Wandertour Eggeweg, 1. Etappe, Teil 1

Es folgen 400 Waldbilder, Bäume, Moos, Sträucher und äh … Bäume. Ich kann mir vorstellen, wie brennend euch das interessiert.

Los geht’s. Der ca. 70 Kilometer lange Gratwanderweg durch das Eggegebirge beginnt bei den Externsteinen. Der Fachbegriff für ihr Aussehen ist Wollsackverwitterung – das braucht wohl keine weitere Erklärung, außer vielleicht die, daß die Steine 70 Millionen Jahre dafür brauchten.

Wenn man bereit ist, 1,50 zu bezahlen, darf man die Steine auch besteigen, …

… kann direkt hinuntergucken …

… oder in die Ferne sehen (der Mann im roten Anorack ist mir völlig unbekannt, aber fotografisch ein Geschenk des Himmels).

Genug herumgelungert, jetzt wird gewandert. Hm, wo geht es lang …

… da runter? Im Wald, da sind die Räuber, oder?

Aah – endlich! Waldhotel Silbermühle hat ein Schild in der Tür „Come in, we’re open“, das aber nur für Engländer zu gelten scheint, denn die Bedienung ist alles andere als erfreut, uns zu sehen. Nützt nichts, wir bestehen auf Kaffee, schließlich sind wir schon drei Kilometer gelaufen!

Der Weg ist nichts für Rollstuhlfahrer. Die 1. Etappe ist übrigens die schwerste des gesamten Weges, denn man muß auf den höchsten Berg des Eggegebirges …

… den Velmerstot. Erstaunlicherweise hat der Berg zwei Gipfel, der kleinere heißt Lippischer Velmerstot, der größere Preußischer Velmerstot. Messerscharf schließe ich daraus, daß der Name nicht an einen Herrn Velmer erinnert, der sich hier zu Tode gestürzt hat, denn zweimal sterben, jeweils preußisch und lippisch, konnte man auch früher nicht. Velmer, weiß Wikipedia, bezieht sich auf einen in der Nähe liegenden Ort, und -stot steht für Steilhang. Oder auch Stute. Wahnsinnig interessant zwar, aber wir müssen nun weiter …

… und erstmal was essen. Das Proviantpäckchen ist ein Überraschungspaket, liebevoll von unserem letzten Gastgeber gepackt.

Teil 3.

Wandertour Eggeweg, Anreise

Zwei Wochen vergehen schneller, als mir lieb ist, jedenfalls, wenn ich Urlaub habe. Vier Tage war ich mit einer Freundin auf dem Eggeweg wandern. Das schöne an unserer Tour ist erstmal, daß wir unser Gepäck nicht selbst schleppen müssen, es wird uns hinterhergebracht zu den vorher gebuchten Hotels. Der Eggeweg ist einer der ältesten Wanderwege Deutschlands und liegt tatsächlich noch in NRW, erstaunlich, wie groß und unterschiedlich dieses Bundesland ist. Man fährt mit der Bahn bis Bielefeld, von dem zumindest der Bahnhof mit Sicherheit existiert, steigt um und zuckelt mit der Regionalbahn weiter bis Bad Meinberg.

Bad Meinberg ist ein Kurort am Rande des Teutoburger Waldes. Viel los ist hier aber nicht.

Im schönen Kurpark stehen hunderte Bänke relativ eng beieinander und künden von besseren Zeiten: Anfang der 90er gastierten hier pro Jahr bis zu 38.000 Besucher, aber seit den verschiedenen Reformen des Gesundheitswesens hat das stark abgenommen. Ich kann mich noch daran erinnern: Wenn man früher eine Kur haben wollte, bekam man sie auch. Das ist heute nicht mehr so, schade eigentlich, hier läßt es sich zwischen Heilquelle und Moorbad bestimmt gut langweilen.

Ich habe mal einen netten Krimi gelesen, der hieß „Einer fehlt beim Kurkonzert“. Hier fehlt das Kurkonzert selbst. Na gut, ist ja auch Montag nachmittag.

Aber eine Attraktion hat das Städtchen noch zu bieten. Ob der Gesang allerdings die Kundschaft dazu verleitet, ihre Brötchen woanders zu kaufen, konnten wir leider nicht feststellen: Zur Zeit geschlossen.

Teil 2.