On Tour (1)

Eine Freundin und ich hatten am Wochenende ausnahmsweise ein Auto zur Verfügung, also zögerten wir nicht lang und fuhren nach Windheim, um das hier zu sehen:

Na ja, jedenfalls fast, denn in dem Horst fehlen die Vögel, Störche, um genauer zu sein. Windheim liegt an der Weser westlich von Hannover (tatsächlich gehört es noch zu NRW), ein kleines Dorf in einem Gebiet, in dem es von Storchenhorsten nur so wimmelt, und das wir deshalb per Internet ausgesucht haben, weil es hier ein Storchenmuseum gibt.

Das kleine Museum in der ersten Etage eines umgebauten Bauernhauses ist sehr liebevoll eingerichtet, hier findet man alles, was irgendwie mit Störchen zu tun hat, und sogleich nimmt einen ein Führer unter seine Fittiche und verschenkt gleichermaßen großzügig kleine Täfelchen Schokolade und interessante Informationen:

So ein Horst kann mehrere Tonnen schwer werden, denn Störche sind nesttreu, bauen aber immer wieder an, so daß der Horst von Jahr zu Jahr schwerer wird.
Neben Schautafeln und Infos über alles Storchenmögliche gibt es auch Kurioses, z.B. kleine Scheren:

Und auch Kalif Storch darf natürlich nicht fehlen:

Fortsetzung folgt

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  1. Oh f…wenn ich das geahnt hätte, dann hättest du mir ne Storchenschere mitbringen können. Als gute Handarbeiterin habe ich natürlich schon eine, aber S. eben nicht. Und sie nimmt immer meine.
    Zum Glück brauchen wir nicht weit fahren, bei uns sind noch sehr viele, obwohl sie ja auch schon weniger werden.
    ich mag, wie sie bei der Wiesenmaat immer hinter dem Mäher herstapfen und alles aufsammeln, was aufgescheucht wurde.
    Niedlich war auch das plattdütsche Lied, das S. immer sang: „He hätt en witting Röcking an, trägt och schwatte Strömpe…“ oder so ähnlich.
    ALs Kinder haben wir das auch gesungen (auf hochdeutsch), aber die einzigen Störche, die ich jemals in meinem Leben gesehen hatte waren in Össiland am Neusiedlersee.

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  2. Die Scheren wurden da eh nur ausgestellt, ich glaube, kaufen konnte man keine. Haben die was Besonderes, ich meine außer des Designs? Kann man denn nicht jede kleine Schere nehmen?

    In der Gegend bemüht man sich sehr um die Störche, auch wenn man nicht zuviel eingreifen will. Der Storch kann z.B. Plastik nicht von natürlichem Material unterscheiden, und wenn er dann sein Nest damit auspolstert und es regnet, ersaufen die Jungtiere einfach. Die Störche haben nur einen „natürlichen“ Feind, und das ist der Mensch.

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  3. Die Schere sind einfach kult, aber abgesehen davon kann man mit ihnen sehr gut Fäden abschneiden, sie sind nämlich sehr spitz. Und sie sind so etwas wie das Erkennungsmerkmal aller Frauen, die Handarbeiten wie sticken, quilten oder nähen verrichten.
    Ich liebe es, wenn Dinge nicht nur schön, sondern auch noch wunderbar im Gebrauch sind. Dazu gehören auch meine Stricknadeln, die aus den Resten von Musikinstrumenten hergestellt wurden oder die Garndocken, die ich mir immer selber mache.
    An Handarbeitsdingen kann man sich echt berauschen, das ist so mega-taktil und so voller Farben, all die Seidengarne, flauschigen Stoffe etc.
    Aber das kann man vermutlich erst dann richtig nachvollziehen, wenn man’s mal gemacht hat.
    (Übrigens hab ich das auch mit anderen Dingen, z.B. Aquarellfarben, ich liebe diese kleinen Mulden, die darin entstehen, wenn sie sich verbrauchen.
    Oder Schrauben und Nägel, der Klang, wenn sie aufeinander fallen.
    Ich glaube, ich könnte noch so arm sein, eines hätte ich immer um mich: schöne Dinge. Dazu muß ich mal was schreiben, das ist ein gutes Sujet. Die Schönheit der Alltagsdinge.)

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  4. Auf meiner kleinen Reise war ich in einem Raum, in dem alles mögliche herumstand und -lag, kein Durcheinander, aber ein buntes Sammelsurium; ich fragte mich: Was ist das hier? – und kam auf den Begriff: Museum für liebenswerte Dinge. Jeder, der ein Haus hat, sollte sich so einen Raum anlegen und all die Dinge dort aufbewahren und ausstellen, die man nur mehr oder weniger oder auch gar nicht mehr braucht, die einem aber ans Herz gewachsen sind. (Fotos und Beschreibung folgen noch in den nächsten Tagen).

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  5. Du müßtest einmal mein Haus sehen. Das ist wirklich das reinste Museum.
    Ich weiß nicht, wie andere Leute es schaffen, immer so wenig rumstehen zu haben, aber das geht bei mir nicht. Nicht daß ich direkt sammle, aber irgendwie wohl doch, ich bin hier umringt von Krimskrams, aber sehr schönem. Das meiste selbstgemacht oder aus der Natur.
    Hauptsache unmodern, wie mein Töchting ja immer wieder sagt.

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