Der Cinedom mit seinen 14 Sälen hat drei Tage ‚Kinotag‘, wie sie es nennen, an denen der Eintritt 5 Euro kostet, außerhalb dieser Zeit sollte man nicht hingehen und lieber die kleineren Kinos unterstützen. Der Film, den ich Sonntag sehen wollte, lief aber nur dort, aber das war keine gute Idee: 8 Euro Eintritt, das Popcorn viel zu süß, der Film beschissen („The Happening“), und als wir das Kino verlassen wollten, um Essen zu gehen, fing es an zu regnen. Also gingen wir in eins dieser Cinedom-Lokale, das sinnigerweise Casablanca heißt, und erwarteten Speisen auf Schnellrestaurant-Niveau – und waren positiv überrascht: Zu angemessenen Preisen gab es durchaus genießbare Nudeln (einmal Bolognose, einmal Pesto mit Pinienkernen) in so großen Mengen, daß meine Begleitung die Hälfte ihrer Portion mit nach Hause nehmen konnte. Kann man hingehen.
Albertus-Magnus-Platz
Der Universalgelehrte und Dominikaner Albertus Magnus (ca. 1200 – 1280) leitete die Kölner Klosterschule, die einen so guten Ruf erwarb, daß in ihrer Folge 1388 die Kölner Universität gegründet wurde. Zu seinen größten Verdiensten für die Wissenschaft gehört die Wiederentdeckung und Anerkennung der Werke Aristoteles, Thomas von Aquin war einer seiner Schüler.
Die überlebensgroße Skulptur, die ihn über ein Buch nachsinnend im einfachen Gewand des Bettelordens zeigt, wurde von Gerhard Marcks (1889 – 1981) geschaffen und 1956 vor dem Portal der Universität aufgestellt.
Bahnhofsvorplatz
Rikschas gibt es schon seit einigen Jahren. Man kann ein Rikscha als Taxi mieten, dann kostet jede angefangene Viertelstunde 9 Euro, eine halbe Stunde Stadtrundfahrt mit Erläuterungen dagegen schon 29 Euro, mit Brücken, aber ohne Erläuterungen (also stumm?) 34 Euro, eine ganze Stunde mit Erläuterungen 59 Euro. Man kann aber auch Mondschein-, Champagner-, Hochzeits-, Brauhaus- und Picknickfahrten (inkl. Verpflegung) buchen – letzteres ist auch die teuerste Fahrt, für die man 129 Euro berappen muß.
Die Fahrer sind übrigens ihre eigenen Arbeitgeber – sie mieten die Rikschas für 15 bis 30 Euro, je nach Tag.
Kaiser-Wilhelm-Ring
Nachdem Ende der 80er Jahre die abschnittsweise mit unterschiedlichen Namen bezeichnete Ringstraße um die Innenstadt zum Teil für die U-Bahn untertunnelt worden war, konnte man sich an die Neugestaltung der Oberfläche machen: Vierspurige Straßen hielt man für Bürgerwunsch, den man auch verwirklichte, erst in letzter Zeit denkt man ernsthaft über einen teilweisen Rückbau auf zwei Spuren nach. Der Abschnitt Kaiser-Wilhelm-Ring jedoch war breit genug, um zusätzlich eine große Brunnenanlage mit Blumenrabatten anzulegen, meiner Meinung nach genau so eine Fehlplanung wie die Straßen. Kleine Zäunchen sagen: Betreten verboten! Die abgezirkelten Blumenrabatte signalisieren „ORDNUNG!“, die ganze Anlage wirkt relativ leblos. Ein paar Bänke stehen an den Wegen, die ab und zu auch besetzt sind, aber selbst für die Penner hat der Platz zu wenig Atmosphäre. Schade.
Zülpicher Str. / Auerbachplatz
Eine Stunde vor Anpfiff des Halbfinales wurde die Straße gesperrt. Sie gehört nicht zur Fanzone, hier ist auch kein Außen-Public-Viewing, sondern nur eine hohe Kneipendichte. Besonders bitter ist die Störung der Straßenverkehrsordnung für all die Berufspendler, die noch nach Hause wollen, denn normalerweise fährt hier eine Straßenbahn durch. Die Polizei ist natürlich sofort eingeschritten, schwerer Landfriedensbruch, Störung der öffentlichen Ordnung sind die Anklagepunkte gegen ca. 250 mutmaßliche Gesetzesbrecher … nein, nein, wieder einmal hat sich die normative Kraft des Faktischen durchgesetzt, die Polizei sorgt für den reibungslosen Ablauf der geduldeten Gesetzlosigkeiten.
Das Balthasar ist ein klein wenig schickimicki, die Gerichte gut, aber übersichtlich auf dem Teller, dafür etwas teurer. Das ebenfalls übersichtliche Publikum gehört nicht gerade zu den Gröl-Fans, was mir entgegenkommt, allerdings ist es permanent am Quatschen, so das man den Kommentator nicht versteht (nicht daß das ein soo großer Verlust wäre …), in der Halbzeit sind wir nach Hause gegangen.
