Homer ‚S‘ 2015

Was aussieht wie ein Gag einer Campingfirma, ist tatsächlich aus der Not geboren: Hier wohnt ein offensichtlich handwerklich versierter Obdachloser, der auch schon als Monteur bei einem Wohnmobilhersteller gearbeitet hat, daher vermutlich die Idee. Die Herstellungskosten in Höhe von 600 Euro hat er sich durch Flaschensammeln angespart. Die Liegefläche beträgt 190 x 65 cm, die Gesamthöhe 122 cm. Es gibt eine Solaranlage, LED-Beleuchtung, Gasheizung und -kocher, DVB-T-Fernsehempfang, eine Alarmanlage und 110 Liter Stauraum. Der 35,5 kg schwere Wohnwagen kann an ein Fahrrad gehängt werden.

Ist das das Wohnen der Zukunft? Wenn das so weiter geht mit dem nicht vorhandenen sozialen Wohnungsbau, müssen sich vielleicht bald viele Menschen mit einem Wohnraum zufrieden geben, der etwas größer ist als ein Sarg. Wenigstens wird man nicht naß, wenn es regnet.

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20 Antworten zu “Homer ‚S‘ 2015

  1. Traurig, aber dann auch wieder irgendwie cool. Vor allem mobil. Theoretisch kann man sich damit in eine Villengegend stellen und genießen, wie schick man wohnt. Kommt einem einer doof, ist man schnell weg. Allerdings- gibt es da ein Fenster? Ich würde in so einem Kasten Panik bekommen.

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    • Ja, zwei Fenster sogar, auf dem Foto eins über dem Tisch, das andere geht zur anderen Seite. Für mich wäre das auch nichts, ich habe schon Probleme mit kleinen Zimmern.

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      • Ach so, das ist ein Fenster dort, man sieht ja eine Gardine (Gardinen sind mir so fremd, die erkenne ich gar nicht- haha). Gut mit Fenster mag es gehen, rein zum Schlafen, aber ist schon sehr sehr grenzwertig.
        Ich hab auch Probleme mit kleinen Zimmern, geschlossenen Fenstern usw.. Alles muß so offen/weit wie möglich sein.

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  2. …mir fällt dazu keine wirkliche Meinung ein…ich möchte nicht so leben, Lebensqualität sieht anders aus, allerdings hat der Schöpfer des Ganzen es gut gemacht, trocken und sogar bis auf den geringen Platz komfortabel…und er erregt Aufsehen, was ihm hoffentlich einen Job einbringt und wieder ein besseres Leben ermöglicht…

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    • Genau so ging es mir auch, auf der einen Seite ist es pfiffig und zeugt von der handwerklichen Begabung seines Herstellers, auf der anderen ist mir klar, daß ich nichtmal eine Minute in diesem Wohnkästchen verbringen könnte.

      Aufsehen erregt es auf jeden Fall, ich habe schon in verschiedenen Zeitungen darüber gelesen und im Lokal-TV wurde auch schon darüber berichtet. Ich hoffe, der Bewohner hat ein wenig Geld damit verdient.

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  3. Hi Videbitis,

    wow… okay… da hat jemand das Wohnen irgendwie für sich perfektioniert.
    Traurig, aber auch echt stark.
    Vielleicht sollte er sich ein Patent darauf machen lassen.
    Es SCHEINT an nichts zu mangeln… okay, ja, Fenster und Bad.

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    • Fenster sind da, sogar zu beiden Seiten (über dem Tischchen sieht man eine Gardine). Für mich wär es zu eng, wo bring ich meinen Staubsauger unter?;-)
      Aber stimmt, er hat das gut gemacht, das muß man anerkennen.

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    • Ja, daß er es geschafft hat, der Würdelosigkeit des Obdachlosendaseins in unserer doch eigentlich so wohlhabenden Gesellschaft, wo es sowas gar nicht geben sollte, etwas entgegenzusetzen, ist bewundernswert.

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  4. Ich gebe mal zu bedenken, dass es „Berber“ gibt, die nicht auf der Straße leben müssen, sondern ein Leben auf der Straße führen wollen. Und mir scheint es sich um einen solchen zu handeln, wenn ich mir diese liebevoll ausgestaltete Wohnstatt so ansehe. Ein sogenannter Tippelbruder „tippelt“ nicht unbedingt immer nur aus der übergroßen Not heraus. Hast du den Bewohner interviewen können?
    🙂

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