Ein Wort

Ein Wort

Ein Wort, ein Satz -: aus Chiffren steigen
erkanntes Leben, jäher Sinn,
die Sonne steht, die Sphären schweigen,
und alles ballt sich zu ihm hin.

Ein Wort – ein Glanz, ein Flug, ein Feuer,
ein Flammenwurf, ein Sternenstrich –
und wieder Dunkel, ungeheuer,
im leeren Raum um Welt und Ich.

Gottfried Benn (1886-1956)

Xantener Str.

Manchmal soll man ja die Wirklichkeit besser erkennen, wenn man sie durch einen Spiegel anschaut, das habe ich jedenfalls mal gehört. Links ist nicht viel los, alles grau, ziemlich trostlos, und die Leitlinie eiert. Rechts steht alles in den Startlöchern, an der Spitze fährt schon jemand los. Aber ob links, ob rechts: Die Fluchtwege sind noch frei.

Engeln in der Cranachstr.

Als ich das erste mal das Wort Analogkäse hörte, dachte ich entsprechend der verschiedenen Tonträger, die es gibt, also Schallplatten (analog) und CDs (digital): Sieh an, jetzt gibt es schon digitalen Käse, und fragte mich, ob der auch aus Nullen und Einsen besteht, und falls ja, wie er dann satt macht. Aber weit gefehlt: Analogkäse ist ein Kunstkäse (digitalen Käse gibt es im Internet zwar auch zuhauf, aber eher im bildlichen Sinne). Und nun habe ich neulich einen Bericht im TV gesehen, daß immer mehr Anbieter von Speiseeis dieses aus reiner Profitgier nicht mehr mit Milch, sondern mit Pflanzenfett herstellen – man leckt also unter Umständen an dünner gekühlter Margarine mit Vanillezuckergeschmack, pfui deibel!

Das Eis von der Konditorei Engeln ist garantiert pflanzenfettfrei. Die Herstellungstradition reicht schon drei Generation zurück. Jedes Eis ist sogar ein „Unikat“, d.h., es wird nicht etwa eine Grundmasse angerührt, in die dann jeweilig künstliche Geschmacksnoten zugegeben werden, nein, jede Eissorte wird einzeln mit natürlichen Produkten hergestellt. Verglichen mit dem Analog-Dreck fühlt man sich als Kunde geradezu geehrt und geadelt.

(Weitere Informationen)

Nippes, Skulpturenpark

Die über 3 m hohe Skulptur ist von Thomas Scheibitz und heißt „Sylvia Stone“. Zur Zeit steht sie im Skulpturenpark Köln, in dem langfristige Wechselausstellungen stattfinden, innerhalb von 10 Jahren ist die aktuelle die vierte Ausstellung. Im Rahmen der Veranstaltung „Lange Nacht der Museen“ wurden die Skulpturen ausnahmsweise angestrahlt (normalerweise ist der Park nachts geschlossen), was eine sehr poetisierende Wirkung hatte.