Sonnenweg

In einer Straße, die so heißt, möchte man natürlich erst recht nicht, daß da Tiere und Kinder überfahren werden. Und Vatis natürlich auch nicht.


Quelle: Google-Maps

Ganz anders verhält es sich im „Fegefeuer“ in Lübeck, vermutlich ist der Straßenname der Grund dafür, daß hier einige Ärzte ansässig sind, die versprechen sich ein gutes Geschäft. Wenn man in die Einbahnstraße (ganz klar, da muß man durch, ein Zurück gibt es nicht) einbiegt, passiert man erst eine Kosmetikschule (sagen ja schon die Pfaffen, daß das des Teufels ist), die nächste Straße rechts heißt „Hölle“ (kein Scherz) und ist – na? – richtig, eine Sackgasse. Wahrscheinlich enden die roten Buslinien direkt hier. Kurz bevor man das Ende des Fegefeuers erreicht hat, liegt links das Gebäude der katholischen Caritas – eine vielsagende Adresse, ich habe es immer schon geahnt. Wenn man dann am Ende angekommen ist, sieht man schräg gegenüber den „Lichtladen“ – ist das dann der Himmel, oder was? Ich weiß nur eins: So schnell sieht man mich nicht in Lübeck. Lieber laß ich mich im Sonnenweg nicht überfahren.

0 Antworten zu “Sonnenweg

  1. Solche Straßennamen sind doch immer wieder ein echtes Fragezeichen. Wer zieht dahin? Was macht man, wenn man eine Traumwohnung angeboten bekommt, sie aber in der Hölle liegt?

    Rostock nennt eine „Faule Grube“ ihr eigen und natürlich die Blutgasse.

    Am besten aber gefällt mir der Ort „Niederreißen“ (irgendwo in Sachsen glaub ich).
    Vermutlich bekam er seinen Namen daher, daß da jemand auf verfallene Hütten blickte und sagte: „Das müßte man alles niederreißen“. Und dabei blieb es dann.
    „Wo war das?“
    -„Ach da hinten…wo es hieß niederreißen…“

    Übrigens hat mir eine Bekannte mal erzählt, daß sie die schlimmsten Erfahrungen mit Wohnen und Nachbarn im Ort „Gottesgabe“ gemacht hat.
    Und die Sonnenallee in Berlin ist schrecklich. Soviel zu Orten.

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  2. In Köln gibt es einen „Leichweg“, der sinnigerweise tatsächlich zu einem Friedhof führt, und im Stadtteil Köln-Blumenberg eine Teufelsbergstr. – merkwürdig für so eine alte katholische Stadt, daß es nicht mehr davon gibt.

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  3. Leichweg zum Friedhof, das macht ja mal Sinn.

    In Hannover gibt es die Nieschlagstraße, passenden zum Prügelprinzen, ich nehme an, dort ist man vor ihm sicher. (Er könnte dann aber natürlich immer noch pinkeln)

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  4. Eine in den 70er Jahren gebaute Souterrain-Geschäftsmeile unter dem Bahnhof hieß „Passerelle“, bevor sie in „Niki-de-Saint-Phalle-Promenade“ umbenannt wurde. Die Hannoveraner machten sehr schnell aufgrund von entsprechenden Erfahrungen „Pisserrille“ daraus, vermutlich eine Gegend, wo der Prinz seine Jugend verbracht hat.

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