Berlinale

Will man Filme auf der Berlinale besuchen, muß man viel Zeit haben: Die Online-Verkäufe sind schneller ausverkauft, als man klicken kann, also heißt es: Anstehen. Stundenlang. Vor dem Ticketschalter in den Arkaden am Potsdamer Platz bilden sich lange Schlangen. Leider kann man nioht alle Karten auf einmal kaufen, die man haben möchte, da der jeweilige Vorverkauf erst drei Tage vor einer Premiere startet (vor einer Wiederholung vier), wenn man einen Film besuchen will, der erst später startet, muß man sich noch einmal anstellen.

Auf der Tafel kann man sehen, welche Filme schon ausverkauft sind, das heißt aber nichts: Man stellt sich einfach am Premierentag noch einmal frühzeitig vor der Tageskasse des ausstrahlenden Kinos an, und wer es risikoreich mag, bekommt mit viel Glück eine halbe Stunde vor Filmbeginn sogar noch Karten zum halben Preis.

Manchmal gibt es Platzkarten, wie hier im Berlinale Palast, aber meistens nicht, daher ist es ratsam, sich auch hier frühzeitig anzustellen, will man nicht in der ersten Reihe sitzen. Insgesamt verbringt man mehr Zeit damit, einen anständigen Platz zu ergattern, als der Film dann dauert. Aber es lohnt sich trotzdem – die wuselige Atmosphäre ist einfach toll.

Der rote Teppich ist natürlich nicht nur für Profifotografen besonders begehrt, alle Besucher sind neugierig, wer sich gerade darauf bewegt, es könnte ja ein Prominenter sein. Und wenn gerade keiner da ist, macht man sich selbst zu einem und behauptet zu Hause: Schaut, wie ich empfangen wurde!

Und wenn einem alles zu viel wird, geht man im Schnee auf dem Landwehrkanal spazieren.

0 Antworten zu “Berlinale

  1. Der gefrorene Landwehrkanal ist mir tatsächlich entgangen. Ich hab dieses JAhr auf die Berlinaleschlangen verzichtet. In den letzten Jahren hab ich so oft stundenlang angestanden, um dann schlussendlich doch keine Karte mehr zu bekommen. Diesmal wollte ich es mit dem OnlineKartenverkauf probieren, aber da bricht das System ständig zusammen, nicht jede Kreditkarte wird akzeptiert, und das Kontingent der Karten scheint so gering zu sein, dass man offenbar nicht mal blinzeln darf. Also das Thema Berlinale hat sich für mich erledigt. Sonntag spätabends hab ich eine Vorstellung von „My Name is Khan“, da freu ich mich drauf, das wars. Ich hätte mich eh nicht so für die Wettbewerbsfilme interessiert, aber in der Retrospektive gab es einige alte französische, die ich gerne mal auf der Leinwand gesehen hätte, „Lohn der Angst“ beispielsweise.
    Hast du denn viel geguckt?

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  2. Stimmt, den Vorverkauf sollten sie optimieren, das stelle ich mir auch nervig vor, wenn man nach der Arbeit noch stundenlang für Karten ansteht, die es dann nicht mehr gibt. Und die Tageskassen öffnen so früh, daß man sich extra Urlaub nehmen muß, will man da noch eine Karte ergattern, jedoch ohne Garantie, daß man da auch tatsächlich eine bekommt. Für uns Urlauber aus der rheinischen Provinz allerdings war es ein kleines Abenteuer, wenn wir auch ’nur‘ drei Filme angesehen haben: Den mittelmäßigen „Greenberg“ mit Ben Stiller, den empfehlenswerten Film „Please give“ und die absolut sehenswerte und witzige Doku „David wants to fly“.

    Das Anstehen am Ticketschalter ist übrigens eine Übung in Geduld, nicht nur wegen der langen Wartezeiten, sondern auch wegen des Verhaltens einiger anderer Käufer, wenn sie z.B. endlich dran sind und ihnen mitgeteilt wird, daß es zu ihrem Wunschtermin keine Karten mehr gibt (was sie schon längst von der Anzeigetafel über dem Schalter hätten wissen können), und die dann anfangen, hektisch in ihrem Prgrammheft zu blättern, wo sie vielleicht sonst noch hingehen könnten, um dann die Liebsten daheim per Handy zu fragen, ob ihnen der neue Termin auch paßt. Wenn man zwei Meter dahinter steht und bereits eine Stunde lang langsam vorgerückt ist, befallen einen Mordgelüste.

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  3. Meine Berliner Freunde erzählten, daß es interessant sei, beobachten zu können, was die Berliner alles in den Landwehrkanal hineinwerfen, da es ja erst versinkt, sobald das Eis schmilzt – so viel Müll, daß man auf den Gedanken kommen kann: Die Berliner lieben ihre Stadt nicht. Aber Idioten gibt es halt überall.

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  4. Oh, ich habe noch nie etwas in den Landwehrkanal geworfen, auch nicht in die Spree oder in den Müggelsee…so etwas verstehe ich nicht, wie man auf so eine Idee kommen kann,

    aber vielleicht sind’s ja gar nicht die Berliner sondern die Zugereisten und Touristen?

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