Sülzburgstr.

Ist das vielleicht ein Kampf „David gegen Goliath“? Die Buchhandlung im Hintergrund mit dem M gehört zu einer Kette, die in NRW 45 Läden hat. Allein in Köln gibt es zwei Buchpaläste über meherere Etagen in der Innenstadt, die beide dazugehören. Hier versucht der Buchhandelsriese, in einem der umliegenden Viertel den kleinen Buchhändlern das Geschäft zu versauen, ich hoffe, das ist kein Pilotprojekt. Die kleine rote Box im Vordergrund kann dagegen gar nichts ausrichten, aber sympathischer ist sie natürlich trotzdem: Sie ist eine Buchtausch-Station. Wer will, kann ein Buch heraus und mit nach Hause nehmen, sollte dafür aber ein anderes wieder hineinlegen. Oder mehrere.

0 Antworten zu “Sülzburgstr.

  1. Da ist aber nur sehr wenig drin und gegen die großen Buchhandlungen und für die kleinen hilft es auch nicht. Allerdings tausche ich auch ständig meine Bücher, im Internet.

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  2. Bookcrossing hatte ich schon mal gehört, gerade noch mal nachgelesen: Anscheinend befinden sich in der roten Box auch ein paar Bücher, die bei Bookcrossing verzeichnet sind.

    Sie ist aus Holz und Wind und Wetter ausgesetzt, und die Leute nehmen wohl mehr mit als sie hineintun – was aber ausdrücklich erlaubt ist. Keine Ahnung, wie gut das Ganze funktioniert.

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  3. Gute Idee mit der Buchtauschbox. In Korea gibt’s gelegentlich Buchautomaten (habe ich in D noch nicht gesehen), an denen man Bücher „ziehen“ kann.

    In manchen U-Bahnhofstationen liegen viele Bücher aus, mit denen Wartende ihre Zeit vertreiben können.

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  4. Gut zu wissen, dass es diese Automaten auch in Deutschland gibt/gab. Die Abbildungen sehen richtig verlockend aus; wenn ich ‚mal wieder im Lande bin und mir ein Automat mit Reclam-Heftchen über den Weg läuft, möchte ich zugreifen.

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  5. Och – da habe ich mich ganz auf Dich verlassen! 😉 Heute habe ich mit dem Gedanken gespielt hinzugehen, aber eine Bekannte war da und hat mir abgeraten – das „Normale“ sei wieder in, und das sei ziemlich uninteressant, so ihre Meinung. Hm. Ich bin dann stattdessen lecker Essen gegangen.

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  6. ist ja besser als Zigarettenautomaten…stell Dir vor, Du kommst mitten in der Nacht an so einem Ding vorbei, ziehst Dir ein Buch, aus einer Laune heraus…und das wird die grosse Überraschung Deines Lebens, etwas, was Dir wirklich weiterhilft und Dich zum Denken anregt, Dir das gibt, auf das Du schon lange gewartet hast…
    alles möglich, kann besser sein als Lotto zu spielen…

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  7. Das ist eine schöne Vorstellung :). Ein Buch ist wahrscheinlich immer besser, als Lotto zu spielen, die Wahrscheinlichkeit eines guten Buches ist ja größer als die eines Lottogewinns. Aber ob ein Buch mein Leben noch maßgeblich beeinflussen kann? In meiner Jugend schon, da gab es die Erfahrung der literarischen Sensation, aber inzwischen habe ich das Gefühl, ich kenn schon alles … also, natürlich nicht alles, was geschrieben wurde, aber alles, was so stark wirkt, daß es die große Überraschung meines Lebens sein könnte. Kleine Überraschungen sind natürlich auch nicht schlecht … Wie ist das bei Dir, glaubst Du, daß ein Buch eventuell eine so starke Wirkung auf Dch haben könnte, daß Du ernsthaft überlegst, Dein Leben umzukrempeln?

