550 Millionen Euro Haushaltsdefizit in Köln, aber im Stadtrat sitzen keine Weicheier, da werden neue Projekte geplant und umgesetzt … na gut, jedenfalls erstmal angeschoben, dann sieht man weiter, hauptsache, die Wirtschaft brummt. Was zum Beispiel stört auf dem oberen Foto? Genau – die Bäume! Die Architektur des ehemaligen Lufthansagebäudes kommt ja gar nicht richtig zur Geltung, das kann man doch attraktiver gestalten:
Keine lärmenden Vögel, keine lästigen Mücken, stattdessen ein ungestörter Blick auf das DrecksGebäude – das lockt Touristen in die Stadt.
Ein paar Jahre lang habe ich um die Ecke gewohnt, oft im Sommer am Kiosk eine Flasche Bier geholt, mich hier hingesetzt und mit Blick auf die überfüllte Altstadt im Linksrheinischen in Ruhe den Sonnenuntergang genossen. Aber wie sieht das auch aus: Bürger, die in der Öffentlichkeit sitzen und Alkohol trinken. Zum Besaufen sind die völlig überteuerten Kneipen da – gut, daß das jetzt nicht mehr sooft passieren wird! Denn wer will da jetzt noch sitzen?
Natürlich hat man große Pläne: Die 1928 gepflanzten Bäume sind ja schon mal entsorgt, irgendwann wird der Bahndamm aus dem 19. Jahrhundert abgetragen sein, und wenn der Haushalt es dann in ferner Zukunft mal wieder zuläßt, soll folgendes gebaut werden:
Bis dahin können wir uns auf ein paar Jahre Baustelle auch an diesem Ort einstellen, dafür können wir uns schon darauf freuen, wenn 50 Jahre nach Fertigstellung die Bäume tatsächlich so groß sind wie auf der Abbildung – wenn dann überhaupt noch Bedarf dafür besteht, wie gesagt, Bäume stören irgendwie das Stadtbild.



Schade, nein schlimm, dass das einfach so passiert ist. Wir Bürger hier werden einfach verschaukelt und vor vollendete Tatsachen gestellt. Wenn die UNESCO nicht wäre, sähe es in Deutz sowieso noch ganz anders aus.
LikeLike
Dieses „Projekt“ ist besonders bitter, weil es so komplett sinnlos ist. Trotz seiner unwirtlichen Umgebung war der Ort perfekt, genau so, wie er sein sollte, ein Stück altes Köln, für das es nicht den geringsten Grund gab und gibt, es zu zerstören. Anstatt sich um wirklich notwendige Dinge zu kümmern, etwa die Sanierung der Straßen, für die der Stadt über 160 Millionen Euro fehlen, arbeitet der Stadtrat erfolgreich an der Zerstörung der eigenen Stadt. Kaum zu fassen.
LikeLike
Ist doch egal, ob das Projekt zustande kommt, Hauptsache, die Bäume sind erstmal weg. Machen doch eh nur Arbeit, das ganze Laub …
Ich habe immer das Gefühl, in Köln verwechselt man „weltstädtisch sein“ mit „abreißen und neu bauen“.
Und der Schwund an Grünflächen in Köln ist sowieso abartig, siehe Klinikgelände, Innerer Grüngürtel/Zülpicher Str., Sürther Aue …
LikeLike
Ein großes Dorf will auf Weltstadt machen – und zerstört sich dabei nach und nach selbst, den Eindruck habe ich auch.
LikeLike
Ja-ja… immer diese Bäume…
weg damit… die stören nur.
Das die im Sommer angenehm Schatten spenden… wird sehr gerne vergessen.
LikeLike
Rauschen im Wind, Farbtupfer, organische Formen – das paßt doch nicht in eine moderne Stadt. Es lebe der rechte Winkel und Betongrau! Als nächstes werden übrigens die Einwohner entfernt, und damit die Touristen sich im Sommer nicht zu einsam fühlen, reichen auch Statisten aus, die man monatsweise anstellen kann.
LikeLike
Gute Idee… die bekommen dann eine vernünftige Schulung, damit der gemeine Tourist sich auch wirklich wohl fühlt.
Außerdem sind die bei „Fehlverhalten“ beliebeig austauschbar.
Hört sich nach einem Modell der Zukunft an. 😉
LikeLike
Alle zwei Jahre komme ich nach Deutz, kenne aber nur den Bahnhof und die Messehallen. Grund ist die „interzum“ (Internationale Zulierermesse der Möbelindustrie). Vielleicht hätte ich mich auch mal ans Ufer setzen sollen – mit
Bier natürlich. Ich fahr ja mit dem Zug.
LikeLike