David Lynch in Brühl

Vom Südbahnhof zehn Minuten mit der Regionalbahn, und man ist in dem kleinen Städtchen Brühl und wird direkt am Bahnhof von Schloß Augustusburg empfangen. Das ist aber gar nicht unser Ziel, vielleicht mal im Sommer.

Diesmal sind wir hier wegen David Lynch. Viele kennen seine Filme, etwa „Lost Highway“ oder „Mulholland Drive“ oder die Fernsehserie „Twin Peaks“, aber wenige wissen, daß Lynch nebenbei ein bildender Künstler ist. Die Austellung, die wir besuchen wollen, heißt „Dark Splendor“ und findet im Max-Ernst-Museum statt.

Copyright D. Lynch

Die surrealistischen Bilder, Kollagen, Fotos und Installationen sind düster und verstörend: Deformierte Körper, angedrohte oder vollzogene Gewalt und pervertierte Sexualität sind die bestimmenden Themen – alles nicht sehr subtil, keine Kunst für’s Wohnzimmer. Ab und zu darf man einen Knopf drücken, und es ertönt z.B. ein düster-wabernder Klangteppich, oder ein Knall. Leider war Fotografieren verboten, und da man während der ganzen Zeit von Überwachungskameras gefilmt wird, hatte ich keine Chance. David Lynch hat daher sicher nichts dagegen, wenn ich zur Veranschaulichung ein Bild aus dem www ausleihe.

Auch in den anderen Räumen war es verboten, aber wie durch Zauberei stahl sich das Foto auf meine SD-Card: Seit 2005 gibt es das Max-Ernst-Museum, auf ca. 1000 qm werden hauptsächlich Grafiken und Skulpturen des berühmten Künstlers, der in dieser Stadt geboren wurde, ausgestellt.

Das Gebäude ist großartig und allein schon einen Besuch wert: Helle Räume hinter massiven Türen, großzügig gehängt und gestellt kommt die Kunst gut zur Geltung. Die Kunst selbst – na ja, viel Grafik eben, und viel Skulptur, ganz wenige Gemälde, die ja das eigentlich Besondere sind im Gesamtwerk des Künstlers.

Wenn man hierher kommen will, sollte man sich vorher darüber informieren, weshalb Max Ernst so außerordentlich ist, in diesem Museum erhält man nur eine Ahnung davon.

Die David-Lynch-Austellung läuft noch bis zum 18.04.2010, der Eintritt für das gesamte Museum beträgt 5 Euro.

0 Antworten zu “David Lynch in Brühl

  1. ja, ich weiß, was Du meinst, ich bin es auch etwas müde, dieses Aufbegehren, Provozieren, Schocken, Finger-in-die-Wunde-der-bürgerlich-Gesellschaft-legen *lach, was für’n Wort*. Aber das Helle, Freundliche in der Kunst ist viel schwerer, es wirkt so schnell nur dekorativ.

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