Brüsseler Str.

Die Sonne scheint im Zwergenstaat, der Himmel hängt voller Geigen … äh … Äpfel, alles scheint in Ordnung zu sein – innerhalb des Bezugssystems der Zwerge. In einem größeren Zusammenhang jedoch stellt die vermeintliche Wirklichkeit sich anders dar:

Die Zwergenwelt ist ein Guck-Kasten, eine Glotze im Schaufenster, und die Sonne richtet sich nach den Einstellungen einer Zeitschaltuhr.

Übrigens: Vom Domturm aus oder von noch höher sehen die Menschen auch sehr klein aus …

Maastrichter Str.

An einem Fenster

Über den Dächern das Himmelsblau,
Und Wolken, die vorüberziehn,
Vorm Fenster ein Baum im Frühlingstau,

Und ein Vogel, der trunken himmelan schnellt,
Von Blüten ein verlorener Duft –
Es fühlt ein Herz: Das ist die Welt!

Die Stille wächst und der Mittag glüht!
Mein Gott, wie ist die Welt so reich!
Ich träume und träum‘ und das Leben flieht,

Das Leben da draußen – irgendwo
Mir fern durch ein Meer von Einsamkeit!
Es fühlt’s ein Herz und wird nicht froh!

Georg Trakl

Am Mediapark

„His Master’s Voice“ heißt das Motiv des lauschenden Hundes, das heute dem Major-Plattenlabel EMI gehört. Es wurde 1898 von dem Engländer Francis Barraud gemalt und ein Jahr später verkauft.
Die skulpturierte Acht ist übrigens die Hausnummer (wenn ich das richtig interpretiere).

Innenstadt

Tausendfach werde ich hier gefragt, wie den diese Stadt aufgebaut ist, Altstadt-Nord und -Süd, Neustadt-Nord und -Süd – wie soll man sich das vorstellen? Wie man sieht, hat sich die Stadt (auf dem Bild sieht man den Teil, den man Innenstadt nennt) ringförmig entwickelt, oder besser halbringförmig, denn das Rechtsrheinische wurde immer schon stiefmütterlich behandelt: Von da kamen in der Römerzeit die wilden Germanen, später die bösen Hunnen und Goten, die rechtsrheinisch sowieso immer alles kaputt gemacht haben, und noch viel später hatte man Angst vor den Russen. Der Fluß bildete also schon immer ein natürliches Bollwerk gegen die Gefahr aus dem Osten.
In der Mitte teilt eine breite Straße die Stadt horizontal in Nord- und Südteil, die wiederum jeweils durch die Ringstraßen in Neu- und Altstadt geteilt werden. Ganz links sieht man den Aachener Weiher.

Limburger Str.

„Alibi“ ist der beste Krimibuchladen der Stadt, allerdings auch der einzige. In Anlehnung an den Titel eines Krimis von Edmund Crispin („Der wandernde Spielzeugladen“) kann man hier auch von einem wandernden Buchladen sprechen: Zuerst war er ganz klein in einer Nebenstraße, dann kamen größere Räumlichkeiten schräg gegenüber. Später eine Top-Adresse direkt am Ring, großzügig wie ein Haute-Couture-Geschäft, dann plötzlich für kurze Zeit im Keller einer anderen Buchhandlung. Ich dachte schon, das war’s, aber nein, wie Phönix aus der Asche tauchte der Laden in der Ehrenstr. wieder auf, super Lage, hier brummt’s, viel Fußgängerdurchgangsverkehr, aber die Situation für Krimis ist wohl nicht mehr so gut, und bei gleichzeitig steigenden Mieten ist es vermutlich schwer. Nun ist er wieder umgezogen, kleiner, bescheidener, die Lage nicht so günstig, wenn auch ganz in der Nähe.
Ich hoffe, es gibt ihn noch lange, denn Manfred Sarrazin, auch ein gern gesehener Gast im Fernsehen und Radio, und seine MitarbeiterInnen sind absolute Spezialisten, es gibt wohl nichts, was die nicht kennen. Hat man einen guten Krimi gelesen und möchte etwas Ähnliches: Kein Problem, die wissen garantiert zu helfen. Wenn Bücher nicht so teuer wären, wäre ich viel öfter da … nehmen wir an, von guten Krimis kann man zwei pro Woche lesen, 10 Euro das Stück, sind 80 Euro im Monat. Wer soll das bezahlen?

EDIT Anfang 2013: Kürzlich wurde der Laden leider geschlossen, da der Inhaber unheilbar erkrankt ist. Ich wünsche ihm alles Gute.

EDIT Anfang April 2013: Der Inhaber ist leider verstorben.

Am Mediapark

Kalt, Regen, grau in grau, Advent, Heizung läuft – aber es geht auch anders, liebe Kinder! Wißt ihr noch, wie das war, vor ein paar Monaten? Vorbei am Spielplatz hinter dem Mediapark, an den Gleisen entlang, eintauchen in den Stadtpark auf dem Weg zum Biergarten. Nicht verzweifeln: Sechs Monate noch, dann sieht es wieder so aus.

Im Cinedom, Mediapark

Viele Leute mögen den Cinedom nicht: 14 Kinosäle auf drei Etagen, hauptsächlich Mainstreamfilme und ein entsprechendes Publikum, und am Wochenende 8,50 Euro Eintritt: Der Charakter eines Warenhauses, in dem einem Massenpublikum das Geld aus der Tasche gezogen werden soll, drängt sich auf. Wenn ich aber einen Film sehen will, der unter anderen Kinos auch hier läuft, ist der Cinedom meine erste Wahl: Wegen des Preises muß man natürlich in der Woche gehen, und wenn man auf seinem Platz sitzt und außerdem das Glück hat, in einem Radius von fünf Metern keine Nachos- oder Popkorn-mampfenden Krakeeler um sich zu haben, dann ist es richtig großes Kino: Die ganze Einrichtung ist schwarz, die Sitzreihen in einer Steigung, daß man nie den Kopf seines Vornachbarn im Bild hat, eine Beinfreiheit, daß der Begriff überflüssig wird, riesige Leinwände und ein Sound, der seinesgleichen sucht. Hier wird so mancher kleiner Film geadelt, der eigentlich allenfalls fürs TV taugt.
(Siehe auch
hier)