Ein Stand auf dem Trödelmarkt

Bisher dachte ich immer: Entweder cash, also Barzahlung mit richtigem Geld, oder EC-Karte wollen Händler von einem, wenn man was kauft. Daß man mit EC-Karte nun auch cash bezahlen kann, ist neu. Und wie muß man sich das vorstellen, hat der Händler einen kleinen Tresor um den Hals hängen, der Geld ausgibt, wenn man seine Karte und PIN eingibt? Vielleicht ist das aber auch eine Bezahlungsart unter Gaunern, von der wir nichts wissen, denn wer bitte kauft sich eine Schiebermütze, wo die Verkleidung schon gleich implementiert ist? Ganoven natürlich. „Ob ich den wiedererkenne, der mir die Handtasche geklaut hat, Herr Wachtmeister? Klar, der hatte ganz merkwürdige Augen, so einen stechenden Blick, die Haut seltsam angegraut …“.

Ob Drogendealer auch so eine Kappe tragen? Wahrscheinlich. In der Zeitung wurde neulich berichtet, die Domumgebung sei einer der großen Drogenumschlagsplätze der Stadt. Es wurde genau beschrieben, was man machen muß, um an ein kleines Päckchen Marihuana (nur darum handelt es sich hier) zu kommen, in aller Öffentlichkeit und unter den Augen der Zivilpolizei. Tatsächlich haben die Beamten gar kein Interesse an diesen Kleindealern, die meist eh nur so geringe Mengen bei sich tragen, daß es zu einer Anklage nicht reicht, man ist eher auf der Pirsch nach Hintermännern und Organisatoren.

Aber nun hat es in der Zeitung gestanden, und es ist Wahlkampf, im Herbst wird der/die neue OberbürgermeisterIn gewählt, und beide Kandidaten sind nun lautstark der Meinung, man müsse irgendwas machen, das gehe doch so nicht usw.
Also hat die Polizei sich genötigt gesehen, ein paar Tage später eine Großrazzia durchzuführen: Von 40 durchsuchten mutmaßlichen Kleindealern hatten zwei Marihuana bei sich, und bei zehn durchsuchten Wohnungen wurden zwei Personen vorläufig festgenommen. Ich vermute, die vier hatten ihre Kappen mal kurz abgesetzt. Das Überraschende an dieser Aktion: Der Polizeipräsident wertet das Resultat als großen Erfolg.

Gut, wenn das so ist, will auch ich mit Lob nicht sparen: Gut gemacht, Jungs! Einfacher wäre es freilich, man würde Marihuana legalisieren, wie es in einigen amerikanischen Bundesstaaten bereits der Fall ist, dann könnte die Polizei sich auch wieder um wichtige Dinge kümmern.

Ich bin nun für zwei Wochen im Urlaub, Wandern im Schwarzwald. Ich hoffe, ich komme gesund zurück – bis bald!

3 Antworten zu “Ein Stand auf dem Trödelmarkt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s