Aachener Weiher

Unbekümmert vom Großstadtlärm zieht er seine Kreise …

Der Schwan
Diese Mühsal, durch noch Ungetanes
Schwer und wie gebunden hinzugehn,
Gleicht dem ungeschaffnen Gang des Schwanes.

Und das Sterben, dieses Nichtmehrfassen
Jenes Grunds, auf dem wir täglich stehn,
Seinem ängstlichen Sich-Niederlassen – :

In die Wasser, die ihn sanft empfangen
Und die sich, wie glücklich und vergangen,
Unter ihm zurückziehn, Flut um Flut;
Während er unendlich still und sicher
Immer mündiger und königlicher
Und gelassener zu ziehn geruht.

Rainer Maria Rilke, 1906

Moltkestr.

Ho,ho,ho … es ist doch noch gar nicht Nikolaus! Aber darauf kommt es mir auch gar nicht an, ich möchte nur zeigen, daß es auch in der Großstadt Privathaushalte gibt, die keine Mühen und Kosten scheuen, ihren Mitbürgern mit großformatigem Weihnachtskitsch auf die Nerven zu gehen. Quot erat demonstrandum.

Lützowstr.

Man könnte viel sinnieren über den Zusammenhang von Werbung und Kunst der Moderne (das Plakat läßt auf den ersten Blick viele wahrscheinlich eher an Haarkosmetika denken), auf diesem Werbeplakat jedoch, das z.Z. überall in der Stadt zu sehen ist und besonders gut in den drei Meter hohen und von innen beleuchteten Schaukästen zur Geltung kommt, macht die Kunst nur für sich selbst Reklame.
Ich finde, die Stadtverwaltung sollte das dauerhaft so machen: Als ständige Wechselaustellung sollten für jeweils zwei Wochen immer neue Reproduktionen von Kunstwerken in den Schaukästen aushängen, so kommt Farbe ins Straßenbild, man freut sich und ist gespannt auf das nächste, man wird vielleicht neu- und wißbegierig. Aber nein – bald werden wir wieder darüber informiert, daß irgendeine x-beliebige hiesige Biersorte besser schmecken soll als alle anderen. Dabei wissen alle ganz genau, daß keine einzige die Bezeichnung ‚Bier‘ verdient …

Am Mediapark

Kalt, Regen, grau in grau, Advent, Heizung läuft – aber es geht auch anders, liebe Kinder! Wißt ihr noch, wie das war, vor ein paar Monaten? Vorbei am Spielplatz hinter dem Mediapark, an den Gleisen entlang, eintauchen in den Stadtpark auf dem Weg zum Biergarten. Nicht verzweifeln: Sechs Monate noch, dann sieht es wieder so aus.

Moltkestr.

Verspiegelte Häuser erlauben genau die Funktionalität, die sich ökonomisch denkende Bauherren von glatten Fassaden wünschen, schmarotzen gleichzeitig aufs Angenehmste von den umgebenden Gebäuden, allerdings nicht, ohne sich zu rächen: Spiegelfassaden scheinen sich lustig zu machen über das, was sie spiegeln. Ich kann mich kaum davon lösen, immer neue Aus- und Einsichten eröffnen sich beim langsamen Vorübergehen.

Carl-Diem-Weg

In Bibliotheken sollte man sich benehmen können, aber besonders das Handy-Verbot ist natürlich ein sinnloses Unterfangen. Diese Dinger sind wirklich eine wahre Pest, da sitzt man über seiner Lektüre und will sich konzentrieren – klingelt in voller Lautstärke so ein blödes Teil. Was heißt klingelt – unter Umständen muß man sich kleine Symphonieorchester anhören, die den Wiener Walzer spielen. Und was für dringende, lebenswichtige und geistreiche Gespräche werden dann geführt? „Ich bin grad in der Bibliothek …jagut … bis gleich.“ – und macht sich auf zur Mensa. Es ist zum Kotzen.

Innere Kanalstr.

Hier ist ein Bild meiner neuen Wohnung: Der Boden dreht sich um eine Achse, so daß ich, sooft ich aus dem Fenster schaue, in eine andere Himmelsrichtung sehe. Schön wärs jedenfalls. Der Fernsehturm am Rande des Grüngürtels wurde 1981 fertig gestellt und ist mit 243 Metern das höchste Gebäude der Stadt. In den ersten Jahren konnte man gegen Eintritt hochfahren, es gab eine Aussichts- und eine Restaurantplattform, die sich langsam drehte. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurde später eine Diskothek eingerichtet, das war wohl für kurze Zeit ganz hip, hat sich aber auch nicht gehalten. Nun stehen die Räume leer, soviel ich weiß, ich glaube, ich werde den Turm, der aufgrund einer Umfrage übrigens ‚Colonius‘ genannt wird, demnächst kaufen und einziehen. Ihr seid alle eingeladen zur Einweihungsparty, ich sag Bescheid, wenn es soweit ist.

Skulpturenpark Stammheim

Der Schloßpark in Stammheim war schon ein paar Mal Thema in diesem Blog. Stammheim ist ein kleiner rechtsrheinischer Ortsteil von Köln, der relativ spät eingemeindet wurde. Da er nicht so leicht zu erreichen ist (S-Bahn und halbe Stunde Fußmarsch) bin ich selten da, aber immer wieder gern. Dieser Stahl-‚Scherenschnitt‘ ist Teil einer Gruppe von Herbert Labusga und heißt „Die Bürger von Stammheim“ – geschnitten nach lebenden Vorbildern.