Kidkit

Ich mußte unwillkürlich grinsen, als ich dieses Plakat sah: Früher warnte man unsere Eltern vor uns: „Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter am hellichten Tag die Vorhänge zuzieht, sich im Zimmer einsperrt und laut Musik hört, seien Sie wachsam: Drogenmißbrauch ist hier nicht unwahrscheinlich!!“ Und heute bietet man unseren Kindern aus dem gleichen Grund Hilfe an … was ist los mit meiner Generation?

Der Hintergrund ist natürlich ernst: Ca. 17.000 Kinder und Jugendliche leiden in Köln unter drogensüchtigen Eltern, die hauptsächlich von Alkohol abhängig sind, aber auch von härteren Drogen oder von krankhaftem Spielen – die Anzahl klingt erstmal nicht nach viel angesichts einer Millionenstadt, aber erstens ist die Dunkelziffer vermutlich noch höher, und zweitens ist es egal, wieviele es sind, wenn man zu den Betroffenen gehört. Über die Internetseite oder die Telefonnummer kann man sich Rat holen, auch anonym, wenn man möchte. Auch wenn die Hilfsmöglichkeiten sich wahrscheinlich in Grenzen halten, ist man wenigstens nicht allein. Eine gute Sache.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

22 Antworten zu “Kidkit

    • Speziell für Drogen, aber wenn man wegen was anderem anruft, helfen sie bestimmt auch, auf der Homepage verweisen sie z.B. auf eine Notanlaufstelle für Jugendliche von der Caritas (Katholen, aber immerhin), und da geht’s nicht nur um Drogen.

      Gefällt mir

  1. Bonsoir!

    „Früher“ nannte man das nicht Drogenmissbrauch, sondern Rauschgiftkonsum.
    (Wobei konservative Medien immer noch gerne „Rauschgift“ verwenden und
    damit jedoch Alkohol ausschließen, obwohl Alkohol einen „Rausch“ verursacht
    und ein Zellgift ist.)

    Zitat: „…die hauptsächlich von Alkohol abhängig sind, aber auch von härteren Drogen…“

    Was ist denn deiner Ansicht nach „härter“ als Alkohol? Kokain? Heroin?
    Das Suchtbild eines Heroinabhängigen gleicht dem eines Alkoholikers.
    (Wobei reines, nicht gestrecktes Heroin die Zellen/Organe nicht schädigt,
    dagegen Alkohol generell Zellen/Organe degeneriert.)
    Kokainkonsum kann mehr oder weniger zur psychischen Abhängigkeit führen.
    Körperliche Entzugssymptome wie bei Alkohol und Heroin sind ausgeschlossen.
    Im Grunde gibt es nichts „Härteres“ als Alkohol. (Geläufige Drogen)
    Nur wollen das die Abermillionen „Feierabendbierchentrinker“ nicht wahrhaben.
    (Für das saubere Image sorgen Alkohol-Lobby / Hersteller.)
    Viele „Feierabendalkoholiker“ sorgen ja dafür, dass der Urwald gerettet wird.
    (Krombacher-Kampagne)
    Nicht die Dosis, sondern regelmäßiger Konsum erzeugt Abhängigkeit/Sucht.
    „Feierabendbierchentrinker“, die täglich über einen längeren Zeitraum
    ein/zwei Bierchen trinken, gleiten in die Alkoholsucht. (Aber Pssssst!..;-)

    Gefällt 1 Person

    • da hast du recht. wobei beim kokain noch hinzugefügt werden sollte, dass es wahnvorstellungen bei missbrauch erzeugen kann. mir ist jemand bekannt, der es mit koks übertrieben hat.

      Gefällt mir

    • Bei Alkohol kommt es auf die Dosis an. Wie lange es braucht, um einen Feierabendbierchentrinker zum Alkoholiker zu machen, und ob überhaupt, ist wohl auch individuell abhängig, Frauen z.B. vertragen in der Regel viel weniger Alk als Männer. Heroin und Crack werden deswegen als harte Drogen bezeichnet, weil sie sehr viel schneller in die Sucht führen, wenn man sie regelmäßig nimmt, als zwei Flaschen Bier. Außerdem ist es auch ein Unterschied, ob Papa zum Abendbrot ein Glas Bier trinkt, oder ob er zum Nachtisch sein Fixbesteck herausholt, um sich einen Schuß zu setzen.

