Stammheimer Str.

Ein trautes Heim, des Glückes Keim? Aber nur, wenn der Nachbar es zuläßt. Im Haus eines Bekannten wohnt ein junger Mann, dessen ganzes Wesen ist ein einziger Lärm, und wenn man sich beschwert, reagiert er, als wolle er sagen: Blödmann, jetzt erst recht! Nach dem 2. WK brauchte man in der zu 70 – 90 Prozent zerstörten Stadt schnell Wohnraum, deshalb zog man oft auf den Resten fix Wände hoch und kümmerte sich nicht groß um Schallschutz. Ich wohne auch in einem solchen Haus, glücklicherweise nicht mit solch rabiaten Nachbarn. Aber wenn der Mitbewohner von oben Gitarre übt und dazu singt, könnte ich mitsingen.

Da gibt’s nur eins: Umziehen. Aber wer sagt einem, daß man nicht vom Regen in die Traufe kommt? Außerdem muß man sich das leisten können: Wer jetzt in Köln eine Wohnung hat, sollte sich froh schätzen, denn die Mieten bei Neuvermietungen explodieren gerade. Neulich sah ich eine Wohnung annonciert in einem Haus, in dem ich auch mal gewohnt habe, bis mir wegen Eigenbedarf gekündigt wurde, auf der sogenannten „schäl Sick“, also der rechtsrheinischen Seite: Für 50 m² soll man nun 870 Euro bezahlen, Strom kommt noch dazu. Ca. 12 bis 15 Euro pro m² ist der durchschnittliche Mietpreis. In Gegenden, die besonders begehrt sind, geht der Preis nochmal kräftig nach oben, und immer beliebter wird, nochmal 200 Euro Nebenkosten für Hausmeisterdienste und Kabel-TV pro Monat draufzuschlagen.

14 Antworten zu “Stammheimer Str.

  1. Oh man… Deine arme Freundin.
    Das ist ja der hell(hörige)e Wahnsinn!!!
    Das wird sie aber doch nicht ewig mitmachen (können)… 😦
    Die Mieten werden auch ganz langsam angrenzend an Köln zum Wucher. Wohnen als bezahlbarer Luxus…

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  2. Oha! Der Eintrag erweckt in mir sofort Herzrasen und Schweißausbrüche. Als Mensch mit extrem geräuschempfindlichen Ohren, jahrelanger Kopfschmerzproblematik und leichtem Schlaf könnte ich ein Buch schreiben über Folter durch laute Nachbarn.
    Mir reicht schon, wenn Leute nur „normal“ laut sind, ohne noch Extraterror zu veranstalten. Es gab Zeiten, da hätte ich für eine Wohnlage wie die meinige heute meine Seele verkauft.
    Glücklicherweise war das dann doch nicht nötig. Eigentlich müßte ich den ganzen Tag vor Dankbarkeit jubeln. Keine Nachbarn! Kein Vermieter und keine Mieterhöhung. Dafür nimmt man die Pampa doch gerne in Kauf.

    Grüße an deine arme gebeutelte Freundin, jede Nacht nur noch mit Ohrenstöpseln? Das ist wirklich ein Verlust an Lebensqualität!

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    • Ja, eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität. Lärm ist der häufigste Anlaß für Nachbarschaftsstreit, habe ich neulich mal gelesen. Die ganz normalen Wohngeräusche meiner Nachbarn mitzukriegen, ist schon grenzwertig, besonders nachts. Falls ich nochmal umziehen sollte, dann nur in eine Dachwohnung.

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      • Servus!

        Ich habe eine Dach-ETW, aber trotzdem auch direkte Nachbarn.
        Das bringt quasi ebenso nix. (Wohngeräusche) Was du brauchst,
        ist ein Penthouse. Da hast du dann göttliche Ruhe..;-)
        Bis vor ein paar Monaten hatte ein junges Pärchen links von mir
        die Wohnung angemietet. Da wurde ich nachts immer wieder mit
        sündigem Gejaule konfrontiert. Jetzt wohnt da ein Pärchen mit Baby.
        Kein Gejaule mehr, sondern Geplärre und Geflenne. Tja…;-)
        Ideal ist einfach eine freistehende Bude. Am besten in den Rocky Mountains.
        Ein paar hundert Meilen Abstand zum nächsten Nachbarn.
        (Selbstverständlich mit eigenem Helikopter im Schuppen..;-D

