Karnevalspause

Die Karnevalsgesellschaften von Köln, Düsseldorf und Bonn haben sich zusammengetan und einen Antrag auf die Aufnahme in die Liste des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes der Menschheit gestellt. Schunkeln, gröhlen, blöde Witze reißen, saufen und exkrementieren, wo man gerade geht und steht, soll nun auf eine Stufe gestellt werden mit z.B. der Bedeutung der mediterranen Küche oder der chinesischen Kalligraphie. Ja, auch deutsche Kultur soll zu ihrem Recht kommen. Ich verzichte lieber darauf und bin bis Ende nächster Woche in Berlin.

Übrigens: Auch der „Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V.“ hat einen Antrag gestellt, wegen der weltweit einzigartigen Brotkultur Deutschlands. Von den 480 Bäckereien, die es vor 20 Jahren noch in Köln gab, bieten allerdings gerade noch 105 täglich ihre Brötchen an. Stattdessen haben die Bäckereiketten stark zugenommen, die die Backwaren zum Teil in Polen industriell herstellen, also z.B. Brötchen, die halb gar schockgefrostet und in den Filialen fertig aufgeblasen gebacken werden. In kaum einem deutschen Lebensmittel findet man so viel Zusatzstoffe, die nicht deklariert werden müssen. Na dann, Prost Mahlzeit.

Dabei ist es so einfach, gutes und gesundes Brot selbst zu backen. Man nehme:
1 Kilo Dinkelvollkornmehl (wer nicht selbst mahlen kann, nimmt die Bioqualität von Allnatura, gibt’s bei dm), 1 Würfel frische Hefe, mit ein bißchen Zucker in wenig warmem Wasser aufgelöst, eine 0,5l-Flasche (alkoholfreies) zimmerwarmes Weizenbier, 2 Eßlöffel (Walnuß-)Öl, 3 Teelöffel Salz, 2-3 Teelöffel gemahlenen Kümmel, 150 g Sonnenblumenkerne. Gut durchkneten und 1 Stunde in der Schüssel gehen lassen. Dann 100 g Walnüsse dazu (bitte ohne Schale, ich übernehme keine Verantwortung), nochmal ordentlich durchkneten, in die gefettete Backform geben, nochmal 20 Minuten gehen lassen, während der Backofen auf 200 Grad aufheizt, dann für 40 Minuten backen. Voilà – schon fertig, ein echter Kandidat fürs Weltkulturerbe. Zur Sicherheit klopft man auf den Boden des Brotes, wenn es hohl klingt, ist es garantiert gut. Ich lasse das Brot nach dem Auskühlen einen Tag in einer Plastiktüte ruhen, schneide es dann komplett auf und friere die Scheiben ein. Wem das zu mühsam ist, kann auch von allen Zutaten die Hälfte nehmen. Guten Appetit!

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0 Antworten zu “Karnevalspause

  1. Sag daß der erste Satz ein Witz ist!!! UN-GLAUB-LICH! Das ist nicht das Land der Dichter und Denker, sonder der Säufer und Schunkler!

    Ich bin morgen auch in Berlin. Mal sehen, wie das Wetter wird, Regen ist leider angesagt, ich werde dennoch mal die Kamera einstecken und mein „Dicki“. Dann kann ich direkt mal antesten, ob man in Bahnen aufnehmen kann. Von wegen Hintergrundgeräuschen etc.. (Blöde glotzendes Volk inklusive)

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  2. PS: Kleine Verbesserungen für dein Rezept: Die Hefe in Milch mit etwas Honig auflösen. Das teure Walnußöl würde ich nicht für ein Brot verbrauchen, normales Olivenöl tut es auch. Den Hefeteig lieber 2x durchkneten und 2x 1/2- bis 3/4 h ruhen lassen, wird deutlich lockerer dann. Und eine Schale Wasser gehört in den Ofen, dann wird es noch besser.
    Brot in Plastetüte???? Na ja.

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  3. Servus!
    Flucht vor dem Karnevalsgetümmel – kann ich voll und ganz verstehn!
    Dass du kontinuierlich dein täglich Brot selbst fabrizierst kannst
    dagegen deiner Oma erzählen!..;-) Ausserdem ist es ein Frevel, selbstgebackenes
    Brot einzufrieren!* Dann kannst ja genauso gut die Tiefkühlbrötchen von
    Aldi/Lidl verzehren! Im Grunde machts auch keinen Sinn, selbst Brot zu backen.
    (Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Brotkauf beim Bäcker des Vertrauens.)
    Ausserdem sind normale Backöfen dafür ungeeignet. (Maximaltemperatur)
    Gut – mal ein selbstgemachtes Weissbrot ist bei mir auch drin.
    Aber Sauerteigbrot? Nönö.. Das überlass ich dem Bäcker..;-)
    Dann gibt es ja noch diese Brotbackautomaten. (Die in den meisten Fällen
    nach gewisser Zeit im Keller landen. (Bei den Woks und Waffeleisen..;-)
    Nutzloser Lifestyle-Tand. So wie ich kenne, hast du sicher auch ein elektrisches
    Brotmesser und einen netzwerkgestützten Eierkocher inkl. Smartphone-App..;-D

    Tja. Alaaf / Helau!..;-)

    *Herkömmliches Einfrieren (Brot) verändert Konsistenz/Geschmack!
    Stichwort – Eiskristalle! / Industriell wir bei hohen Minustemperaturen
    schockgefrostet. Das wirkt sich weniger bis gar nicht nachteilig aus.

