Überwachung

„Spuckies“ nennt man diese kleinen Sticker, die in jeder großen Stadt in Massen zu finden sind, weil es welche gibt, die man erst anlecken muß, damit sie kleben. Daß Überwachung nun auch die Freiheit unserer Bundeskanzlerin gefährdet, ist grundsätzlich zu begrüßen, denn besonders gut wird man für ein Problem sensibilisiert, wenn man es am eigenen Leib erfährt. Zu befürchten ist allerdings, daß sie keine Lehren daraus zieht: Ihr eigenes Handy wird sie abhörsicher machen, gleichzeitig aber es weiterhin tolerieren, daß alle anderen Bürger bespitzelt werden.

Die URL auf dem Spucki führt übrigens zu einer interessanten Seite, „digitalcourage“ heißt ein Verein, der sich schon seit 1987 für Bügerrechte und Datenschutz engagiert und alljährlich den „BigBrotherAward“ vergibt, ein Preis für besonders gelungene Bespitzelung. Preisträger in diesem Jahr sind Google, die Deutsche Post, die Bundespolizei (für die Kontrolle aufgrund ethnischer Merkmale) etc.: Schaut selbst.

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0 Antworten zu “Überwachung

  1. Ich hab schon fast das Gefühl, daß es demnächst so sein wird, daß man in Amiland nicht mehr reingelassen wird, weil man vermutlich auf irgendner schwarzen Liste steht, weil man Menschenrechtsverletzungen in den USA gegoogelt hat oder bei Zweitausendeins das Buch über 9/11 bestellt hat.
    Dann wird irgendein hanebüchener Grund gefunden, warum nicht mehr einreisen darf oder man wird mal kurz aus Schikane für 24 h inhaftiert.

    Eine Welt voller Mielkes.

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  2. Das passiert ja schon, der Germanist Ilija Trojanow wurde nicht ins Land gelassen, ohne Angabe von Gründen. Allerdings hatte er kurz vorher eine Petiton unterzeichnet, die sich gegen Datenmißbrauch durch die NSA richtete:
    http://www.zeit.de/kultur/literatur/2013-10/trojanow-usa-einreiseverbot

    Und der Partner eines in Brasilien lebenden Guardian-Journalisten, der sich kritisch mit der NSA beschäftigt, wurde für 9 Stunden auf dem Londoner Flughafen festgehalten, Handy, Laptop, Kamera etc. erhielt er nicht zurück.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/partner-von-snowden-vertrautem-in-heathrow-festgehalten-a-917248.html

    Und weil wir jetzt darüber geschrieben haben, kommen wir auch nicht mehr rein.

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  3. Ich will da gar nicht mehr hin 1978 war ich für einige Wochen in der amerikanischen Provinz (West Virginia) und erinnere mich an eine sehr lasche Kofferkontrolle auf dem Flughafen Pittsburgh. Es hat sich inzwischen so viel verändert das ich heute Angst hätte in die USA zu reisen.

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  4. Servus!

    „Überwachung gefährdet ihre Freiheit!“
    Leute! Zerschmettert eure Taschenwanzen! (Smartphones)
    Ob sich da jemand anschließt? (Mit Taschenwanze)
    Praktischer Taschencomputer inkl. Mobiltelefon hin oder her –
    Es geht nicht nur um das Abhören bzw. Mitlesen von Kommunikation,
    sondern auch um Bewegungsprofile, Kontaktdaten etc. Mit bestimmten Methoden
    lässt sich das Mikrofon von Smartphones aktivieren, selbst wenn das Gerät
    ausgeschaltet ist. (Zum heimlichen Mitlauschen) Schöne neue Welt.
    (Alternative: „Alte“ Handys, oder Sim-Karte raus und nur per WLAN nutzen.)
    Interessant wäre zu wissen, ob der „Aktionist“ (Aufkleber) auch eine Taschen-
    wanze mit sich führte. (Und vielleicht per Geo-Tags (Fotos) die verschiedenen
    Aufklebeorte online archiviert hat..;-)
    Ganz unsichtbar kann man sich nicht machen, jedoch (mit Verzicht) mehr oder
    weniger schon. (Vorausgesetzt man will es.) Abermillionen ist es wurscht.
    (Mir nicht)

