkeln, ein kühles, kühlendes Bier in der Hand? Fast wäre es vorgestern soweit gewesen – da mußte ich feststellen: Kein Bier mehr im Hause …

Roncalliplatz

Ja – was ist denn das für ein zeterndes Männchen? Rumpelstilzchen kurz nach der Enttarnung? Die Figur trägt Mitra und Bischofsstab – Bischofsstab? Ja, aber einen besonderen: Der normale Bischofsstab hat wie ein Hirtenstab oben eine Krümmung, soll heißen: Der Bischof ist der Hirte seines Bistums. Nur ein Bischofsstab hat anstelle einer Krümmung ein Kreuz, nämlich der des Papstes. Da die Figur (von ca. 30 cm Höhe) auf einem Zaun steht, der den Roncalli-Platz von der Südfassade des Doms trennt, nehme ich an, daß sie den Papst Johannes XXIII. darstellt, der mit bürgerlichem Namen Angelo Giuseppe Roncalli hieß und Anfang der 60er Jahre mal den Dom besucht hat. Der aufgeregte (ich nehme an: Segens-)Gestus ist vielleicht dem sprichwörtlichen italienischen Temperament zu verdanken?

Venloer Str.

Tatüü tataaaa – manchmal glaubt man, man sei in New York – obwohl sich die Sirenen natürlich von Land zu Land unterscheiden. Aber die Häufigkeit zeigt einem, daß man in einer Großstadt wohnt, es gehört zum Alltag, daß aus irgendeiner Richtung Sirenengeheuel ertönt, und man fragt sich (als Fahradfahrer im Großstadtverkehr) bang, wann es vielleicht mal soweit ist, selbst Anlaß einer Notsituation zu sein.

Zülpicher Str.

Am Ende – an der Endhaltestelle der Linie 9 herrscht am Wochenende immer die Tristesse, die man sich für einen „stillen“ Feiertag wie den Karfreitag gar nicht besser wünschen kann.

Konrad-Adenauer-Ufer

Die MS Rheintreue ist eins von zwei Schiffen, das einlädt zur Panoramafahrt, die ungefähr 65 Minuten dauert und 6,80 Euro kostet. Am Schokoladenmuseum kann man aus- und wieder zusteigen, ebenso am Wendepunkt Rodenkirchen, einem kleinen Städtchen südlich von Köln. Während der Fahrt hat man das zweifelhafte Vergnügen, die vom Rhein aus sichtbaren Sehenswürdigkeiten in deutscher und englischer Sprache benannt zu bekommen („On se rait sait yu sii se Doom“). Nein, ich will nicht lästern, es ist schon okay, aber der Wahrheit zuliebe muß ich sagen, daß die schöne Rheinlandschaft erst hinter Bonn anfängt. Wenn man sich etwas Gutes tun will, sollte man auf einem größeren Schiff eine Tagestour in die kleine Stadt Linz buchen (23 Euro Hin- und Rückfahrt, ab Juni).

Bürgerstr.

Stattreisen ist ein eingetragener Verein, der alternative Stadtführungen anbietet. Neben den normalen Stadtführungen zu den Hauptsehenswürdigkeiten gibt es -zig Themenführungen: Das heilige Köln, Kunststadt Köln, das schwule Köln, das kriminalgeschichtliche Köln, Großbaustellen, das Nachtleben, Führungen durch die einzelnen Viertel etc. Da kann man selbst als Einheimischer noch viel lernen. Die Preise sind um 10 Euro pro Person, für 2 – 3 Stunden kompetente Führung ist das nicht zuviel, zumal sich der Verein durch diese Gebühren (und Spenden) finanziert. Respekt.

Brüsseler Str.

Die Sonne scheint im Zwergenstaat, der Himmel hängt voller Geigen … äh … Äpfel, alles scheint in Ordnung zu sein – innerhalb des Bezugssystems der Zwerge. In einem größeren Zusammenhang jedoch stellt die vermeintliche Wirklichkeit sich anders dar:

Die Zwergenwelt ist ein Guck-Kasten, eine Glotze im Schaufenster, und die Sonne richtet sich nach den Einstellungen einer Zeitschaltuhr.

Übrigens: Vom Domturm aus oder von noch höher sehen die Menschen auch sehr klein aus …

Hanns-Hartmann-Platz

Sonntags geschlossen – das ist schlecht, was gibt’s da wohl zu kaufen? Also eine Woche später (minus 1 Tag) noch mal hin:

Milch- und Getreideprodukte, sieht alles recht lecker aus, und der Andrang ist groß, das ist ein gutes Zeichen. Im Moment brauche ich nichts, so’n Pech, schau ich doch später noch mal vorbei.