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  8. Bücher haben bei mir eher eine Langzeitwirkung gehabt und niemals ein einziges Buch, es waren dann immer mehrere, die in eine Richtung wiesen.
    Da ich immer versuchte, mein Leben nach meinem Denken auszurichten und nicht nur theoretisch bei einer Erkenntnis zu bleiben, vollzogen sich solche Prozesse eher langsam(das Leben lässt sich nicht immer so schnell umstellen, vor allem, wenn man auf Kinder Rücksicht nehmen muss).

    Inzwischen ist die Wahrscheinlichkeit, dass Bücher mein Leben umkrempeln, etwas gesunken, aber man sollte ja nie nie sagen. Vielleicht liegt das auch daran, dass man mit zunehmenden Alter keine Entwicklungssprünge mehr macht, dann geht eben alles langsamer, man nähert sich langsam dem Ziel…

    Welches Buch hat Dich denn nachhaltig beeinflusst?
    Aber weiss man’s?

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  9. Stimmt, man weiß es nicht.
    Der Fremde von Camus hatte wohl die größte Wirkung auf mein Leben, obwohl, wie ich inzwischen weiß, ich es damals nicht ganz verstanden habe. Später dann ein soziologisch-geschichtliches Buch, das ich immer wieder mal lese, Richard Sennett, Verfall und Ende des öffentlichen Lebens: Die Tyrannei der Intimität, das ich sehr tiefgründig finde, jenseits von Blabla und Kauderwelsch. Bei längerem Nachdenken fielen mir wahrscheinlich noch mehr ein, aber wenn ich schon länger darüber nachdenken muß, kann die Wirkung ja nicht ganz so groß gewesen sein.

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  10. Ich kenne die Bücher leider nicht…oh, jetzt fühle ich mich ein wenig ungebildet.

    Bei mir waren es „Die Gefangenen in der Panterschlucht“, was ich mit 12 las, den Autor habe ich vergessen, es war ein Bibliotheksbuch….und später Margarete Atwood „Die Strömung“, dann alles von Castaneda.

    Ich schau gleich mal nach Richard Sennett.

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  11. Brauchst Du nicht, ich kenne die von Dir genannten auch nicht. Den Namen Atwood habe ich mal gehört, ich weiß, daß sie gut schreiben soll, und jetzt habe ich dank Dir sogar einen Tiel. Von Castaneda habe ich mal eins angefangen, das hat mich aber nicht angesprochen.

    „Die Gefangenen in der Panterschlucht“ mit 12 – was hat Dich daran so erschüttert/beeindruckt?

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  12. Das war ein Kinderbuch. Sechs Kinder geraten in eine Schlucht und werden überraschend eingeschneit, so dass sie sich um ihr Überleben kümmern müssen. Sie überstehen den Winter gemeinsam. Es wird beschrieben, wie sie es machen, welche Schwierigkeiten sie haben, auch untereinander.

    Ich glaube heute, dass das Buch die Zigeuneranteile in mir angesprochen hat, Rückkehr zum ursprünglich Notwendigen, die Freiheit, unabhängig existieren zu können.

    Castaneda vermittelt ein völlig anderes Weltbild, als wir es gewohnt sind. Das Wissen, das er kundtut, basiert auf dem Wissen der alten Tolteken; Ich habe alle Bücher immer wieder gelesen, bevor ich es einigermassen verstand und musste erst selber einige Erfahrungen machen, bevor ich es auch glauben konnte.
    Heute belegen die Erkenntnisse der modernen Physik, dass es so ist, wie er die Welt beschreibt. Ich staune immer noch darüber.

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  13. Der Autor von „Gefangene der Pantherschlucht“ hieß Wachtang Ananjan. Ich habe es auch mit 10-12 gelesen und war ähnlich begeistert. Ich habe es vor ein paar Jahren antiquarisch gekauft. Beim Wiederlesen war ich dann enttäuscht, mich nervte die penetrante stalinistische Ideologie, die mir als Kind nicht mal aufgefallen war.

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