Montag

Ja, Montage gehören auch nicht zu meinen Lieblingstagen, aber möchte man sowas wirklich jeden Morgen auf seinem Frühstücksbrettchen lesen? Sich gleich mies einstimmen auf einen vermutlich miesen Tag? Den Blick nach innen auf das eigene Ungemach gerichtet das Haus verlassen …

… und gleich in etwas hineintreten, wie es diesem Zeitgenossen offenbar gegangen ist, der zwei dieser Zettel direkt neben braun verschlierten Stellen auf den Bürgersteig geklebt hat.

Da kann einen auch diese Figur nicht erheitern. Ein Eis essendes Eis habe ich schon gesehen, ein Schwein, daß für Schinken wirbt, nun also eine kaffeetrinkende Kaffebohne – die bereit ist, ihr eigenes Leben in einer Kaffemühle zu opfern? Für „To go“-Kaffee?! Brutal! Gar nicht lustig.

Das letzte Mittel zur Stimmungsaufhellung: Ein Herz. Herz-Kitsch ist so gar nicht mein Ding, und dem das Bild gehörte, scheint es ebenso zu gehen, so sperrmüllig, wie es da steht. Aber gerade, weil es da so unvermutet auftaucht und meinen Blick fängt, wenn ich aus dem Fenster schaue, freut es mich doch. Ein netter Gruß vom Zufall – ich danke sehr. Und morgen ist ja schon Dienstag.

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0 Antworten zu “Montag

  1. Dein Schwein ist nix gegen „mein“ Schwein!

    Das abgestellten, ausgesonderte Herz wird vermutlich irgendwem das Herz brechen und ihr/ihm unwiderruflich klar machen, daß hier etwas zu Ende gegangen ist.
    „I don’t like Mondays…“ könnte man mal wieder hören, war damals ja ein großer Song.

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  2. Ich wollte gerade schreiben, das Schwein beim Metzger, das für die Wurst wirbt, ist das Perverste, aber dann sah ich das Harakirischwein von LaWendeltreppe. Tolle Fundstücke! Besonders der Zettel auf dem Bürgersteig hat es mir angetan. Hoffentlich war’s kein Frauchen und fühlt sich gar nicht angesprochen.

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  3. Sehr schön, Dein Schwein schlägt meins um Längen! Ich habe es ja gerade schon bei Dir gesehen und freu mich, daß Du es hier reinstellst.

    Oder das Herz ist ein Wegweiser für den ersten Besuch einer frischen Geliebten: „Da, wo das Herz vor der Tür steht, da wohne ich.“

    Ja, Boomtown Rats, an die mußte ich auch denken, die Hymne für alle Blaumacher.

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  4. Ja, das Viech muß man echt gesehen haben. Unglaublich.

    Da wär die Gefahr zu groß, daß jemand es klaut und dann steht er herzlos da.

    Dabei geht es da um Amoklauf.
    Übrigens: Erstaunlich wie genial gut Bob Geldorf bei „The wall“ gespielt hat, kann ich mir immer wieder ansehen, auch wenn das ein Film ist, der einem viel abverlangt.

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