Horbeller Str.

Ich habe ja schon mal erzählt, daß Köln wegen seiner langen Geschichte das reinste Eldorado für Archäologen ist, man macht einen Spatenstich, und schon gräbt man irgendwas Altes aus längst vergangenen Kulturen aus. So auch hier: In einem Kölner Vorort wurde kürzlich dieser sensationelle Fund gemacht, liebe Kinder, paßt schön auf: Dieser 2,50 Meter hohe Kasten ist ein Handy … also besser, fast. Er dient nämlich auch zum Telefonieren, hat aber viel mehr Vorteile als das, was ihr euch an die Ohren haltet: Man muß es nicht ständig mit sich herum tragen, es bleibt immer da, wo es einmal hingestellt wurde. Vorn kann man eine Klappe aufmachen, durch die man den Gesprächsraum betritt, und hinter sich wieder zu – na, ist das nicht traumhaft? Man wirft ein paar Münzen in einen Kasten, nimmt den Hörer, der sicherheitshalber an einer Schnur hängt, und kann völlig ungestört durch Außengeräusche telefonieren. Super, oder? Und was noch besser ist: Man belästigt auch niemand anderen, auch wenn man noch so viel Blödsinn erzählt. Und wenn einen einer anruft, gerade, wenn man an der Supermarktkasse steht, oder in der überfüllten Straßenbahn: Soll er! Ha! Es klingelt nämlich nicht mehr in der Hosentasche, sondern allenfalls in diesem gelben Kasten! Und da ist man ja gerade nicht! Tricky, nicht? Ich weiß gar nicht, wieso die ausgestorben sind, haben doch nur Vorteile, diese Dinger.

0 Antworten zu “Horbeller Str.

  1. Du vergißt: man kann sich da bei Regen unterstellen. Man kann seine Handtasche (Frau Blöhmann *knips und guck*) auf die Telefonbücher stellen und in Ruhe was rauskramen. man kann dort bei intakter Bestückung sogar die Nummer raussuchen, die man gerade braucht!
    Ja ich weiß es noch wie heute: der Geruch darin, eine Mischung aus Parfüm, Urin und nassem Hund. Der schwere Hörer, dieses Geräusch, wenn man die Münzen einwirft, die muffigen Telefonbücher, die man so rumwuchten mußte, das Schild „Fasse dich kurz“ (ganz früher). Anonymität!!! Telefonscherze machen usw..
    Man kann dort sogar….nein, das lassen wir jetzt mal weg.
    Wie kommt es, daß sie überlebt hat??? Vermutlich die letzte ihrer Art.

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  2. Sogar…? Ein Eis essen, meintest du wahrscheinlich, oder ein Stück Pizza (vermutet die Unschuld vom Lande).
    Ich vermute, es weiß keiner, daß die da steht, hier ist es nämlich menschenleer, hier leben nur Autos, so wie es aussieht, und ich war nur als unerschrockener Erforscher auch der dunklen Seiten der Stadt unterwegs – alles nur für euch! Ich war froh, dem Schrecken dort entkommen zu sein, so schnell zieht mich da nichts mehr hin:

    http://koelnbilder.blog.de/2008/07/10/horbeller-str-4427038

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  3. Ach so.
    Apropos für euch, wolltest du nicht mal für mich die Papageiensiedlung fotografieren?!?! *schärferer blick*
    Aber vorsicht, nicht im Jesus-Gewand, ich fürchte, die Menschen dort glauben nur noch an Oliver Geißen oder Barbara Salisch.

    Eis essen, genau! Mensch, woher weißt du das. Kuchen geht auch. Das geht ja immer.

    Ach ja, ich hab mal ein Buch angefangen zu lesen, das hieß irgendwie „Das zwölfte Kleid über dem dreizehnten“ oder so und spielte die meiste Zeit in einer Telefonzelle.

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