Am Dom

Ein 50-köpfiger Chor irgendeiner christlichen Sekte singt fromme Lieder – nicht sehr schön, aber der Wille zählt. „Jesus ist auferstanden“, steht auf dem Aktenkoffer. Aha. Und – wo ist er? Hier jedenfalls nicht, vielleicht gerade unterwegs, auf Geschäftsreise oder Tournee, man weiß es nicht. „Jesus Christus, deine einzige Chance“, steht auf einem Banner, aber der Herr links will sich lieber nicht darauf verlassen und bittet um eine milde Gabe. An den richtet sich der missionarische Eifer der zumeist jungen Sängerinnen ja auch gar nicht, es geht nicht ums Materielle, Essen und so’n Quatsch, sondern um die gottlosen Seelen der Satten, die es zu retten gilt. Die, die Hunger schieben und frieren – tja, da kann man nichts machen. Und noch ’n Lied, zwo, drei, vier …

0 Antworten zu “Am Dom

  1. Ohjehhhhhh, das sind die, deren Kinder auf Kindergeburtstagen nicht sein dürfen und bei Klassenfahrten immerhin schon am Tag dabei sein dürfen, aber am Abend wieder in die christliche Höhle zurückmüssen! 😦

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  2. „Christliche Hölle“ – habe ich erst gelesen. 😉
    Ich weiß gar nicht genau, ob diese Leute tatsächlich zu den Fundamentalchristen gehören, denen es nicht so sehr um Barmherzigkeit und Nächstenliebe geht, sondern fast ausschließlich um die neurotische Vermeidung weltlicher Einflüsse und die Propagierung der „reinen“ Lehre (eine Freundin hat mich zurecht darauf hingewiesen, daß ich ja gar nicht wissen könne, was die sonst noch so machen). So, wie die organisiert sind, ist es aber sehr wahrscheinlich.

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