Bei mir zu Hause

Das ist ein Feuermelder. Eigentlich meldet er kein Feuer, sondern Rauch, und das ist auch besser so, denn bevor man verbrennt, ist man erstickt. Er hängt in meinem Flur, ein per Funk verbundener Zwilling in meinem Schlafzimmer. Vor ca. einem Jahr habe ich die angeschafft, als in den Medien immer mal wieder von Hausbränden die Rede war.

Vorletzte Nacht um halb eins gaben sie Alarm. Es roch leicht angekokelt, ich dachte sofort an irgendein durchgeschmortes Kabel, aber mein erster Reflex war, diese Sirenen zum Stillstand zu bringen. Das ist gar nicht so einfach, man muß eine Trittleiter holen, die Melder abnehmen und aufschrauben und dann die Batterien entfernen, denn einen Aus-Knof haben die nicht. In der Zwischenzeit versammelte sich die Nachbarschaft vor meiner Tür, ich befürchtete: Um mir wegen des Lärms den Hals umzudrehen.

Das Gegenteil war der Fall, denn als ich die Haustür öffnete, schlug mir ein übler Brandgeruch entgegen. Einer meiner Nachbarn war schon auf dem Weg nacht unten – ich wohne im dritten Stock – um herauszufinden, woher er kam. Wie sich herausstellte, war ein Mitbewohner aus dem Erdgeschoß betrunken mit brennender Zigarette in seinem Bett eingeschlafen und hatte so die Matratze in Brand gesetzt, war dann glücklicherweise wieder aufgewacht, konnte den Schwelbrand aber nicht löschen und hatte die Matratze deswegen auf den Hinterhof geschleppt. Inzwischen war die von meiner Nachbarin gerufene Feuerwehr mit fünf Löschfahrzeugen eingetroffen, zog aber nach zehn Minuten wieder ab. Ohne die beiden Rauchmelder hätte niemand etwas bemerkt. Die beiden Kleinfamilien aus dem ersten Stock waren erstaunt, als wir ihnen am nächsten Tag erzählten, was in der Nacht passiert war, sie waren nichtmal aufgewacht.

Liebe Leute: Kauft Feuer-/Rauchmelder!

0 Antworten zu “Bei mir zu Hause

  1. denk mal. hätt ich gar nicht gedacht das das Ding so empfindlich ist.

    hab auch so ein Teil, gleiches Fabrikat.
    eines abends hab ich in der Küche was schärfer gebrutzelt und das Ding hat angeschlagen. Bei mir hängts auch im Flur, wie bei Dir. Auch ich musste nen hohen Stuhl nehmen um an dieses Teil heranzukommen. Das Ding macht sooo nen höllischen nervigen Krawall, habs nicht schnell genug aus bekommen – einfach herausgerissen. Seit dem leb ich ruhiger ( aber auch ohne Rauchmelder ) …

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  2. Das finde ich ja lustig, dass Du erst mal den Rauchmelder zum Schweigen bringst, bevor Du Dich dafür interessierst, was da raucht. Aber das könnte mir glatt auch passieren, wenn der Ton ohrenzerfetzend genug ist. – Und muss der Im-Bett-Raucher den Feuerwehreinsatz nun bezahlen? Geschähe ihm recht. Fürs Rauchen habe ich Verständnis, fürs Rauchen im Bett nicht.

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  3. Ja, blöd, nicht wahr? Mein erster Gedanke galt der Nachtruhe der anderen Hausbewohner – daß die vielleicht schon röchelnd in ihren Betten um ihr Leben ringen, daran hatte ich nicht gedacht. Ich nehme es als Übung, nächstes Mal bin ich besser „präpariert“. Außerdem hoffe ich nun natürlich, daß die anderen Bewohner nach dem Erlebnis sich selbst auch Rauchmelder anschaffen.
    Ich weiß gar nicht, ob der Verursacher den Einsatz zahlen muß, falls ja, ist das bestimmt nicht billig. So oder so – es wird ihm eine Lehre sein, das hoffe ich jedenfalls.

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  4. Super Idee. Aber leider kein bißchen machbar in einem Haus, in dem zwei Öfen ihren Dienst tun.
    Ist uns in Dänemark im Ferienhaus passiert. Wir machten den Kamin an, dabei entsteht unweigerlich auch immer etwas Rauch im Zimmer und zack ging der Rauchmelder los und wir hatten keine Ahnung, wie das Ding abzustellen war.
    Kind weinte, Hund bellte und wir hampelten mit einem Hammer rum und haben es schließlich einfach kaputt gehauen (bereit den Schaden zu ersetzen), weil es sich nicht abnehmen ließ. (Übrigens mußten wir nix ersetzen, wir bekamen eher so etwas zu hören wie: ach die Scheißteile machen eh immer was sie wollen ;))

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  5. In der Lautstärke kenne ich es nur aus dem Büro. Ursprünglich blieb bei Probealarm die Hälfte der Mitarbeiter an ihren Schreibtischen („Keine Zeit für so einen Quatsch!“). Mit dem neuen Alarmton hält es niemand aus. Alle verlassen hübsch brav das Gebäude, denn ausschalten kann den Alarm nur die Feuerwehr, die automatisch verständigt wird. Probealarm muss auch nicht mehr gegeben werden. Die Rauchmelder melden jedes in der Küche angebrannte Schnitzel und jeden Sägemehlstaub in der Werkstatt. – Da ich nun in Rente bin, sollte ich mir wohl wirklich einen privaten Rauchmelder anschaffen. Mir fehlt sonst was.

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  6. Stimmt. Ich hoffe, die anderen ziehen nun auch ihre Lehren daraus. Bei den Leuten aus dem ersten Stock bin ich am nächsten Tag nochmal persönlich vorbeigegangen, um ihnen zu erzählen, in welcher Gefahr sie geschwebt haben.

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  7. Wir haben seit Dezember 2011 Feuermelder installiert. Damals ist bei den Nachbarn zwei Stockwerke unter uns die Spülmaschine durch einen Kurzschluss in Brand geraten. Bemerkt haben wir im vierten Stock (direkt unter dem Dach, nur eine Treppe nach unten) nichts. Nur die Feuerwehr haben wir gehört; da wir zu diesem Zeitpunkt aber noch in der City Solingens wohnten und da öfter mal Sirenen zu hören sind, haben wir uns nichts gedacht.

    Bis die Feuerwehr bei uns klopfte und rausbrachte. 🙄

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