Alt St. Alban am Quatermarkt

Über die Kirchenruine Alt St. Alban berichtete ich hier bereits, die Renovierungsarbeiten sind nun abgeschlossen. Wie ich inzwischen erfahren habe, hat man sich nach dem 2. WK deswegen nicht für einen Wiederaufbau entschlossen, weil es einfach nicht mehr genug Gemeindemitglieder gab für die vielen Kirchen im Innenstadtbereich. Die Ruine war lange Zeit „Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Toten der Weltkriege“, eine Funktion, die seit 1993 die „Neue Wache“ in Berlin innehat. Die beiden Figuren sind Kopien der Skulpturen „Die trauernden Eltern“ von Käthe Kollwitz und wurden in der Werkstatt Ewald Matarés von dessen Meisterschülern Joseph Beuys und Erwin Heerich nachgebildet.

Beim Festakt zur 1,5 Millionen Euro teueren Renovierung im September dieses Jahres sagte der damalige Oberbürgermeister Schramma : „Wir leben nicht allein vom Handel, vom Karneval und von zahlreichen Events. Wir leben auch von den Impulsen, die aus der Stille kommen. In einer bewegenden Stadt ist Alt St. Alban ein bewegter und bewegender Ort, ein Ort der Erinnerung, eine Stätte der Mahnung, ein Raum für Trauer, ein Platz des Gedenkens, eine Zugangsmöglichkeit der Seele, ein Ort der Sehnsucht nach Frieden.“ Bewegenwollende und bewegte Worte eines bewegten Bewegers. Und schön für die Seelen, die dank ihrer Luftigkeit durch die Gitter ein und aus gehen können. Menschen aus Fleisch und Blut müssen leider draußen bleiben, allenfalls bei Führungen dürfen sie den kostspieligen Boden betreten. Aber gucken kann man immer.

Quelle Schramma: Presseamt Köln.

0 Antworten zu “Alt St. Alban am Quatermarkt

  1. Das stimmt.
    Was mir allerdings mehr oder weniger auf die Nerven geht (je nach Tageskonstitution, gebe ich zu), ist das leicht heuchlerische Blabla irgendwelcher Würdenträger. Außerdem sollten sie den Bereich öffnen, finde ich, jedenfalls tagsüber.

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  2. In Berlin steht ja auch eine Kollwitz-Skulptur, „Mutter mit totem Sohn“, eigentlich eine Kleinplastik, aber auf Wunsch des damaligen Kanzlers Kohl auf 1,60 „aufgepumpt“ – sehr umstritten damals.

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