Gürzenichstr.

„Dem fällt auch nix mehr ein, das xte Bild mit abschreckender Architektur, die gibt’s doch überall“, mag jetzt vielleicht der ein oder andere denken. Gut gut, aber dieses Bild, das ich gestern aufgenommen habe, hat etwas Besonderes: Einen Fassadenkletterer. Nein, liebe Kinder, das ist kein Feuerwehrmann, ihr habt schon richtig gesehen. Und seitdem ich nun weiß, wie früh der anfängt, lasse ich nachts mein Fenster offen, kein Wunder, daß das Wünschen in den vergangenen Jahren zu nichts geführt hat.

0 Gedanken zu “Gürzenichstr.

  1. Ärna!?!
    Ja?
    Soll’n wir nich mal dat olle Weihnachtsmänneken affnehm’n? Et is immerhin Mai!
    Im Prinzip schon, aber weiße noch wie wir dat Ding dahin jekriecht ham, Jüntha und du fast am affstürze wars?
    Hasse recht, aba wat soll’n die Nachbarn sagen! Un weiße watt, seh isch doch jestern, dat dat Haus schon fotografiert word’n is!
    Wat?
    Wennisch’s dir saje! Nen komischer Typ, lungerte am Haus rum…
    Dat fehlte noch, hinterher is dat so einer, der so wat ins Intanet bringt!
    Nu tu ma nisch den Teufel anne Wand malen, Ärna!
    Willze noch’n Tass Kaff, Jüntha?
    Eh ich mich boxen laß!

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  2. Ach ja, grauenhaft und immer der Engel „Frieden, Frieden“, ich erinnere mich. Göttliche Satire! (Vielleicht eine Hommage an Böll, gar nicht übel)

    By the way: wenn man in der Gegend wohnt, muß man ja wunderlich werden…
    Dieser Pelzladen da links, den gibt es sicher schon seit mindestens 50 Jahren. Ich kann mir genau die Inhaber vorstellen. Ein Paar, uralt, sie mit Haarteil und einer Stimme, die immer klingt, als stünde das Haus in Flammen, er mit klapperndem Gebiß und über die Glatze gekämmerter Haarsträhne, zischend beim Sprechen.
    Und wenn man hinein geht und nicht gerade aussieht wie der letzte Hänger, machen die voll den Kotau. „Darf ich Madame unseren Muff zeigen.“
    Apropos Muff, natürlich haben die auch noch so einen kleinen Köter, einen Pekinesen vielleicht, dessen Atmen man auch noch im dicksten Kölner Berufsverkehr hören kann.

    SO und wenn ich jetzt weitermache, habe ich ne ganze Geschichte beisammen….*g*

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  3. *lach* … dessen Atem man nicht nur hören, sondern auch riechen kann, weshalb man unwillkürlich denkt, sobald man den Laden betritt: Was für ein Tier ist denn hier gestorben! Aber da man sich zwischen lauter Leichnteilen befindet, denkt man nicht gleich an einen asthmatischen Hund, dessen fetter Bauch Stützräder bräuchte, wollte der Hund auch nur einen Zentimeter laufen.

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  4. an dieser ecke kommen drei jahreszeiten gar wundersam zusammen, zum einen diese nichtjahreszeit, die an orten wie diesen eigentlich immer herrscht, dann weihnachten in gestalt des herrn jingle bells und dann noch der gürzenich, mit dem ich nichts anderes als den kölner karneval verbinde, da gibts doch so ne gürzenich-geschichte, die findet immer zur kölner möbelmesse statt und wird von den einen als super, von den anderen als bodenlos bezeichnet …. wo lawendeltreppe den perückenshop gesichtet hat, ist mir ein rätsel, ich mach mich noch mal auf die suche, auch wenn ich gefahr laufe, im bild zu verschwinden 🙂

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  5. Der Pekinese läuft nicht, er liegt auf einem mottenzerfressenen Samtkissen auf einem Louis-XIV-Sessel, der in der dunklen Ecke steht, halb von Nerzen verdeckt. Von dort blafft er die Kundschaft an, bis irgendeiner ruft: „Ruhig, Fifi“, was französisch ausgesprochen wird: Fiefie, damit es eleganter klingt.

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  6. Pelzladen. Wenn Du aufs Bild klickst, wird’s größer, links von Thiemeyer auf der Leuchtreklame stehen die Buchstaben „PELZE“.
    Gürzenich-Geschichte? Kenn ich gar nicht, und in meinem Kölnbuch steht nichts. Hast Du nähere Informationen?

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  7. naja, „der Gürzenich“ — ist das nicht so eine prunksitzung? wir fachjournalisten werden da während der kölner möbelmesse immer zu eingeladen. ich war aber nie, deshalb kenne ich nur den begriff. dachte immer, das sei eine feststehende redewendung für eine von euren komischen veranstaltungen da oben 😉

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  8. Ach so – kleines Mißverständnis. Der Gürzenich ist ein Gebäude, ein gotischer Profanbau aus dem 15. Jahrhundert, in dem Feste gefeiert wurden und auch heute wieder werden, zwischendurch hatte es mal die Funktion einer Markthalle. Und zu Karneval, das stimmt, finden dort die Hauptsitzungen der großen Karnevalsgesellschaften statt, neben zig anderen Orten, wo auch Sitzungen abgehalten werden. „Sitzung“ in diesem Zusammenhang bedeutet natürlich unerträgliche Büttenreden und Sauferei – ob da ein Zusammenhang besteht … wahrscheinlich, oder? 😉

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