Der Universalgelehrte und Dominikaner Albertus Magnus (ca. 1200 – 1280) leitete die Kölner Klosterschule, die einen so guten Ruf erwarb, daß in ihrer Folge 1388 die Kölner Universität gegründet wurde. Zu seinen größten Verdiensten für die Wissenschaft gehört die Wiederentdeckung und Anerkennung der Werke Aristoteles, Thomas von Aquin war einer seiner Schüler.
Die überlebensgroße Skulptur, die ihn über ein Buch nachsinnend im einfachen Gewand des Bettelordens zeigt, wurde von Gerhard Marcks (1889 – 1981) geschaffen und 1956 vor dem Portal der Universität aufgestellt.
Schlagwort: Neustadt Süd
Zülpicher Str. / Auerbachplatz
Eine Stunde vor Anpfiff des Halbfinales wurde die Straße gesperrt. Sie gehört nicht zur Fanzone, hier ist auch kein Außen-Public-Viewing, sondern nur eine hohe Kneipendichte. Besonders bitter ist die Störung der Straßenverkehrsordnung für all die Berufspendler, die noch nach Hause wollen, denn normalerweise fährt hier eine Straßenbahn durch. Die Polizei ist natürlich sofort eingeschritten, schwerer Landfriedensbruch, Störung der öffentlichen Ordnung sind die Anklagepunkte gegen ca. 250 mutmaßliche Gesetzesbrecher … nein, nein, wieder einmal hat sich die normative Kraft des Faktischen durchgesetzt, die Polizei sorgt für den reibungslosen Ablauf der geduldeten Gesetzlosigkeiten.
Das Balthasar ist ein klein wenig schickimicki, die Gerichte gut, aber übersichtlich auf dem Teller, dafür etwas teurer. Das ebenfalls übersichtliche Publikum gehört nicht gerade zu den Gröl-Fans, was mir entgegenkommt, allerdings ist es permanent am Quatschen, so das man den Kommentator nicht versteht (nicht daß das ein soo großer Verlust wäre …), in der Halbzeit sind wir nach Hause gegangen.
Jülicher Str.
Änderungsschneidereien gibt es sehr viele in der Stadt, meist werden sie von Türken betrieben. Es braucht nicht viel dafür, ein kleines Ladenlokal und die entsprechende Ausrüstung. Das Know-How ist allerdings sehr unterschiedlich. Ich habe mir mal eine Hose abnähen lassen, die schon nach zwei Monaten wieder aufgegangen ist. Es ist ratsam, sich umzuhören, wer schon mal gute Erfahrungen gemacht hat, dann kann die Taille ruhig zunehmen.
Luxemburger Str.
Noch herrscht bei Kaffee und Kuchen normaler Sonntagnachmittagsbetrieb im Eckstein, aber, wenn man genau hinsieht, die Flachbildschirme sind schon aufgestellt.
Die deutsche Mannschaft hat gut gespielt und verdient gewonnen, im B-fly läuft noch die Nachberichterstattung (im Fernsehen analysiert man sich um Kopf und Kragen), alle könnten zufrieden nach Hause gehen. Aber nein, eine solche Gelegenheit sollte man sich nicht entgehen lassen: Hupende Autocorsi durchziehen die Stadt, das Studentenviertel ist wieder halb abgeriegelt, damit sich die ausgelassenen Betrunkenen und der Verkehr nicht in die Quere kommen.
Brüsseler Ecke Roonstr.
Kaum ein gastronomischer Betrieb, der bei Sonnenschein keine Tische und Stühle auf den Bürgersteig stellt,und sei er auch nur 1,50 m breit. Auf der einen Seite ist das ganz nett: Mediterranes Flair entsteht, wenn Angehörige aller Nationen bis spät abends an den Straßen sitzen, relaxt etwas trinken und den Tag Revue passieren lassen. Manchmal ist es aber auch sehr nervig, wenn man schnell mal irgendwo hin will, und überall steht die Möblierung im schmalen Weg, umringt von finanzkräftigen rücksichtslosen angetrunkenen Freizeitgenießern. Auf einem Platz freilich ist es immer in Ordnung.
Jülicher Str.
Nichts los im Café Central, fast ein Hauch von Nighthawks-Stimmung, wenn man von außen hinein schaut – aber der Eindruck täuscht, es ist so warm, die Leute sitzen alle draußen.
Sonntag
Und was macht man an einem sonnigen Sonntag in der Großstadt? Man geht Sehenswürdigkeiten betrachten …
… oder setzt sich in die Straßenbahn, fährt ein paar Stationen und landet im „Forstbotanischen Garten“.
Der ist ziemlich groß, viele alte Bäume, die Luft ist frisch und parfümiert …
… manchmal stinkt’s aber auch nach Moder und Abfall. Natur eben. Kein Wunder, wenn man sieht, daß die Büsche ihr altes Zeug einfach so auf den Boden schmeißen – das sollte ich mir mal erlauben!
Und mit Glück läuft einem eines jener seltenen Naturschauspiele über den Weg, weshalb sich der Ausflug allein gelohnt hat: Homo erectus germaniae im Sonntagsstaat – pssst, leise, sonst laufen sie weg!