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        • Ich hatte auch mal eine Wohnung unterm Dach und ganz außen – jetzt habe ich Wohngeräusche aus drei Richtungen (nur von unten hör ich nix), und das ist schon ein großer Unterschied. Unglaublich, was die Leute sich in ihren Wohnung zusammenbohren und -hämmern, obwohl gar keiner aus- oder einzieht.
          Ein Penthouse – das wär’s! Ich glaube, leben auf dem Lande wär nichts für mich, auch nicht in den Rockies.;-)

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          • Ich habe im Grunde kein Problem damit, wenn meine Nachbarn bohren und hämmern. Was ich bemerke ist asoziales Verhalten. Während ich den ersten Kommentar schrieb, bohrte ein Mitbewohner (links neben mir) mit einer Schlagbohrmaschine Löcher in die Wand. Das waren nicht einfach mal „lächerliche“ Bohrgeräusche, es war unerträglich lauter, wummernder Lärm. Aus Erfahrung weiß ich, dass sich das im ganzen Wohnhaus überträgt. Mir selbst würde es nicht einfallen, um diese Uhrzeit meine Mitbewohner mit solchem Lärm zu belästigen. Was ich erfahre ist: Es herrscht purer Egoismus. Kein Miteinander, sondern ein „Mir-egal-ich-mach-das-jetzt.“ Tja…

            Ein Penthouse kann ich dir leider nicht vermitteln, ich könnte dir jedoch das gleichnamige Magazin zukommen lassen..;-)

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            • Stimmt leider. Ähnliches haben wir hier auch schon diskutiert: Früher gingen die Leute um 22 Uhr ins Bett, das Fernsehprogramm endete früh. Heute glauben die Leute, sie könnten 24 Stunden am Tag ständig alles machen, ohne auch nur einen Gedanken an andere zu verschwenden.

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  3. In Frankfurt ist die Entwicklung ähnlich. Und die „Nebenkosten“ entwickeln sich in vielen Fällen zu einer zweiten Miete – unverschämt! 🙄 Zum Glück bin ich mein eigener Vermieter… 😉

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    • Du Glückliche! Eigentumswohnugen zu annehmbaren Preisen bekommt man ja heute so gut wie überhaupt nicht mehr, habe ich gelesen. Gut, könnte ich mir eh nicht leisten, aber das treibt indirekt natürlich auch wieder die Mieten in die Höhe.

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  4. Bei mir um die Ecke bauen sie gerade einen WW 2 Bunker aus…zu schicken Loftwohnungen..ich denke bei den Wänden ist die Geräuschentwicklung sehr gering…dafür der Kaufpreis der Wohnungen um so höher…und auch in Hamburg gilt : viele ziehen ins Umland, schaffen sich 2 Autos an und fahren jeden Tag 80 hin und 80 km wieder zurück…und nur weil die Doppelhaushälfte in Hamburg auch schon bei einer halben Million liegt, wenn man überhaupt eine bekommt…und ich stimme auch zu : wenn sich alle an die Regeln halten wäre das Leben im Mietshaus unproblematisch…aber genauso wie viele Autofahrer auch noch bei Rot mal schnell über die Fussgängerampel huschen (trotz dort wartender Kinder) steht auch beim wohnen nur noch das ICH im Vordergrund…frei dem Motto : nach mir die Sintflut….
    Grüsse aus der Hansestadt,
    Jürgen

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    • Wahnsinn! 160 km am Tag, um zur Arbeit und zurück zu kommen. In Köln hat man auch den Eindruck: Es wird viel gebaut, aber nur Luxuswohnungen und Büros. Gerade ist in bester Lage in der Innenstadt ein riesiges Areal fertig saniert worden – 5.000 bis 8.000 Euro/m². Für die Hilfbedürftigen aus Syrien stellt man derweil Zelte auf, am Stadtrand in ein Gebiet, wo sowieso schon die sozialen Brennpunkte sind.

      Ja, das ist überall zu beobachten: Weitgehend soziale Inkompetenz, Rüpelhaftigkeit als akzeptierte Umgangsnorm.

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