Im Zollhafen

Das sieht auf den ersten Blick aus wie eine ganz normale Bank. Daß da Metallstifte am Rand der Sitzfläche herausragen, ist erstmal merkwürdig, aber ich vermute, das ist wegen der Skater, die ihre Geräte ja an allen möglichen Kanten entlangratschen, Blumenkästen, Beeteinfriedungen etc., und sie auf die Dauer demolieren. Unerhört, eine Bank ist doch kein Sportgerät!

Ha! Eben doch! Ruhig am Rhein sitzen und die Schiffe betrachten? Was für eine Zeitverschwendung, während der Zeit kann man doch ein paar Fitnessübungen machen, der Körper braucht Bewegung, um leistungsfähig zu bleiben. Faul in der Sonne sitzen und seinen Gedanken nachhängen, das führt nur zu schlechter Stimmung, wer weiß, was man sich da alles überlegt. Ein paar Kniebeugen, und schon hat man vielleicht sogar Lust, sich in einem Fitness-Club anzumelden.

Letzte Woche fand die „FIBO“ (=FItness und BOdybuilding) in Köln statt, die „Internationale Leitmesse für Fitness, Wellness & Gesundheit“ – der Bereich ist unglaublich kapitalkräftig, wer es richtig anpackt, kann viel Geld mit der fitnessbasierten Aussicht auf ein längeres Leben verdienen. So veranstaltete der DAFV (Deutscher Fitness und Aerobic Verband) eine „Convention“, die Teilnahme betrug zwischen 119,90 und 239,90 Euro. Zitat: „In Halle 5.1 können Sie an allen 4 FIBO-Tagen zwischen verschiedenen Trainingseinheiten auf 2 Trainingsflächen auswählen. Darüber hinaus finden auch mehrere Theoriestunden statt, um Ihr Wissen noch weiter auszubauen. […] Auch Top-Aktuelle Trends wie Booty Barre, XCO BURN, Masala Bhangra Workout oder ZUMBA SENTAO laden zum Mitmachen ein.“ Aha. Vielleicht sind Liegestützen an der Bank doch gar nicht so schlecht. Und was ist eigentlich mit der Disziplin Buchlesen? Das ist Brainbuilding für Anfänger – macht auch schön und kostet nicht viel.

0 Antworten zu “Im Zollhafen

  1. Ah, man hat nur ein Leben, behauptet die Sport- und Kirchenstadt Köln. Deswegen kann und muß man sich auch an einer und mir einer Bank zum Löffel machen und seltsame Übungen absolvieren. Wer rastet, der rostet.

    Und wem das zu popelig ist, der geht zum FiBo. Für die Summe, die andere im Monat für Lebensmittel zur Verfügung haben, kann sich der geneigte Yuppie auf 2 Flächen an 4 Tagen dem XTC Burnout, Masala Bagatella und dem Booty Camp hingeben.
    Buchlesen? Das ist doch nur was für Muschis! 😉

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  2. Ja genau, eine THC Workout Party (nach der All Day Snow Line Work greift man gern zu milderen Mitteln), oder ein ZOMBI SENSATION Camp mit 4 tägiger Marsala-Verköstigung, alles Top-Aktuell und BURNING!! Wenn das nicht great ist.

    Vielleicht eins mit ganz vielen Bildern?

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  3. THC Sleepin wäre noch viel besser.
    Och ja, dann gleich was Alternatives, das No-Sports- Chillout Make love, not work Gathering.
    Mit Hanf aus fairem Handel und dem Marsala Guru Enlightment Camp.
    Sportler kein Hinderungsgrund! Pussies welcome!

    Wir sehen uns, Peace!

    (PS: Abends mit Roy Black the 2nd Memory Abend, „Ganz in weiß“, sponsored by your friendly Cocaine Company)

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  4. *lach* eine völlig neue Bedeutung von Roy Blacks Evergreen.

    Make love, not work – das ist genial, als Veranstaltungsidee sowieso, aber wir sollten versuchen, das allgemein als Wellnesstrend auszubauen. Da mache ich gern den Vorturner.

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  5. Ha! – das mache ich schon, auf meinem Sofa: Einhandkaffeetassenheben und Kuchenkauen während der Lektüre! Gut, leider nicht so oft, wie ich möchte, ich sollte da etwas disziplinierter sein.

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