    Gruß aus der guten Stube!..;-)

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  5. Hin- und hergerissen ist man als „normaler Bürger“ – sind meine Daten wirklich so interessant für die Amerikaner? Soll ich einfach drauf scheißen, auf gut Deutsch gesagt, oder mein Online-Verhalten bremsen? Leider hat man in der heutigen Zeit kaum mehr die Möglichkeit, sich dem Ganzen zu entziehen. Also weiter machen wie bisher?

    Sehr gut und bemerkenswert finde ich den jungen Mann aus der Nähe von Frankfurt, der seit diesem Sommer regelmäßig „Spaziergänge“ zum NSA-Quartier nahe seines Wohnortes organisiert. Über den Anfang der Aktion hatte ich auch schon geschrieben, mittlerweile wird auf Facebook regelmäßig über die aktuellen Aktionen berichtet und jedes Mal muss ich auf’s Neue schmunzeln.

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  6. Kurz habe ich mal mit dem Gedanken gespielt, mir ein Smartphone zu kaufen, aber eigentlich brauche ich es nicht. Außerdem müßte ich ständig meine Lesebrille dabei haben, viel zu lästig.
    Sag mal, ist das Surfen mit Thor inzwischen eigentlich komfortabler geworden? Als ich es vor ein paar Jahren mal ausprobiert habe, mußte man noch ziemlich umständlich Programme installieren und immer umstellen und hatte relativ lange Wartezeiten. Auf der digitalcourage-Homepage verkaufen sie einen sogenannten Dongle, ein USB-Stick, mit dem man anonym surfen kann. Sowas kann man sich doch bestimmt auch selbst zusammenstellen, oder? Weißt Du darüber was?

    Viele Grüße in Die gute Stube!

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  7. Ja, das befürchte ich auch. Um so amüsanter, wenn die Mächtigen sich gegenseitig bespitzeln, angeblich ach-so-guten Freunden zeigen sich plötzlich als die Kleingeister, die sie sind. Aber nur für einen kurzen Moment, wie ein Blitz, und dann ist wieder alles ganz schnell beim Alten: Wir werden 24 Stunden überwacht, weil wir alle verdächtigt werden, irgendwelche Straftaten zu planen oder zu begehen.

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  8. Nette Aktion, die zeigt, das alles registriert und ausgewertet wird.
    Ich finde, man soll die sozialen Netzwerke so benutzen, wie man das möchte, deswegen blogge ich doch, damit andere lesen und schauen, und wenn die NSA oder andere Geheimdienste auch mitlesen: Herzlich willkommen, laßt doch mal einen Kommentar da. Die Sauerei ist, daß sie Profile erstellen und abspeichern und einen auch da ausspionieren, wo wir die Öffentlichkeit gar nicht gesucht haben, also beim Telefonieren, Simsen, Surfen etc. Und selbst wenn sie im Moment nichts mit den ganzen Daten machen, ist nicht ausgeschlossen, daß in Zukunft irgendein durchgeknallter Politiker von z.B. der Tea Party auf die Idee kommt, daß man so wunderbar politisch mißliebige Personen herausfiltern kann.
    Es gibt ja auch immer Leute, die sagen: Ist mir doch egal, ich hab nix zu verbergen. Gut, die dürften dann ja auch nichts dagegen haben, wenn man eine Überwachungskamera in ihr Badezimmer und Klo installiert.