      Gefällt mir

      • Beinah muss ich dem Herrn Teufel Recht geben. Mein Therapeut war Oberarzt in einer Klinik für Drogenabhängige gewesen. Er verdrehte die Augen, wenn ich sagte, dass ich gerne gekifft habe, Hatte aber kein Problem damit, dass man mir im Krankenhaus nach dem Schlag Stimmungsaufheller untergejubelt hatte, die man auch nicht so einfach wieder absetzen kann. Als ich sie nach einem Jahr absetzte, hatte ich enorme Absetzerscheinungen. Mein Herr Oberarzt behauptete, von solchen Absetzerscheinungen habe er noch nie gehört. Dabei ist das Internet voller Berichte darüber. Will sagen, dass bei gewissen Drogen einfach weggeguckt wird wie bei Alkohol oder Psychopharmaka, weil eine mächtige Lobby das beeinflusst.

        Gefällt mir

        • Ja, übel, diese kleinen Helferlein. Auch das Heilwasser mit den vielen Heilkräutern, Klosterfrau Melissengeist, hat 79 % Alkohol, doppelt so viel wie die meisten Schnäpse – da ist viel Heuchelei im Gange, aus Geschäftsgründen, da bin ich ganz eurer Meinung. Allerdings zwischen Heroin oder Crystal Meth und dem Bier zum Abendbrot keinen Unterschied zu sehen, halte ich nun doch für übertrieben.

          Gefällt 1 Person

          • Debn Unterschied sehe ich wohl. Aber auch den versteckten Alkoholismus. Ich kenne viele Leute, zu deren Lebensstil es gehört, zum Esssen Wein zu trinken, und zwar nicht nur ein Glas. Auf diese Weise entsteht eine schleichende Abhängigkeit, 2014 wurden Alkoholtote mit 15.000 jährlich beziffert. Ähnliche Zahlen sind mir von den sogenanntenb illegalen Drogen nicht bekannt. Aber das Aufrechnen bringt ja auch nichts. Du hast im Beitrag mit Recht auf die Einzelschicksale hingewiesen.

            Gefällt mir

      • Bonsoir Monsieur Videbitis!

        Klar! Der/Die Eine ist schneller besoffen wie der/die Andere. (Dosis)
        Um das gehts aber nicht.

        Zitat: „Bei Alkohol kommt es auf die Dosis an. Wie lange es braucht, um einen Feierabendbierchentrinker zum Alkoholiker zu machen, und ob überhaupt, ist wohl auch individuell abhängig…“

        Möchtest du damit behaupten, dass sich Abhängigkeit bei regelmäßigem Konsum von Alkohol (Bier, Wein, Spirituosen) nur individuell entwickelt? (Etwa Metabolismus bzw. Wesenszüge darüber entscheiden?) Dann empfehle ich mal wissenschaftliche Lektüre dazu. Die Abhängigkeit tritt schleichend ein. Ob täglich zwei oder fünf Bier ist unerheblich. Genau dies wollen entsprechende „Genießer“ nicht wahrhaben. Spätestens wenn Konsumenten, die regelmäßig ihre „Feierabendbierchen“ trinken, mal 4 Wochen darauf verzichten wollen würden, hätten dann ein Problem. Nämlich die eintretenden Entzugserscheinungen. Sie würden sich denken: „Irgendwie fühl ich mich nicht wohl! Ich brauch jetzt ein Bier!“ (Während der Abstinenz)

        Ich sehe keinen Unterschied. Ob Papa und Mama zum Abendbrot verdünnten Ethylalkohol (Bier) oder Heroin zu sich nehmen – in beiden Fällen werden „harte“ Drogen konsumiert. Die eine „harte“ Droge legal, die andere „harte“ Droge illegal. Wenn Papa und Mama einen bestimmten Promillewert (Alkohol) überschreiten, fallen sie tot vom Küchenstuhl. Gleiches geschieht den Heroinkonsumenten bei Überdosierung. Luis Buñuel (Regisseur) hat in seinem Film „Das Gespenst der Freiheit“ vorzüglich „das Normale“ verkehrt. Da sitzen in einer Episode Gastgeber und Gäste nicht auf Stühlen um den Tisch, sondern auf Toilettenschüsseln, unterhalten sich und lesen Magazine. Die Toilette selbst ist mit Stuhl und Klapptischchen ausgestattet. Dort kann man verschämt eine Mahlzeit zu sich nehmen. Wer sich ein Bild davon machen will: ….. http://tinyurl.com/qzmxk9a ….. (Play-Symbol anklicken) Analogie – Kultiviertes, legales Bierchen / Illegaler Heroinkonsum

