Die Eifel ist ein Mittelgebirge südlich von Bonn von einer Ausdehnung von 5.300 qkm – eine riesige, vielfältige Hügellandschaft, die mich tatsächlich ein wenig an Südengland erinnert.
Der 20.000-Einwohner-Ort Mayen ist im 2. WK fast vollständig zerstört worden – dafür ist er eigentlich ganz hübsch. Zwei große Kirchen dominieren den ersten Eindruck: Die neoromanische Kirche Herz-Jesu, im Zuge des Historismus 1911/12 erbaut:
Auch von Innen beeindruckend …
… mit einer mächtigen Kuppel.
In einer Nische steht ein nicht ganz lebensgroßer Langhaariger mit einer überdimensionierten schwebenden Dornenkrone.
Das Renaissance-Rathaus am Marktplatz ist wirklich liebevoll restauriert. Der Turm … was ist mit dem Turm im Hintergrund?
Er gehört zur gotischen Kirche St. Clemens (Anfang 14. Jh.). War der Erbauer vielleicht Karnevalist?
Fast. Man erzählt sich folgende Geschichte: Der Bau der Kirche kam nicht so richtig voran, die Maurer hatten lange Wartezeiten, der Stein wurde nur zögerlich geliefert. Eines Tages kam ein gutgekleideter Herr des Weges und fragte, was da gebaut würde, er habe gehört, ein Festsaal mit Wirtshaus solle es werden. Die Maurer hatten seinen Klumpfuß längst entdeckt und somit erkannt, daß sie mit dem Teufel sprachen, also taten sie so, als habe er Recht. Der Herr war erfreut und versprach Hilfe. Als die Maurer am nächsten Morgen am Bauplatz eintrafen, war da so viel Stein, daß er bis zur Fertigstellung reichen sollte. Als es soweit war, flog der Teufel über das Gebäude, um eine zukünftige Stätte seines gottlosen Tuns (das Wirtshaus! Alkohol!!) zu betrachten – und erkannte erbost, daß dort gerade die Kirchweihe gefeiert wurde. Wütend griff er nach der Kichturmspitze und versuchte, den Turm zu zerbrechen – es ist ihm nicht gelungen, und mochte er noch so lange daran herumdrehen.
Der Originalturm, der 1945 von anderem Teufelswerk dann doch zerstört wurde, soll noch länger gewesen sein als dieser. Schade, das hätte ich gern gesehen. (EDIT: s. Kommentare)
Es lohnt sich auch, die Kirche von Innen zu besichtigen, sie ist eine der ältesten Hallenkirchen (kein Querschiff) des Rheinlands.
Ich vermute, der weiße Putz ist eher neuerem Geschmack geschuldet – mir gefällt es in ästhetischer Hinsicht ganz gut.
Der Kirchtum gefällt mir auch sehr gut.
Neben der überaus amüsanten Geschichte, wieso ist der Turm tatsächlich in sich gewunden? Hat da ein türkischer Dachdecker ein Zwiebeltürmchen machen wollen?
Die Kirche ist sowohl außen als auch innen, sehr geschmackvoll. Gefällt mir sehr gut. Der schwebende Dornenkranz ist auch ganz toll. Sind da auch Lämpchen dran?
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„Fachleute aber führen die gewundene Form auf Baufehler zurück.“, steht auf der Stadthomepage – das bezieht sich natürlich nicht auf die heute sichtbare Rekonstruktion, sondern aufs Original – ich such nochmal ein bißchen, vielleicht gibt es ja irgendwo historische Fotos, ich bin selbst ganz neugierig, wie ds früher ausgesehen hat.
Habe ich mich auch gefragt, ob das Lampen sind an der Dornenkrone – kann gut sein.
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Schau, beim Rheinischen Bildarchiv gefunden und ausgeliehen:
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Toll, Danke! Da ist nämlich der Turm noch dazu schief.
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:)) der Teufel also :))
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Der Teufel, genau. Aber ich glaube nicht, daß er wütend war, natürlich hat er ganz genau gewußt, was da gebaut wird. Er ist humorvoller, als man allgemein denkt: Als das Gebäude fertig war, hat er den Christen eine Nase … nein, einen Kirchturm gedreht. Mal ganz ehrlich: Das ist dem Teufel doch egal, wieviele Kirchen da in der Gegend rumstehen, als ob die Leute deswegen weniger sündigen würden … 😉
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aber auf alle Fälle :))
und klar hat er Humor :))
liebe Grüsse
Karen
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Danke. Ich hab’s mit Interesse gelesen.
P.s. Der Captcha-Code ist eine Qual. Das meiste kann man nicht lesen 😦
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Ja, das habe ich schon öfter gehört, ich habe das beim Betreiber auch schon mal vorgetragen, aber der scheint ganz zufrieden damit, denn es passiert nichts. Nervig!
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