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  9. Zu TOR:
    Nachwievor eher Schneckentempo. (Im Vergleich zu „normalem“ Surfen)
    Geht aber inzwischen alles viel einfacher. Stichwort: Vidalia
    Siehe hier – http://www.tinyurl.com/ldqm5b2 (Keine umständliche Proxy-Konfiguration.)
    Vidalia ist zugleich Browser. Einfach starten und loslegen.
    (Aud dem von dir erwähnten Dongle ist höchstwahrscheinlich Vidalia installiert)
    Schneller gehts mit VPN. Ich nutze aktuell diesen Anbieter: http://www.tinyurl.com/ktgcdmk
    Sitz in Schweden. (Im Gegensatz zu anderen Anbietern wird nichts geloggt.)
    Unterstützt die volle (individuelle) DSL-Bandbreite. Sehr komfortabel um z.B.
    auf Webseiten zuzugreifen, die in Deutschland nicht erreichbar/gesperrt sind.
    Ausserdem kann dann z.B. Google Suchanfragen nicht mehr zuordnen. (Man surft ja
    nicht mit der eigenen IP..;-) Kein Hickhack mehr mit gesperrten YouTube-Videos.
    Auch kann man sich mal unbeschwert anonym ein Schmuddlfilmchen angucken..;-D

    Würde dir auf jedenfall für’s „normale“ Surfen diese Firefox-Add-ons empfehlen!:
    —> http://www.tinyurl.com/7qhfquv
    —> http://www.tinyurl.com/lyuh64l
    Dann hast zumindest vor den Tracker-Kraken Ruhe.

    Ein bisserl was geht immer..;-)

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  10. Wir leben in schwierigen Zeiten…und ich frage mich, bringt uns das wirklich so viel mehr Sicherheit? „Natürlich“, würden die Amerikaner sagen, „schaut euch an, wie das damals gekommen ist, Planung in Deutschland, und ihr habt nichts bemerkt, da müssen wir doch was machen.“ Dass es die Menschen aber eher verunsichert, interessiert keinen. Und es wirkt sich mittlerweile auf beinahe jeden Bereich aus; ich z.B. bemerke immer wieder, wie wenig meine Kunden teilweise noch etwas von sich preisgeben wollen – selbst wenn es sich lediglich um die Bestellung eines Möbelstücks handelt.

    Zu verbergen habe ich in dem Sinne auch nichts, aber dennoch stelle ich immer wieder fest, dass ich viel mehr als vorher überlege, was ich online poste.

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  11. Ja, totale Sicherheit bedeutet totale Unfreiheit. Wenn ich nicht will, daß mir ein Blumentopf auf den Kopf fällt, darf ich halt die Wohnung nicht verlassen. Da muß man gut abwägen.

    Ich muß bei Neukunden auch die emails abfragen, es gibt immer wieder welche, die sie mir nicht sagen wollen, und ich habe meine schöne Not, sie davon zu überzeugen, daß sie garantiert keine Werbung bekommen.

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  12. Tag!

    Dieses Add-on (Do not track me) kannst in der Pfeife rauchen,
    weil es darauf basiert, dass Webseiten sich freiwillig daran halten.
    Teste mal das verlinkte Add-on. (Ghostery) Nach der Installation
    das Symbol anklicken – dann das „Zahnrädchen“ und „Option“.
    Hier gibts dann zwei Formulare. Aktiviere in allen vier Feldern das Häkchen.
    – Spreichern. Unter „Cookies“ (zweite Seite) genauso verfahren.
    Danach surfst mal willkürlich ein paar Seiten an. (Am besten auch Webshops)
    Auf jeder Webseite poppt dann im Firefox ein Fenster auf und zeigt dir die
    geblockten Tracker an. Du wirst staunen! Weiterhin wird Werbung inkl. Popups
    auf Webseiten geblockt. (Auch all die scheiss „Gefällt mir“-Buttons.)

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  13. es gibt einen us-spielfilm, leider titel und darsteller vergessen, in dem der protagonist in einer vorgetäuschten welt voller kameras lebt.
    beim ersten gucken wurde mir gruselig.
    man weiß ja nie…

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  14. Stimmt – wenn man nicht will, dass einem IRGENDWAS passiert, egal was, geht man am Besten gar nicht mehr aus dem Haus. Und selbst dann kann dir noch die Bude unterm Arsch abfackeln. Also weitermachen wie bisher…aber ist das nicht gleichbedeutend mit dem Verschließen der Augen?

    Oh ja, und dann kann man noch so nett sein – die Kunden glauben es einem teilweise nicht mehr.

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