Belgisches Viertel

Das Belgische Viertel in Köln heißt so, weil viele Straßen die Namen belgischer Städte tragen: Brüsseler Str., Genter Str., Maastrichter Str. … wer hat aufgepaßt? Brav, ein Zuckerstückchen gewonnen. Maastricht liegt nämlich gar nicht in Belgien, sondern in den Niederlanden. Aber egal. Das Viertel nahe an der Innenstadt ist in, es gibt hier viele kleine Boutiquen mit hippen, maßgeschneiderten Klamotten, selbstgehämmerten Schmuck usw., daneben Cafés, Bars und Restaurants mit so viel Außengastronomie im Sommer, daß die Anwohner regelmäßig den Rappel kriegen. Auf dem Brüsseler Platz zum Beispiel geht es im Sommer bis in die Nacht hinein so laut zu, daß die Stadtverwaltung bereits seit Jahren versucht, die Feiernden an einen anderen Platz zu vertreiben – vergeblich, inzwischen wird sogar in Fremdenführern darauf hingewiesen, daß hier tolle Stimmung ist, was die Menschenmassen natürlich noch vergrößert.

Einmal im Jahr veranstaltet eine Interessengemeinschaft die sogenannte „Tour Belgique“ – die Läden haben lange geöffnet, überall wird Livemusik gespielt, auch in den Kneipen und Restaurants.

Das Ganze ist natürlich nur eine Marketingaktion für Menschen, die sich als hip oder sonstwie modern, ausgeflippt oder originell verstehen. Die Supermarktkette Rewe macht schließlich auch regelmäßig ein Familienfest, warum sollten die Hipster da nachstehen.

Eine Aktion fand ich ganz schön: Während des Wochenendes durften 37 Künstler 74 Plakate mit ihren Kunstwerken über das Viertel verstreut aufhängen. Es gab einen Plan dazu im Internet und Informationen darüber, wer welches Werk erschaffen hat. Nett, mal was anderes als all die Plakate mit den Köpfen der Oberbürgermeisterkandidaten, die immer noch überall hängen.

Da waren wohl Kunsträuber am Werk: Nr. 2, 5 und 6 sind schon abgehängt.

15 Antworten zu “Belgisches Viertel

  1. Schön die Plakatidee. Und wo liegt Zülpich? Ist die nicht auch da irgendwo gewesen, die Zülpicherstraße?
    Das beste an Belgien sind die Pommes. Wie ist es eigentlich da um Köln bestellt? Hier muß man ja bis nach Kilometer weit fahren, um eßbare Pommes zu kriegen. Aber seit es Süßkartoffeln gibt, sind Pommes eh zweite Wahl.

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    • Zülpich liegt noch in Deutschland. Wenn man die Zülpicher Str. – die übrigens im Quartier Lateng ist – immer geradeaus fährt, kommt man – zur Gleuler Str. Tja, Pech gehabt, hier stimmt nur die ungefähre Richtung. Nach Zülpich kommt man über die Luxemburger Str. Jetzt weißte Bescheid.;-)

      Pommes gibt es solche und solche, man kann Glück haben, wenn man sich nicht auskennt. Aber welche aus Süßkartoffeln habe ich hier noch nicht gesehen.

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    • Ah! – ein Meisterwerk, das mir da entgangen ist. Kein Wunder, daß es jemand geklaut hat. „Selbstbildnis“ von Petit Diable à Tout Faire, wie der (französischsprachige) Belgier sagt.

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      • Servus!

        Donnerwetter! Welch‘ „plakative“ Präsentation..;-)

        War diesmal eine herausfordernde Photoshop-Aktion.
        Zuerst isolierte ich den rechten Plakathalter samt Plakat und
        kopierte ihn auf einen neuen, weissen Hintergrund. Dann legte
        ich das Teufelchen drüber und bearbeitete es mit diversen Filter.
        Knifflig war das perspektivische Einpassen. (Transformation)
        Danach zog ich alles wieder isoliert über den linken Masten und
        skalierte. (Anpassung) Da der rechte Plakathalter nicht recht-
        winklig ist, konnte ich ihn zuvor nicht perfekt ausschneiden. Es
        blieben Überstände. Mit dem Radiergummi-Werkzeug passte ich
        Hintergrund und Plakathalter an. Den Mastabschnitt vom rechten
        Plakat musste ich dem linken, schmaleren Masten angleichen.
        Hinterher noch die Feinheiten (Kabelbinder, Blätter) mit dem
        Kopierstempel korrigiert. Bastelzeit: Etwa 45 Minuten.
        Zwischendrin Kaffee genippt und zwei Zigaretten gequalmt.
        Hat Spass gemacht..;-)

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          • Bonsoir!

            Ich habe mich nach und nach spielerisch-intuitiv
            rangemacht. (Photoshop) Das kannst du auch!
            Zumindest die Grundfunktionen lassen sich so erfassen.
            Weiterhin gibt es im Netz unzählige Tutorials, um in die
            Tiefe zu gehn. Photoshop ist ja ein mächtiges Werkzeug.
            Hat man den Dreh raus, wird praktisch alles möglich..;-)
            Am ansprechendsten finde ich übrigens das abstrakte Werk.
            (Plakat)

            Gruß aus der guten Stube!

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            • Ich habe mich schonmal mit ein paar Programmen beschäftigt, Gimp und andere (Photoshop war mir immer zu teuer), und hatte auch Erfolgserlebnisse, aber es war sehr zeitaufwändig, und inzwischen habe ich wieder alles vergessen.

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    • Ja. Ich wohne halt in der Nähe, da verliert es etwas an Reiz.

      Außerhalb solcher Gelegenheiten ist das nichtgenehmigte Anbringen von Plakaten natürlich illegal – wo kämen wir hin, wenn jeder hergelaufene Künstler den öffentlichen Raum mit seiner Kunst bereichert! Sodom und Gomera (wie Else Kling gern sagte)!

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  2. Sieht schön aus dort…
    Und solange es die EU noch gibt… *hehe*

    Hier in der Kesselstadt gibt es ein relativ neues Europa-Viertel, angeregt durch deinen feinen Post muss ich mal ein paar Fotos davon einstellen…

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