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  4. …ich finde Walnüsse im Brot weniger passend, ansonsten lecker Rezept…und mein Brot wandert in keine Plastiktüte, ich wickel es in ein leinenes Handtuch…einfrieren geht auch nicht, es hält locker eine Woche so aus und wird täglich besser…

    …übrigens kann man Sauerteig sehr einfach selber machen, falls Du mal von der Hefe wegwillst…

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  5. Ach, hast Du es gut. Ich bin an den tollen Tagen in der Domstadt.
    Habe gerade heute das Gegröle usw. leider wieder live mitereleben müssen. Unter dem Bürofenster war ein großes Zelt aufgestellt, wo den ganzen Tag gefeiert wurde und natürlich auch gesoffen usw.
    Karneval, ein „Fest“, das immer primitiver wird, soll Deutsches Kulturgut sein?
    Grausam der Gedanke.

    Schönes Wochenende

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  6. Wenn Du nicht gelyncht werden willst, solltest Du in Köln besser nicht Helau rufen. 😉
    Meiner Oma? Die hätte mich ausgelacht wegen der Mühe und mich gefragt, wieso ich das Brot nicht beim Kolonialwarenhändler kaufe. Ich backe selbst, weil ich dann genau weiß, was drin ist. Das Einfrieren ändert nichts am Geschmack, jedenfalls nicht an meinem. Tatsächlich habe ich eine elektrische Brotschneidemaschine, sehr hilfreich, da handgeschnitten die Scheiben leicht zerbröseln – ich will das Brot ja nicht rauchen, sondern essen. Und schließlich: Seemannsgarn erzähle ich nur bei größeren Geschichten … habe ich Dir mal die Geschichte erzählt, wie ich den Papst angerufen habe, um ihn darüber aufzuklären, wie unbeliebt der hiesige Bischof ist? Tja, und nun geht der in Rente.

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  7. Ich habe ja nicht soviel Zeit, deshalb backe ich immer sehr viel auf einmal und muß es dann einfrieren, sonst wird es schlecht. Sauerteigbrote habe ich auch schon gebacken, sehr lecker, aber auch hier ist es die mangelnde Zeit, die mich davon abhält: Sauerteig muß immer so lange gehen, dabei geht ein ganzer Tag drauf.

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  8. Salve!..;-)
    (Merci für die Korrektur!)
    Bist ja ganz schön lang untergetaucht.
    Eine Brotschneidemaschine hab ich selbstverständlich auch.
    Nur – manchmal verfluche ich das Gerät, weil meine Anrichte bis in
    allen Ecken vollgebröselt ist. Daher schneide ich dann oft von Hand
    an der Spüle. Lieber krumme Scheiben statt „Überallgebrösel“..;-)
    Gibt es denn in deiner Nähe keine ordentliche Handwerksbäckerei?
    Wir haben hier im Ort noch zwei Bäcker, die Wert auf gutes Brot legen.
    Das macht sich natürlich im VK-Preis bemerkbar, der leider vielen Konsumenten
    zu hoch erscheint. (Die sich daher den TK-Mist beim Discounter besorgen.)
    Nicht, weil sie sich das Brot vom Bäcker nicht leisten könnten, sondern weil
    es beim Discounter BILLIGER ist. Dieses Verhalten sorgt dafür, dass die
    Handwerksbäcker weniger verkaufen, und um die laufenden Unkosten zu schultern
    wiederum die Preise erhöhen müssen. Wohin das führt ist ja klar.

    Nichtsdestotrotz – Ich gönne dir dein selbstgebackenes TK-Brot..;-)

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  9. Zu meinem weiteren Bekanntenkreis zählte mal ein Bäcker aus einer Biobäckerei. Der erzählte, daß in der Regel den Handwerksbetrieben auch nicht zu trauen ist, da auch sie fertige Backmischungen von den industriellen Mühlen geliefert bekommen – das ist einfach eine Frage der Zeit und des Geldes. Selbst Biobäckereien oder die Brotabteilungen in Bioläden sind davon nicht ausgenommen. Und lose angebotenes Brot unterliegt überhaupt keiner Deklarationspflicht hinsichtlich der Inhaltsstoffe, da kann alles mögliche drin sein, z.B. Enzyme, die den Teig lockerer machen sollen und nach dem Backvorgang angeblich nicht mehr nachweisbar sind, dennoch aber unter dem Verdacht stehen, allergen zu sein.

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  10. Klar, auch die kleinen Bäckereien „drehen krumme Dinger“. Keine Frage!
    Die Bäckerei, in der ich Brot etc. besorge (hier im 10.000-Seelen-Ort)
    wirbt damit, keine Fertig-Backmischungen zu verwenden. (Die Bäckerei ist
    ein Familienbetrieb. Mehrere Generationen. Schon als junger Bub hatte ich
    mir dort Brezeln geholt. Die Zutatenliste der Backwaren ist jederzeit
    einzusehen. Aber – die Uhr tickt. (Die Großen fressen die Kleinen.)
    Noch zu Enzyme: Mittlerweile ist die Liste ziemlich lang, was unter Verdacht
    steht, allergische Reaktionen auszulösen. Darauf zu achten hab ich wahrlich
    keine Lust. Wenn ich merke, dass ich etwas nicht vertrage, lass ich dann ganz
    einfach die Finger davon. Einfache Strategie. (Und wirkungsvoll..;-)

    Gruß aus der guten Stube!

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