Roncalliplatz

Ich muß gestehen, es fällt mir schwer, nach dem Motivüberfluß in meinem Urlaub jetzt fotografisch wieder kleine Köln-Brötchen zu backen, ich muß mich erst langsam wieder einfinden – wie z.B. heißt nochmal diese Riesenkirche mitten in der Stadt? Jedenfalls sehen die bunten Fahnen daran hübsch aus, solange sie nicht immer da bleiben.

Auf dem Roncalliplatz lebt man gefährlich, er gehört zu Kölns beliebtesten Skaterplatzen – irre, was die für Kunststücke können, aber man muß aufpassen, ihnen nicht in die Quere zu kommen.

Die hätte mich fast erwischt, mit knapper Not konnte ich entkommen.

Mensa an der Sporthochschule

Semesterferien – die Stadt ist spürbar leerer geworden, obwohl wahrscheinlich nicht alle Studenten in die Karibik geflogen sind, viele müssen auch arbeiten, immerhin müssen sie pro Semester 500 Euro berappen. Wie man hört, haben sich die Studienbedingungen nicht besonders gebessert – schön, die Bibliothek hat neue Computer bekommen, hier und da ist die Ausstattung nicht mehr ganz so marode wie vorher, aber worauf es wirklich ankommt, ist nichts in Sicht: Mehr Dozenten, bessere Betreuung, kleinere Seminare.

Richard-Wagner-Str.

Tja – so kann’s kommen, 30 cm, und der Verkehr liegt lahm, solange jedenfalls, bis der Fahrer des PKW gefunden ist. Während der 5 Minuten, die ich das beobachtet habe, ist nichts passiert, die Kreuzung war in zwei Richtungen nicht mehr befahrbar. Fußgänger konnten drumherum laufen, daher hielt sich mein Mitleid mit den Autofahrern in Grenzen.

Venloer Str.

„Ich hab drei Haare auf der Brust und bin ein Bär“, singt der Mann im Schunkelrhythmus, kaum hat man es geschafft, sich unbeschadet an der Bühne vorbeizuschieben, schallt einem das nächste Schunkellied entgegen.

Die Straßenfeste ähneln sich doch sehr: Grillwürstchen, Crepe- und Bierbuden, Süßigkeiten, kleine Fahrgeschäfte, Billig-Modeschmuck aus Fernost und Krach einheimische Musik im 4/4-Takt. Aber schön bunt ist es.

Wer Glück hat, gewinnt ein Playboy-Bunny für die lieben Kleinen zu Hause …

Hanns-Hartmann-Platz

„Kitsch“ ist kein wissenschaftlicher Begriff, sondern eher einer des Gefühls, eine Art Sammelbegriff für eine Kunst, der wir das Kunstwollen UND das Scheitern daran ansehen. Die Ränder des Begriffs Kitsch sind also fließend, hängen ebenso vom Vorwissen des Betrachters wie auch von gängigen Moden und Vor-Urteilen ab: Was gestern noch Kitsch war, ist morgen vielleicht schon große Kunst, und was ist überhaupt mit den Künstlern, die Kitschmotive ganz bewußt in ihren Arbeiten einsetzen? Nur eins ist ganz sicher: Kitsch und Kunst sind keine Gegensätze, Kitsch ist Kunst, die Frage ist nur, ob gute oder schlechte.
Ein Gefühl dafür kann man gut auf diesem Bildermarkt entwickeln.

Antoniterkirche

Die Antoniterkirche (s. auch gestern) mitten in einer der meistbesuchten Fußgängerzonen der Republik wurde bereits im 14. Jahrhundert in gotischem Stil gebaut, ohne Turm, wie es für Kirchenbauten von Bettelorden üblich war. Der Antoniterorden tat sich hervor durch Krankenpflege, die Bezeichnung der Krankheit Antoniusfeuer, eine durch den Mutterkornpilz verursachte sehr üble Erkrankung, geht direkt auf den Orden zurück.

Nachdem Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts die Kölner Kirchen als Unterkünfte für seine Soldaten, deren Pferde und das Vieh benutzt hatte – in Wirklichkeit, um den Katholen zu zeigen, was er von ihnen hielt – erlaubte er der evangelischen Gemeinde, sich erstmals in der Geschichte der Stadt zu etablieren und sich eine Kirche auszusuchen. Klugerweise waren sie bescheiden (sie hätten auch eine der vielen großen romanischen Kirchen wählen können), und so kommt es, daß das Gebäude auch heute noch in evangelischer Hand ist.

Werktäglich findet um 18 Uhr eine 10-minütige Andacht statt, um den einkaufswahnsinnigen Besuchern der Kaufhäuser die Chance zu einem Augenblick Ruhe zu geben. Ab und zu dürfen interessante Persönlichkeiten wie z.B. der katholische Theologe und Kirchenkritiker Eugen Drewermann Predigten halten.
Gegenüber der Kirche befindet sich das Weltstadthaus (=Bekleidungskaufhaus) von Renzo Piano:

Appellhofplatz

Das „Vierscheibenhaus“, von dem Architekten Hubert Petschnigg 1970 als Erweiterungsbau für den WDR gebaut, muß kürzlich eine neue Glasfassade erhalten haben, denn als ich es vor ein paar Jahren vom Dom aus fotografierte, sah es noch so aus:

Wallraf-Platz

Manchmal macht es Spaß, sich die Kamera um den Hals zu hängen und als Tourist durch die eigene Stadt zu laufen und die prominenten Plätze zu besuchen. Das Campi am Wallraf-Platz in der Nähe des Doms ist ein italienisches Restaurant/Café im Hauptgebäude des WDR – wenn man „Glück“ hat, trifft … nein, sieht man hier Fernseh-Prominenz. Der Kellner hatte ganz entfernt Ähnlichkeit mit Rangar Yogeshwar. Toll! Dafür kosten drei kleine Getränke inkl. Trinkgeld 8 Euro …