        Ich bin deshalb tiefer eingestiegen, weil du in deinem Begleittext mit der Formulierung „…die hauptsächlich von Alkohol abhängig sind, aber auch von härteren Drogen…“ in einer gedachten Gefahrenskala über die „harte“ Droge Alkohol noch härtere Drogen setzt. Genau so verfährt auch unsere
        „kompetente“ Drogenbeauftragte M.Mörtler. Alkohol ist ihrer Bekundung nach eine gesellschaftlich-integrierte „gute“ Droge und alles andere ist „böses“, illegales Rauschgift, das die Konsumenten zu Wracks werden lässt. So siehts aus..;-)

        Gruß aus der guten Stube!

        Gefällt mir

        • Guten Abend, Herr Trithemius!

          Der Freund meiner Mutter (82) nimmt seit Jahren ein rezeptplichtiges Schlafmittel zu sich. Zur Beruhigung hat er immer nur „eine halbe Tablette“ genommen. (Auch hier hat sich Abhängigkeit eingeschlichen) Neulich meinte er, dass das Schlafmittel nicht mehr helfen würde. Ich habe ihm dann versucht zu erklären, wie solche Substanzen wirken und dass er die Dosis erhöhen müsste, damit es wieder wirkt. Davon wollte er jedoch nichts wissen. „Ich bin doch nicht süchtig danach“. So seine Worte.
          Medikamentensucht ist ein gesellschaftliches Tabu.

          Grüße aus dem Diesseits!..;-)

          Gefällt 1 Person

        • „Ob Papa und Mama zum Abendbrot verdünnten Ethylalkohol (Bier) oder Heroin zu sich nehmen – in beiden Fällen werden “harte” Drogen konsumiert.“ Das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder? Leute, die innerhalb kürzester Zeit heroinabhängig geworden sind, sitzen wahrscheinlich gar nicht mehr mit ihren Kindern am Küchentisch, weil sie sich überlegen, wie sie zum nächsten Schuß kommen und kaum noch Interesse am Sozialleben haben.
          Aber darum ging es hier gar nicht, ich hätte genau so gut schreiben können: „… aber auch von anderen Drogen …“, der Sinn wäre derselbe gewesen.

          Daß mit verschiedenen Drogen in unserer Gesellschaft absolut heuchlerisch umgegangen wird, darüber sind wir uns einig, ist ja nicht das erste Mal, daß wir uns darüber unterhalten.

          Gefällt mir

          • Salve!

            Natürlich sprengt dieses Bild die Vorstellung des Normalfalls. Herr und Frau
            Mustermann injizieren sich bei Tisch eben kein Heroin, sondern trinken ein
            Bierchen. In den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts war Opium eine
            sehr verbreitete (legale) Droge. (Heroin ist ein Opiumderivat) Auch in den
            oberen Gesellschaftsschichten war es nicht unüblich, Opium zu konsumieren.
            Maler, Dichter, Schriftsteller „kultivierten“ ihre Opiumsucht.
            Du schreibst, dass Heroinabhängige kaum noch Interesse am Sozialleben
            haben. Woran liegt das wohl? Die Illegalität, die Strafverfolgung treibt sie
            ins Abseits! (Und natürlich die relativ hohen Schwarzmarktpreise, die auf
            Dauer den finanziellen Ruin bedeuten.)

            Ich möchte dir weder das Feierabendbierchen madig machen, noch eine
            Alkoholsucht unterstellen. Ich weiß ja nicht, wie oft du Bier/Wein konsumierst.
            Trinkst du nur gelegentlich mal ein Bierchen oder ein Glas Wein, dann bleibt
            Alkoholabhängigkeit eher aussen vor.
            Warum wohl ist der Absatz von alkoholfreiem Bier (das sich geschmacklich
            so gut wie nicht von herkömmlichen Bier unterscheidet) verschwindend gering?
            Die Biertrinker WOLLEN sich eben auch alkoholisieren. (Mit dem Vorwand,
            dass Bier erfrischend ist, gut schmeckt und nährt.)

            Wir sollten uns mal auf ein Bierchen (Du) und ein Jointchen (Ich) treffen
            und das Thema ordentlich ausdiskutieren..;-)

            Gruß aus der verqualmten Stube!..:-)

            (Merci für die Korrektur des ersten Kommentars!)

            Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s