Der Mond

Foto:

Der Mond,
meine Damen und Herren, und das möchte ich hier in aller Offenheit sagen,
ist aufgegangen!
Und niemand von Ihnen, liebe Freunde, meine Damen und Herren, wird mich daran hindern, hier in aller Entschlossenheit festzustellen:
Die goldnen Sternlein prangen
und wenn Sie mich fragen, meine Freunde, wo, dann sage ich es Ihnen:
am Himmel!
Und zwar, und das sei hier in aller Eindeutigkeit gesagt, so, wie meine Freunde und ich uns immer zu allen Problemen geäußert haben:
hell und klar.
Und ich scheue mich auch nicht, hier an dieser Stelle ganz konkret zu behaupten:
Der Wald steht schwarz und …
lassen sie mich das hinzufügen
und schweiget.
Und hier sind wir doch alle aufgerufen – gemeinsam -, die uns alle tiefbewegende Frage an uns gemeinsam zu richten: Wie geht es denn weiter? Und ich habe den Mut und die tiefe Bereitschaft und die Entschlossenheit, hier in allem Freimut und aller Entschiedenheit zu bekennen, dass ich es weiss!
Nämlich:
Und aus den Wiesen steiget
das, was meine Reden immer ausgezeichnet hat:
der weiße Nebel wunderbar.

©Dieter Hildebrandt, Matthias Claudius

16 Antworten zu “Der Mond

    • Da hast Du recht, es war ja die Kohl’sche Diktion, die Hildebrandt hier parodierte. Aber es funktioniert auch, ohne Kohl im Ohr zu haben: „… das, was meine Reden immer ausgezeichnet hat: der weiße Nebel wunderbar.“ – daran mußte ich in den letzten Tagen immer mal wieder denken, wenn ich einen von diesen Politschwätzern im Fernsehen palavern hörte, wie sie die Situation in MV „analysierten“.

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  1. das gedicht von matthias claudius kannte ich aus der kindheit.
    jammerschade um den hildebrandt, er hat mir das kabarett näher gebracht.
    ich kann mich noch an schwarz-weiß sendungen der lach- und schießgesellschaft erinnern. jedoch haben meine eltern dabei nie gelacht, wir kinder auch nicht. was wussten wir schon über politik.
    der „scheibenwischer“ nach tschernobyl hat mich derart zum lachen gebracht, dass ich einen küchenstul verkloppte.
    die damaligen wg mitbewohner haben sich wohl stark über meinen ausbruch von lachen gewundert.
    danke, dass du an hildebrandt erinnerst.

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  2. …wirklich tolles Foto…ich dachte nicht gleich, verzeih, dass es von Dir ist…weil er so nah und gut zu sehen ist…aber sicher nicht mit einem „normalen“ Fotoapparat, denke ich, sondern mit besonderen Objektiven…

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    • Aber das macht doch nichts.
      Ich habe gelernt: Man muß den Mond während der einsetzenden Dämmerung fotografieren, nachts sind einfach die Kontraste zu groß, da überstrahlt die Helligkeit alles. Das Foto ist mit meiner kleinen Systemkamera gemacht, also nichts besonderes, aber am Computer mit geringen Mitteln effektvoll nachbearbeitet: Ich habe den Ausschnitt vergrößert (auf dem Originalfoto ist der Mond kleiner), die Kontraste per Schieberegler erhöht (so kommt die Kraterzeichnung auf dem Mond besser heraus und der Himmel wird um einiges dunkler) und die Konturen geschärft. Ich bin selbst überrascht, daß das so gut geworden ist.

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